
Ukrainische Drohnenangriffe auf Moskau stören russische Ölversorgung und Sicherheitsnarrativ
Während Kiew mit massiven Drohnenschwärmen die Hauptstadt trifft, attackiert Moskau weiter Wohngebiete in Charkiw und Saporischschja; Verhandlungen liegen brach.
In der Nacht zum Donnerstag flog die Ukraine ihren nach eigenen Angaben größten Drohnenangriff auf Moskau seit Kriegsbeginn. Hunderte unbemannte Flugkörper durchdrangen die gestaffelte Luftabwehr der Hauptstadt und setzten eine große Ölraffinerie im Südosten der Stadt in Brand – bereits das zweite Mal innerhalb einer Woche. Die russischen Behörden meldeten eine getötete Achtjährige, zeitweise mussten Flughäfen schließen. Gleichzeitig intensivierte Russland seine Angriffe auf die ostukrainischen Städte Charkiw und Saporischschja, wobei mindestens sechs Zivilisten starben. Die gegenseitigen Schläge markieren eine neue Eskalationsstufe in dem seit über vier Jahren andauernden Krieg.
Aus ukrainischer Sicht sind die Angriffe Teil einer Strategie, den Krieg in das russische Hinterland zu tragen und die Kriegswirtschaft empfindlich zu treffen. Laut Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums hat Kiew die Produktion von Langstreckendrohnen massiv ausgeweitet; bis zu zehn Modelle mit Reichweiten von zweitausend Kilometern und darüber stehen zur Verfügung. Sie zielen systematisch auf Ölraffinerien und Logistikzentren, um die Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte zu unterbrechen und die Bevölkerung den Preis des Krieges spüren zu lassen. Analysten weisen darauf hin, dass dieser Ansatz auch darauf abzielt, das implizite Sicherheitsversprechen des Kremls zu untergraben – jenes Stabilitätsabkommen, das Präsident Putin seit Jahren als Legitimationsgrundlage dient. In arabischen Medien wird die psychologische Wirkung auf die Moskauer Eliten hervorgehoben; erste Anzeichen von Unmut seien nicht mehr zu übersehen.
Moskau hingegen betont die Wirksamkeit der eigenen Luftverteidigung. Trotz des Durchbruchs zählte das Verteidigungsministerium 216 abgeschossene Drohnen allein in der Nacht zum Donnerstag. Kreml-Sprecher Peskow sprach von einer sehr hohen Effektivität und wies auf die verheerenden russischen Angriffe auf ukrainische Städte hin. Er kündigte weitere Schläge an. Experten der schwedischen und britischen Verteidigungsforschung sehen jedoch fundamentale Schwächen: Die russischen Systeme, oft älteren Datums, seien gegen moderne Drohnenschwärme nicht ausgelegt. Aufnahmen von Soldaten, die in Moskau von einer Ausfallstraße mit tragbaren Flugabwehrraketen schossen, deuten laut Analyse des Royal United Services Institute auf eine improvisierte und stellenweise chaotische Reaktion hin. Die durch Sanktionen beschränkte Zufuhr moderner Elektronik erschwere die dringend nötige Modernisierung.
Die Eskalation trifft auf diplomatische Starre. Die von den USA vermittelten Gespräche liegen faktisch auf Eis; zuletzt verlängerte die EU die Sanktionen gegen Russland um ein Jahr. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz rücken energie- und sicherheitspolitische Fragen erneut in den Vordergrund – etwa die Gefahr von Versorgungsengpässen bei Öl oder die Belastung der internationalen Rechtsordnung durch anhaltende Angriffe auf zivile Infrastruktur. Während Kiew parallel eine Roboterarmee für die Front aufbaut, um Menschenleben zu schonen, bereitet sich Moskau laut westlichen Geheimdiensten auf eine neue Sommeroffensive vor. Die nächste große Verhandlungsrunde unter US-Vermittlung ist für die kommenden Wochen angekündigt, doch die Vorzeichen deuten auf weitere Härteproben.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The Ukrainian drone strikes on Moscow are strategically designed to undermine the security narrative that has sustained Putin's internal stability. By hitting the heart of the capital, Kyiv aims to shake the elite's confidence in the Kremlin's ability to protect them. The long-term goal is to create fractures in the regime's support base.
The Ukrainian drone attack exposed the disorganization of Russian air defenses, with soldiers scrambling to shoot down drones from highways. The chaos and confusion in Moscow's response highlight a systemic failure in protecting key infrastructure. This breach raises serious questions about the effectiveness of Russia's military posture.
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