
Ronaldinhos umstrittenes Comeback: Mit 46 zurück in die Serie C
Der brasilianische Weltmeister von 2002 schließt sich dem italienischen Drittligisten Ravenna an, doch die tatsächliche Spielbeteiligung des 46-Jährigen ist ungewiss.
Die Nachricht schlug am Rande der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA ein: Der 46-jährige Ronaldinho, brasilianische Ikone und Ballon-d’Or-Gewinner von 2005, plant ein Comeback beim italienischen Serie-C-Klub Ravenna FC. Elf Jahre nach seinem letzten Profieinsatz für Fluminense und sieben Jahre nach der offiziellen Verabschiedung aus dem Sport soll der Weltmeister von 2002 nun wieder das Trikot überstreifen. „Neue Farben, dasselbe Lächeln. Ich kann es kaum erwarten, wieder mit dem Ball zu tanzen“, zitierte die Gazzetta dello Sport den einstigen Barça-Star.
Italienische Medienberichte dämpften jedoch rasch die Erwartungen. Statt eines sportlichen Engagements handele es sich vor allem um eine Marketing-Operation des Klubpräsidenten Ignazio Cipriani, der seit Jahren eine Freundschaft zu Ronaldinho pflegt. Der Brasilianer werde nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen und allenfalls einen symbolischen Kurzeinsatz absolvieren, berichtete Il Fatto Quotidiano. Vizepräsident Ariedo Braida, der Ronaldinho 2008 zum AC Mailand lotste, ließ Raum für Spekulationen: „Er ist ein Phänomen, das Alter kennt keine Grenzen. Er wird einen Vertrag unterschreiben, aber ob er wirklich spielt, bleibt abzuwarten.“ Dass der Zwischenfall mit gefälschten Pässen in Paraguay und die jüngsten Verwicklungen in Krypto-Betrug seinen Ruf belasteten, tat der weltweiten Resonanz keinen Abbruch.
Ronaldinho selbst, der sich als WM-Botschafter in den USA aufhält, betont die emotionale Seite: „Fußball war immer eine Quelle der Freude für mich.“ In Miami, wo er am 23. Juni zusammen mit dem kolumbianischen Sänger Blessd und der Familie Cipriani offiziell vorgestellt werden soll, ist auch eine limitierte Trikot-Edition mit seinem Logo R10 geplant. Die Sonderedition unterstreicht den kommerziellen Charakter der Verpflichtung. Gleichzeitig wird erwartet, dass der Spieler Anteile am Klub erwirbt und langfristig als Markenbotschafter fungiert.
Für den 1913 gegründeten Klub, der seine Heimspiele im 12.000 Zuschauer fassenden Stadio Bruno Benelli austrägt und in der Vorsaison knapp am Aufstieg in die Serie B scheiterte, ist die Aktion ein beispielloser Werbecoup. Ignazio Cipriani, Hotelier und Enkel des Industriellen Raul Gardini, bezeichnete Ronaldinho als „Idol, dessen Einfluss weit über seine Leistungen auf dem Platz hinausreicht“. Aus brasilianischer Sicht bleibt die Rückkehr gelassen: Dort genießt der Weltmeister ohnehin Kultstatus. Deutsche Fußballbeobachter verfolgen das Comeback mit Skepsis, erinnern sie sich doch an ähnlich inszenierte Rücktritte wie jenen von Pelé im Jahre 1975.
Die offizielle Präsentation in Miami wird letzte Klarheit über das tatsächliche Engagement bringen. Schon jetzt steht fest: Ravenna nutzt den Glanz des Namens Ronaldinho, um internationale Aufmerksamkeit zu erzielen. Ob der alternde Superstar jemals wieder in einem Pflichtspiel der Serie C auflaufen wird, ist indes mehr als fraglich.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die italienische Presse behandelt die Verpflichtung als durchsichtigen Marketing-Gag. Sie merkt an, dass der 46-Jährige nur ein Freundschaftsspiel bestreiten wird, und tut dies als bloßen Werbetrick ab.
Südostasiatische Medien konzentrieren sich auf Ronaldinhos Weg vom Bankrott zum Reichtum. Sie betrachten seine Fußballrückkehr als unbedeutende Randnotiz und feiern seinen Erfolg als globaler Unternehmer.
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