
Südamerikas Agrarboom: Rekorderträge und digitale Helfer auf dem Vormarsch
Brasilien erwartet eine historische Getreideernte, Argentinien meldet Höchststände bei Milch – und weltweit revolutionieren Drohnen, KI und neue Wirkstoffe die Landwirtschaft.
In Brasilien zeichnet sich für die Saison 2025/26 eine Rekordgetreideernte ab. Wie die staatliche Versorgungsgesellschaft Conab mitteilte, könnte die Produktion auf 358,6 Millionen Tonnen steigen – ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorzyklus. Begünstigt wird dies durch eine Ausweitung der Anbaufläche auf 83,5 Millionen Hektar und günstige Witterung. Auch im südlichen Nachbarland Argentinien registriert die Agrarwirtschaft historische Höchstwerte: Die Milchproduktion kletterte im ersten Jahresviertel um 9,3 Prozent auf den höchsten Stand seit 2015, die Exporte erreichten ein Vierzehnjahreshoch. Beide Länder profitieren von jahrelangen Investitionen in Genetik, Direktsaat und Professionalisierung, die die Produktion seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt haben.
Parallel dazu erlebt die Agrartechnik eine stille Revolution. In Brasilien hat sich die Zahl der in der Landwirtschaft eingesetzten Drohnen binnen vier Jahren von 3.000 auf 25.000 vervielfacht; zugleich überwachen im Bundesstaat São Paulo digitale Plattformen die Gesundheit von Rinderherden und reduzieren Fehler um 90 Prozent. Die unbemannten Fluggeräte versprühen punktgenau Pflanzenschutzmittel und Dünger – ein Ansatz, der laut der Forschungsanstalt Embrapa die Verluste durch das „Plattfahren“ der Pflanzen um bis zu sieben Prozent senkt. Argentinische Unternehmen wie Next Siembra und Agrometal haben jüngst Allianzen mit chinesischen Drohnenherstellern geschmiedet, um diese Technologie auch für Getreide und regionale Kulturen verfügbar zu machen. Selbst in Ghana kündigte das Landwirtschaftsministerium an, neben 40.000 Säcken Dünger auch Agrardrohnen an Kleinbauern zu verteilen – ein Zeichen, dass Präzisionslandwirtschaft kein Privileg der Industrienationen mehr ist.
Der Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit wird auch in der Pflanzenschutzmittelbranche sichtbar. BASF hat in Ägypten das Insektizid Efficon® mit dem neuartigen Wirkstoff Axalion® auf den Markt gebracht. Es zielt auf saugende Schädlinge in hochwertigen Kulturen ab, ist in Programme des integrierten Pflanzenschutzes einbettbar und gilt als Meilenstein im Resistenzenmanagement. Solche Innovationen sind nötig, denn der Klimawandel und sich verändernde Schädlingspopulationen erhöhen den Druck. In Argentinien blickt man unterdessen optimistisch auf das Jahr 2035: Dort sollen nachhaltige Intensivierung und technologischer Fortschritt die Produktion weiter steigern, ohne die natürlichen Ressourcen zu überfordern.
Abseits der großen Agrarmärkte zeigen Nischenkulturen die Vielfalt des Sektors. In Brasilien versorgen spezialisierte Grasfarmen die Fußballstadien des Landes mit hochwertigem Rasen – ein Geschäft, das in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf rund 25.000 Hektar angewachsen ist. Für deutsche und europäische Landtechnikhersteller bieten diese Entwicklungen Absatzchancen, doch sie verdeutlichen auch, wie sehr sich die Agrarproduktion global verlagert. Die Kombination aus Hightech und traditionellem Wissen könnte zum Modell für eine ertragreiche und zugleich ressourcenschonende Landwirtschaft werden – mit Folgen weit über Südamerika hinaus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The Latin American press exuberantly celebrates the new record grain harvest, attributing it to rapid adoption of cutting-edge agricultural technologies like drones, precision farming, and automation. They frame this as a triumph of modern agribusiness and a testament to the region's growing global competitiveness.
The sub-Saharan African press focuses on government-led initiatives to boost agricultural productivity, such as distributing fertilizer and solar boreholes to smallholder farmers. The narrative emphasizes state support and basic infrastructure rather than high-tech advances, portraying progress as a gradual, top-down process.
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