
AfD-Parteitag in Erfurt: Führungsduo wiedergewählt, zehntausende Demonstranten blockieren Zufahrten
Die Alternative für Deutschland hielt ihren Bundesparteitag unter massiven Sicherheitsvorkehrungen ab; die Polizei meldete rund 31.000 Teilnehmer an Gegenprotesten, während die Delegierten Alice Weidel und Tino Chrupalla mit deutlichen Mehrheiten bestätigten.
Der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) hat am Samstag in Erfurt die Ko-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla in ihren Ämtern bestätigt. Weidel erhielt 81 Prozent der Delegiertenstimmen, Chrupalla 70 Prozent. Die Versammlung im Messezentrum der thüringischen Landeshauptstadt begann pünktlich, obwohl ein Bündnis aus Gewerkschaften, linken Gruppen und antifaschistischen Organisationen unter dem Namen „Widersetzen“ versucht hatte, den Zugang zu blockieren. Die Polizei sprach von etwa 31.000 Demonstranten, die Veranstalter von bis zu 50.000. Die Delegierten waren in den frühen Morgenstunden unter Polizeischutz mit Bussen zum Tagungsort gebracht worden.
In ihren Reden bekräftigten die AfD-Führer ihren Führungsanspruch. Weidel nannte die AfD die „neue Volkspartei“ und kündigte an, man werde „mit Härte abschieben“. Chrupalla griff die Demonstranten als „antidemokratisch“ an und warf den etablierten Parteien vor, sie per Bus in die Stadt gekarrt zu haben. Der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke, einer der prominentesten Vertreter des rechtsnationalen Flügels, durfte ein Grußwort halten und bekräftigte seine Linie, zog jedoch einen Antrag zur Lockerung der Unvereinbarkeitsliste der Partei auf Druck der Bundesführung zurück. Die AfD blickt auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September, wo sie Umfragen zufolge in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erreichen könnte. Laut Bundesamt für Verfassungsschutz ist die Partei seit Mai 2025 als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft; die AfD weist dies als politisch motiviert zurück.
Die Proteste verliefen nach Polizeiangaben überwiegend friedlich, obwohl es an einzelnen Punkten zu Rangeleien und dem Einsatz von Pfefferspray kam. Mehrere Journalisten wurden verletzt. Die Demonstranten werfen der AfD vor, demokratiefeindlich zu sein und die NS-Vergangenheit zu verharmlosen. Die zeitliche Nähe des Parteitags zum 100. Jahrestag eines NSDAP-Parteitags im nahen Weimar werten viele als bewusste Provokation – ein Vorwurf, den die Partei zurückweist. Das Bündnis „Widersetzen“ erklärte, man habe den Parteitag physisch verhindern wollen, um ein Zeichen gegen rechte Politik zu setzen. Aus Gewerkschaftskreisen hieß es, ein Verbotsverfahren gegen die AfD müsse geprüft werden; Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bezeichnete sie als Bedrohung für ganz Deutschland.
Die Landtagswahlen in den ostdeutschen Ländern gelten als entscheidend für die weitere Entwicklung der Partei. Bereits bei der Bundestagswahl 2025 war die AfD mit 20,8 Prozent zweitstärkste Kraft geworden; aktuelle Umfragen sehen sie bundesweit bei rund 29 Prozent. International wird das Erstarken der Partei unterschiedlich bewertet: Während der russische Präsident Putin im Juni 2026 die Fähigkeit der AfD lobte, „die Interessen des deutschen Volkes“ zu formulieren, äußern westliche Beobachter Sorge über die Erosion des demokratischen Konsenses. Der Parteitag, der am Sonntag fortgesetzt wird, dürfte die Polarisierung weiter verschärfen. Die ersten Bewährungsproben folgen mit den Urnengängen am 6. und 20. September.
| Russische & GUS-Presse | +0.60 | aligned |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
The AfD consolidates its position despite external pressure, showing that political dissent cannot be silenced by street protests.
Protests are equated to an attempt at censorship, inverting the relationship between majority and minority: the party's legitimacy is asserted by contrasting it with the alleged illegitimacy of the demonstrations.
No mention is made of the content of the protests or the accusations of extremism against the AfD, which are central in Atlantic accounts.
German democracy is under attack from a far-right party that seeks to normalize intolerance, but citizens take to the streets to defend liberal values.
The threat is universalized: the AfD is not just a German party but a danger to the entire Western democratic order, and the protests become a bulwark against authoritarianism.
The electoral legitimacy of the AfD and the fact that it has gained popular support are not acknowledged, focusing only on extremist aspects.
The radical right-wing party holds its congress amid protests, confirming its presence but also its controversial position in the German political system.
A detached tone is adopted, presenting facts without emphasis, but with an implicit judgment of normalization: the AfD is a political actor like others, but the protests highlight its divisive nature.
The reasons for the protests and the specific positions of the AfD are not explored, maintaining a superficial description.
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