
WM-Auftakt: Algerien legt nach Messi-Tritt offizielle Beschwerde bei der FIFA ein
Die algerische Föderation kritisiert Schiedsrichter Marciniak und den VAR, weil Lionel Messi nach einem Tritt gegen Aïssa Mandi keine Rote Karte sah und zwei Ellbogenstöße ungeahndet blieben.
Argentinien eröffnete seine Titelverteidigung mit einem 3:0-Sieg über Algerien, der ganz im Zeichen von Lionel Messi stand. Der 38-jährige Kapitän erzielte alle drei Treffer (17., 60., 76. Minute) und zog mit Miroslav Klose als gemeinsamem Rekordtorschützen der WM-Geschichte gleich (16 Tore). Überschattet wurde die Partie jedoch von einer Szene in der 30. Minute: Messi traf den algerischen Spielführer Aïssa Mandi mit gestrecktem Bein und offener Sohle an der Wade. Schiedsrichter Szymon Marciniak (Polen) beließ es bei einer Spielunterbrechung ohne persönliche Strafe, der Videoassistent (VAR) griff nicht ein.
Die Fédération Algérienne de Football (FAF) reichte am Tag nach der Begegnung eine formelle Beschwerde bei der FIFA ein. Im Zentrum steht Messis Tritt, den der Verband als klare Rote Karte wertet. Zusätzlich moniert die FAF zwei Ellbogenstöße von Alexis Mac Allister gegen Ibrahim Maza und Anis Hadj Moussa, die ebenfalls ungeahndet blieben. „Wir sagen nicht, dass die argentinische Mannschaft nicht stark war, aber wir können angesichts von Ungerechtigkeiten nicht schweigen“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP eine Verbandsquelle. Man erwarte keine nachträgliche Ergebnisänderung, sondern eine Bewertung durch die FIFA-Schiedsrichterkommission.
Die algerische Empörung wird von Stimmen außerhalb Nordafrikas gestützt. Der frühere Bundesliga-Referee Patrick Ittrich bewertete die Szene bei MagentaTV als „Rote Karte“ und verwies auf vergleichbare Bundesliga-Fälle. Südafrikas Nationaltrainer Hugo Broos zog eine Parallele zur Drei-Spiele-Sperre seines Mittelfeldspielers Themba Zwane und nannte das Strafmaß „viel, viel, viel zu hart“. In algerischen Medien wurde zudem vermerkt, dass der VAR-Assistent aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammte und die FIFA-Schiedsrichterkommission ein argentinisches Mitglied hat – was Fragen nach möglichen Interessenkonflikten aufwarf, ohne dass sich daraus ein formeller Vorwurf ableitet. Die argentinische Presse konzentrierte sich derweil auf Messis historischen Dreierpack und die viral gegangene Aufnahme eines algerischen Jungen, der im Kreis seiner Familie die argentinischen Tore bejubelte.
Für den Ausgang der Partie bleibt die Beschwerde folgenlos. Artikel 9.6 des WM-Reglements erklärt Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters für endgültig und nicht anfechtbar. Algerien, das zum fünften Mal an einer Endrunde teilnimmt und erst 2014 das Achtelfinale erreichte, richtet den Blick nun auf die zweite Gruppenbegegnung gegen Jordanien. Argentinien trifft zeitgleich auf Österreich. Beide Partien werden zeigen, ob die nordafrikanische Mannschaft die Enttäuschung von Kansas City sportlich hinter sich lassen kann.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der klare 3:0-Sieg Argentiniens mit einem Messi-Hattrick steht im Mittelpunkt; die algerische Beschwerde wirkt wie ein vergeblicher Versuch, abzulenken. Die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen ändern nichts an der Einseitigkeit der Partie.
Dass Messi nach einem offenen Sohlen-Tritt keine Rote Karte sah, steht im Zentrum der algerischen Beschwerde. Der offizielle Protest bei der FIFA hebt einen Schiedsrichterfehler hervor, der das Spiel hätte kippen können.
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