
Waffenruhe im Libanon bringt US-iranische Atomgespräche zurück
Nach einer Eskalation mit Dutzenden Toten tritt eine Feuerpause in Kraft und öffnet den Weg für die zuvor abgesagten technischen Verhandlungen in der Schweiz über das Atomprogramm Teherans.
Am Freitagabend trat nach Vermittlung der USA und Katars sowie mit iranischer Unterstützung eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah in Kraft. Zuvor waren bei israelischen Luftschlägen nach libanesischen Angaben 47 Menschen getötet und 97 verletzt worden; auf israelischer Seite starben vier Soldaten. Mit der Feuerpause wurden die kurz zuvor abgesagten Gespräche zwischen Washington und Teheran im schweizerischen Bürgenstock wieder möglich. Laut Axios reiste der US-Sondergesandte Steve Witkoff unmittelbar darauf in die Schweiz, wo bereits Jared Kushner eingetroffen war; Irans Außenminister Abbas Araqchi wurde für Samstag erwartet.
US-Präsident Donald Trump erklärte in einem NBC-Interview, er habe Israel persönlich zur Zurückhaltung gedrängt. „You just gotta calm down sometimes and use your head“, wurde er zitiert, ohne anzugeben, ob er direkt mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesprochen hatte. Trump verteidigte zudem das unterzeichnete 60-tägige Übergangsabkommen und bestritt finanzielle Zugeständnisse an Teheran. Aus Teheran warnte Außenminister Araqchi, Washington sei für die Einhaltung aller Verpflichtungen verantwortlich, und der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah unterstrich, dass weitere Verhandlungen an eine umfassende Waffenruhe gebunden seien. Ein israelischer Offizieller erklärte, die Armee bleibe im südlichen Libanon stationiert: „Wenn Hisbollah uns nicht angreift, ist es für uns keine Zeit des Krieges.“
Die Waffenruhe ist ein zentrales Element des am Mittwoch unterzeichneten Memorandums zwischen den USA und Iran, das eine sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen und eine 60-tägige Frist für Verhandlungen über das Atomprogramm, Sanktionen und die Straße von Hormus vorsieht. Das Schweizer Außenministerium bestätigte, dass die Gespräche in Bürgenstock verschoben, aber nicht aufgehoben seien. Nach der Feuerpause stabilisierten sich die Rohölpreise und die Schifffahrt durch die Meerenge nahm zu; die iranische Hafenbehörde kündigte einen Verzicht auf Durchfahrtsgebühren während der Verhandlungsphase an.
Das US-Außenministerium teilte mit, Außenminister Marco Rubio habe mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun über die Entwaffnung der Hisbollah und die Stärkung der Souveränität gesprochen; vom 23. bis 25. Juni sind israelisch-libanesische Verhandlungen in Washington geplant. Der Konflikt hat nach US-Angaben mindestens 7000 Menschenleben gefordert und die Energiemärkte belastet. Ob das fragile Arrangement hält, wird von den technischen Gesprächen in der Schweiz und der Einhaltung der Waffenruhe trotz israelischer Truppenpräsenz im Südlibanon abhängen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Trump-Regierung drängte Israel zu einer Waffenruhe mit der Hisbollah, doch die Bedingungen werden weithin als Zugeständnis an den Iran gesehen. Das Abkommen stieß bei Sicherheits-Hardlinern auf scharfe Kritik, die argumentieren, es schwäche Israels Position und belohne Aggression.
Präsident Trump griff persönlich ein, um Israel zu einer Waffenruhe zu drängen, und beanspruchte die Anerkennung für die Rettung des Abkommens. Sein unverblümter Rat – 'beruhige dich und benutze deinen Kopf' – wird als Geniestreich gefeiert, der die US-iranische Diplomatie am Leben hielt und den Weg für regionale Stabilität ebnete.
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