
Tödliche Badeunfälle in Berlin und Mailand – Ermittlungen zu Tierquälerei in Südamerika
Während in Europa zwei junge Menschen bei Badeausflügen ums Leben kamen, beschäftigen Fälle von Tierquälerei die Justiz in Brasilien und Argentinien.
In Berlin und Mailand sind innerhalb weniger Tage zwei junge Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Ein 17-jähriger Schüler ertrank in einem See im Berliner Ortsteil Zehlendorf, ein 28-jähriger Mann starb in der Nacht zum 3. Juli in einem städtischen Schwimmbad in Mailand. Beide Vorfälle ereigneten sich außerhalb der regulären Badezeiten beziehungsweise an unbeaufsichtigten Gewässern.
Der Berliner Schüler Emmanuel T. hatte sich am vergangenen Donnerstag mit Klassenkameraden an der Krummen Lanke aufgehalten. Nach Angaben der Familie war er ein trainierter Sportler und guter Schwimmer. Er verschwand unter der Wasseroberfläche; Freunde suchten vergeblich nach ihm und alarmierten die Feuerwehr. Kurz vor Eintreffen der Rettungskräfte wurde er treibend im Wasser entdeckt. Im Rettungswagen gelang zunächst eine Reanimation, doch der Jugendliche starb später im Krankenhaus. Die Familie vermutet Kreislaufprobleme, da er bei starker Hitze gelegentlich unter Nasenbluten gelitten habe. Ein Obduktionsergebnis steht noch aus.
In Mailand hatte der 28-jährige peruanische Staatsangehörige Alfredo Arustigue Encarnacion in der Nacht mit drei Begleitern den Zaun des geschlossenen Freibads „Guido Romano“ überwunden. Die Gruppe soll Alkohol konsumiert haben. Nach Darstellung der Polizei begab sich der Mann in den tieferen Bereich des Beckens und tauchte nicht wieder auf. Die drei Begleiter – ein Brasilianer, ein Mauritier und eine Kolumbianerin – entfernten sich, ohne Hilfe zu leisten; erst ein Passant wurde später alarmiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen unterlassener Hilfeleistung. Der 28-Jährige wurde noch vor Ort reanimiert, starb jedoch auf dem Transport ins Krankenhaus. Die genaue Todesursache – Ertrinken oder ein internistischer Notfall – ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Unabhängig davon haben Behörden in Südamerika mehrere Fälle von Tierquälerei bekannt gemacht. In Rio de Janeiro wurde ein 47-jähriger Mann angeklagt, nachdem Überwachungskameras zeigten, wie er seinen Pitbull im Meer ertränkte. Der Beschuldigte ist flüchtig. In der argentinischen Provinz Río Negro wird einem Mann vorgeworfen, mit einem Kleinkalibergewehr auf den Hund eines Nachbarn geschossen zu haben; das Tier überlebte. Ebenfalls in Argentinien, in Necochea, erstattete die Stadtverwaltung Anzeige gegen einen Influencer, der sich in sozialen Netzwerken als Tierfreund darstellte, jedoch von kommunalen Kameras dabei gefilmt wurde, wie er nachts in einem Park seine Hunde schlug und trat. Der Mann löschte anschließend seine Profile.
In sämtlichen Fällen dauern die Ermittlungen an. Während in Berlin das Obduktionsergebnis Klarheit über die Todesursache bringen soll, prüft die Mailänder Justiz das Verhalten der Begleiter. In den südamerikanischen Verfahren stehen die Beschuldigten vor Gerichtsverfahren wegen Verstößen gegen Tierschutzgesetze.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
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