
Todesfälle und Verletzte bei Gedränge während des Rath Yatra in Puri
Bei der jährlichen Wagenprozession in Odisha kam es zu einem Menschenandrang; die Angaben zu Opferzahlen und Ursachen gehen auseinander.
Bei der diesjährigen Rath Yatra, der großen Wagenprozession im ostindischen Puri (Bundesstaat Odisha), ist es am Donnerstag zu einem plötzlichen Menschenandrang mit Todesfolge gekommen. Nach übereinstimmenden Berichten örtlicher Behörden und Krankenhausquellen starb mindestens ein Gläubiger, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Polizei sprach von einer „crowd surge“, also einem plötzlichen Anschwellen der Menschenmenge, nicht von einer Massenpanik.
Die genaue Zahl der Opfer blieb zunächst unklar. Während das Büro des Ministerpräsidenten von zwei Todesfällen sprach – ein über 60-jähriger Mann sei an den Folgen von Atemnot gestorben, ein weiterer über 35-Jähriger erlag einem Herzstillstand –, meldeten andere offizielle Stellen zunächst nur ein Todesopfer. Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Personen schwankte in den Angaben: Die Polizei berichtete von 33 geretteten und erstversorgten Gläubigen, das Distriktkrankenhaus Puri nahm nach eigenen Angaben 78 Patienten stationär auf, ein Lokalpolitiker sprach von insgesamt 350 Behandlungsfällen, darunter auch leichtere Beschwerden. Viele der Betroffenen litten unter Atemnot, Erschöpfung und Dehydrierung, was von den Behörden auch auf den anhaltenden starken Regen zurückgeführt wurde.
Über die Bewertung des Vorfalls entbrannte eine politische Kontroverse. Die Regierung des Bundesstaates unter Ministerpräsident Mohan Charan Majhi wies Darstellungen einer Massenpanik entschieden zurück. Gesundheitsminister Mukesh Mahaling erklärte, es habe „keine Stampede“ gegeben, und bezeichnete Vorwürfe der oppositionellen Biju Janata Dal (BJD) als unbegründet. Die BJD um den früheren Ministerpräsidenten Naveen Patnaik hingegen kritisierte die Organisation des Festes scharf und forderte eine Entschädigung für die Hinterbliebenen. Unabhängige Beobachter verwiesen auf Videoaufnahmen, die verletzte Personen auf Tragen und chaotische Szenen zeigten.
Die Rath Yatra, bei der die Götterbilder aus dem Jagannath-Tempel auf riesigen Wagen durch die Stadt gezogen werden, zählt zu den größten religiösen Prozessionen weltweit. In diesem Jahr nahmen trotz heftiger Regenfälle nach Schätzungen der Behörden zwischen 800.000 und 900.000 Menschen teil. Die Wagenprozession wurde am Abend unterbrochen und soll am Freitag fortgesetzt werden. Die genaue Todesursache des älteren Opfers wird derzeit durch eine Obduktion geklärt. Die Ermittlungen zu den genauen Abläufen des Gedränges dauern an.
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Indien bestreitet die Massenpanik und führt die Todesfälle auf gesundheitliche Probleme zurück, wobei der reibungslose Ablauf des Festes betont wird.
Indem offizielle Aussagen in den Vordergrund gestellt und Augenzeugenberichte über Gedränge heruntergespielt werden, normalisiert die Erzählung das Ereignis als routinemäßigen medizinischen Vorfall.
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