
Telefonat zwischen Trump, Selenskyj und Macron nach G7-Gipfel signalisiert mögliche Wende
Der amerikanische Präsident spricht von bevorstehenden Veränderungen, während die G7-Staaten den Druck auf Russland erhöhen und Kiew auf Friedensschritte hofft.
Nach Abschluss des G7-Gipfels in Evian-les-Bains hat ein trilateraler Telefonat zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, US-Präsident Donald Trump und dem französischen Gastgeber Emmanuel Macron neue diplomatische Bewegung in den festgefahrenen Ukraine-Krieg gebracht. Selenskyj bezeichnete das Gespräch als „wichtige koordinierende Unterredung, die vieles verändern könnte“, und dankte Trump ausdrücklich für dessen „Aufmerksamkeit für die Ukraine und die Bereitschaft, den Frieden näher zu bringen“. Trump selbst hatte zuvor von einer „produktiven Konversation“ mit Selenskyj und einem „ausgezeichneten Telefonat“ mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin berichtet und hinzugefügt: „Etwas steht bevor.“
Der Gipfel der sieben führenden westlichen Industrienationen markierte in diesem Jahr einen deutlichen Kontrast zum Vorjahr, als Trump das Treffen vorzeitig verlassen hatte. Diesmal einigten sich die Staats- und Regierungschefs auf eine gemeinsame Abschlusserklärung, die Bundeskanzler Friedrich Merz als „harte Arbeit, aber einen Erfolg“ würdigte. Im Zentrum stand die Zusage, die militärische Unterstützung für Kiew – insbesondere bei der Luftverteidigung – fortzusetzen und den Druck auf die russische Kriegswirtschaft durch verschärfte Sanktionen zu erhöhen, die auch auf Einnahmen aus fossilen Brennstoffen abzielen. Aus Pariser Sicht betonte Macron, Trump habe zur Kenntnis genommen, dass Russland derzeit keinen Frieden wolle.
Aus Washingtoner Perspektive unterstrich Trump die asymmetrischen Verluste: Russland verliere mehr Soldaten, weil es die Offensive führe. Diese Einschätzung diente ihm als Argument für verstärkte Bemühungen um eine Verhandlungslösung. In Kiew wird die neue Gesprächsdynamik mit vorsichtigem Optimismus aufgenommen, bleibt doch die Sorge vor einem Diktatfrieden zulasten der Ukraine bestehen. Moskau äußerte sich zunächst nicht offiziell zu dem Telefonat mit Trump, doch die Bereitschaft des Kremls zu direkten Gesprächen mit Washington wird in europäischen Hauptstädten aufmerksam registriert.
Für Deutschland und seine europäischen Partner birgt die Entwicklung Chancen und Risiken. Die Geschlossenheit der G7 signalisiert anhaltende Unterstützung für die Ukraine, doch die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor: ob aus Trumps Ankündigung, „etwas werde geschehen“, tatsächlich ein belastbarer Verhandlungsrahmen erwächst. Entscheidend wird sein, ob die erhöhte Sanktionskulisse und die direkte Einbindung Moskaus in Gespräche mit Washington zu einer Deeskalation führen oder ob die russische Führung ihre Maximalforderungen aufrechterhält. Für Berlin, das als größter europäischer Unterstützer Kiews gilt, bleibt die Herausforderung, gemeinsam mit Paris und anderen Partnern eine europäische Stimme in einem möglicherweise von Washington dominierten Friedensprozess zu behaupten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Beim G7 in Evian zeigten die Staats- und Regierungschefs Einigkeit bei der Unterstützung der Ukraine und dem Druck auf Moskau. Trump führte produktive Gespräche mit Selenskyj und Putin und sagte, dass etwas passieren werde und Russland höhere Verluste erleide. Der Gipfel markiert eine Verschärfung der US-Haltung.
Die G7-Staats- und Regierungschefs begrüßten Trumps Wandel im Vergleich zum Vorjahresgipfel, als er vorzeitig abreiste. Im Mittelpunkt standen ein Abkommen mit dem Iran und Sanktionen, um Russland zum Frieden zu bewegen. Nach zähen Verhandlungen wurde eine gemeinsame Erklärung zu Ukraine und Russland verabschiedet.
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