
Stoxx 600 auf Rekordhoch: Zinshoffnungen und Sektorrotation treiben europäische Aktien
Schwächere US-Arbeitsmarktdaten und fallende Ölpreise dämpfen Zinserhöhungsängste und verleihen zyklischen Werten Auftrieb, während die Wall Street feiertagsbedingt pausiert.
Der paneuropäische Leitindex Stoxx 600 hat am Freitag bei stark reduzierter Liquidität ein neues Rekordhoch von 652,84 Punkten erreicht und die Woche mit einem Plus von 2,68 Prozent abgeschlossen. Auch der deutsche Leitindex DAX markierte mit 25.779 Zählern einen historischen Höchststand. Auslöser der breiten Kursgewinne war ein am Vortag veröffentlichter US-Arbeitsmarktbericht, der mit einem unerwartet schwachen Stellenzuwachs die Erwartung nährte, die Federal Reserve werde von einer baldigen Zinserhöhung absehen. In der Folge verschoben Terminmärkte die erste vollständig eingepreiste Zinsanhebung vom Oktober auf den Dezember.
Die fehlende Orientierung durch die feiertagsbedingt geschlossenen US-Börsen führte zu dünnen Handelsvolumina, was die Ausschläge in Europa verstärkte. Gestützt wurde die positive Stimmung zusätzlich durch einen Rückgang der Rohölpreise, die wieder auf das Niveau vor der Eskalation im Nahen Osten fielen. Aus Londoner Sicht betonte Mohit Kumar, Europa-Chefökonom von Jefferies, die US-Konjunktur bleibe zwar robust, doch die Arbeitsmarktzahlen rechtfertigten keine Straffung. Entscheidender für den weiteren Kurs der Fed seien ohnehin die Inflationsdaten der kommenden Monate.
Innerhalb des europäischen Aktienmarktes vollzog sich eine deutliche Rotation. Anleger schichteten aus den zuletzt hochbewerteten Technologiewerten in zyklische Sektoren um. Industrietitel, Banken und Finanzdienstleister verzeichneten die stärksten Wochengewinne. Der deutsche Industriekonzern Siemens legte 2,6 Prozent zu, nachdem das Analysehaus Kepler Cheuvreux die Aktie von „Neutral“ auf „Kaufen“ hochgestuft hatte. Auch der europäische Verteidigungssektor rückte um 0,63 Prozent vor. Händler in Frankfurt und Paris verwiesen auf die anhaltenden russischen Angriffe auf die Ukraine, die Erwartungen an steigende Rüstungsausgaben und Produktionskapazitäten schürten.
Aus asiatischer Perspektive profitierte der Technologiesektor ebenfalls von der Erholung, nachdem südkoreanische Speicherchip-Hersteller wie SK Hynix und Samsung Electronics zulegten. Beobachter in Tokio sahen den Yen derweil in einer volatilen Seitwärtsbewegung, da Spekulationen über eine mögliche Intervention der japanischen Notenbank aufgrund der geringen Marktliquidität zunahmen. Der Dollar-Index DXY notierte kaum verändert bei 100,84 Punkten.
Der Blick richtet sich nun auf die beginnende Berichtssaison, die Aufschluss darüber geben soll, ob die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur tatsächlich in Gewinne münden. Zugleich bleibt die geldpolitische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank im Fokus, nachdem Terminmärkte für dieses Jahr Zinserhöhungen von insgesamt 23 Basispunkten einpreisen.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.20 | neutral |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.40 | aligned |
| Chinesische Presse | +0.20 | neutral |
Europäische Indizes erreichen neue Rekorde, angetrieben durch Technologie- und Verteidigungsgewinne und niedrigere Zinserwartungen.
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Europäische Märkte reiten auf einer Welle des Optimismus, während die Fed Zinserhöhungen zurückhält und KI-Bedenken nachlassen, was die Indizes auf neue Höchststände treibt.
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