Tau auf den Minaretten, Staub über dem Hochland: Ein Dienstag im Spiegel der Wetterämter
Während in Jakarta die ersten Tropfen auf die Dächer der Vororte fallen, bereiten sich die Emirate auf feuchte Nachtluft und Teheran auf aufwirbelnden Sand vor – ein Tag, erzählt aus den Bulletins der Meteorologen.
Am frühen Morgen, noch bevor die Stadt in ihren eigenen Lärm erwacht, liegt über den tausend Inseln nördlich von Jakarta ein feiner Schleier aus Regen. Die Meteorologische Station Kepulauan Seribu meldet um sieben Uhr leichten Niederschlag, während die Bewohner der Hauptstadt selbst unter einem Himmel aufbrechen, den die Behörde als „cerah berawan“ beschreibt – ein helles, von einzelnen Wolken durchzogenes Blau, das die Feuchtigkeit der Tropen für ein paar Stunden vergessen lässt. In den westlichen und südlichen Bezirken der Metropole, so die Prognose des BMKG, wird sich das Licht am Nachmittag brechen, und wer in Jakarta Selatan oder Jakarta Timur unterwegs ist, wird am Abend den vertrauten Geruch von nassem Asphalt wahrnehmen, wenn der angekündigte Regen einsetzt. Es ist ein Rhythmus, der den Alltag der Zwanzig-Millionen-Stadt ebenso prägt wie der Muezzinruf oder das Hupen der Bajajs.
Ganz anders die Vorhersage, die das Nationale Zentrum für Meteorologie in Abu Dhabi für den kommenden Tag veröffentlicht. Dort, an der westlichen Küste des Golfs, wird die Nacht zum Mittwoch feucht, und in den frühen Morgenstunden könnte sich Dunst oder leichter Nebel über die Küstenstreifen legen. Die Winde, schwach bis mäßig aus südöstlicher bis nordöstlicher Richtung, werden mit den aufziehenden Wolken auffrischen und Staub aufwirbeln – ein Phänomen, das die Seeleute im Arabischen Golf kennen, wenn die Geschwindigkeit auf bis zu vierzig Kilometer in der Stunde steigt. Die Gezeiten, präzise auf die Minute vorhergesagt, bestimmen den Takt der Fischer und Hafenarbeiter; das erste Hochwasser um 20:28 Uhr, das zweite um 08:09 Uhr, dazwischen die Ebbe, die den Meeresboden freilegt. Im Golf von Oman bleibt die See ruhig bis mäßig bewegt, ein Versprechen für die Dhau-Kapitäne, die ihre Ladung zwischen Maskat und den Emiraten transportieren.
Weit im Osten des indonesischen Archipels, in Sorong, der Hafenstadt an der Westspitze Papua Barat Daya, zeichnet die BMKG ein ähnlich differenziertes Bild. Während die Distrikte Maladum Mes und Malaimsimsa unter einem klaren, wolkenverhangenen Himmel liegen, werden die östlichen Viertel – Sorong Timur und Klaurung – von leichtem Regen heimgesucht. Die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von bis zu 98 Prozent, und die Temperaturen bewegen sich zwischen 23 und 31 Grad. Für die Stadt, die als Tor zu den Raja-Ampat-Inseln gilt, sind solche Vorhersagen nicht nur Alltagsinformation, sondern auch ökonomische Orientierung: Taucher und Touristenführer lesen aus den Bulletins ab, ob die Sicht unter Wasser klar bleibt oder ob Strömungen die Ausfahrten erschweren. Die lokalen Nachrichtenportale verbreiten die Daten in Tabellenform, Distrikt für Distrikt, als handele es sich um einen Wetteratlas für die unmittelbare Nachbarschaft.
Zur gleichen Zeit warnt die Meteorologische Organisation der Provinz Teheran vor einer anderen Gewalt der Natur. Über dem iranischen Hochland hat sich eine stabile Warmluftmasse festgesetzt, die die Temperaturen auf bis zu 39 Grad treiben wird. Am Nachmittag und Abend, so die Mitteilung, werden starke, in den südlichen und westlichen Landesteilen sogar sehr starke Winde aufkommen und Staub und Sand mit sich führen – eine Erscheinung, die den Himmel über der Hauptstadt in ein fahles Gelb tauchen kann. Für den Mittwoch sind in den Höhenlagen vereinzelte Gewitter und Regenschauer vorhergesagt, ehe am Donnerstag ein leichter Temperaturrückgang etwas Erleichterung bringen soll. Die Behörde veröffentlicht ihre Bulletins in nüchterner Prosa, doch zwischen den Zeilen lesen die Bewohner Teherans die Aufforderung, Fenster und Türen geschlossen zu halten und die empfindlichen Teppiche vor dem feinen Staub zu schützen, der durch jede Ritze dringt.
So entsteht, aus den Meldungen der Wetterdienste, ein Mosaik des Augenblicks: Während in Jakarta die Regenschirme aufgespannt werden und in den Emiraten die Luft über dem Meer zu flirren beginnt, blicken die Menschen in Sorong auf die Wolken über den Molukken und die Teheraner auf den Horizont, hinter dem der Staub bereits aufsteigt. Es sind die stillen, alltäglichen Gesten der Vorbereitung, die diese Orte verbinden – das Schließen eines Fensterladens, das Einholen eines Netzes, das prüfende Heben des Blicks zum Himmel, der an diesem Dienstag überall ein anderer ist und doch stets derselbe.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Wetterdienst beschreibt einen routinemäßigen Tag für die Hauptstadt: morgendliche Bewölkung, die nachmittags in Schauer übergeht, und ein feuchter Abend. Die Temperaturen liegen zwischen 23 und 33 Grad, jahreszeittypisch. Die Bewohner werden daran erinnert, in mehreren Bezirken mit leichtem Regen zu rechnen.
Das nationale Meteorologiezentrum sagt eine feuchte Nacht und einen feuchten Morgen voraus, mit Nebelwahrscheinlichkeit über einigen westlichen Küstengebieten. Es wehen leichte bis mäßige Winde, die gelegentlich Staub aufwirbeln, während die See ruhig bis mäßig bleibt. Die Bevölkerung wird gebeten, bei Nebel vorsichtig zu sein.
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