
„Beschützer, mein Zuhause“: Bollywood-Hochzeiten zwischen Familienritual und stiller Eleganz
Während in Mumbai der Monsun niedergeht, zelebrieren Aamir Khan und die Kapoors private Feste, die Tradition und neue Nähe vereinen – ein Einblick in den Wandel des Familienideals im indischen Kino.
In dem von Kerzen und pastellfarbenen Blumenarrangements geschmückten Wohnzimmer seiner Bandra-Residenz ergriff Gauri Spratt die Hand von Aamir Khan, um ihr Ehegelübde zu sprechen. „I, Gauri Spratt, take Aamir Khan, my protector, my shelter, as my lawful husband.“ Der Augenblick, gefilmt von einem Familienmitglied und später von Lekha Washington auf Instagram geteilt, zeigt den 61-jährigen Bollywood-Star, wie er ihre Hand küsst – ein leises, intimes Versprechen vor etwa 150 Gästen, darunter die Kinder beider Partner und enge Vertraute wie Regisseur Ashutosh Gowariker und Cricketspieler Irfan Pathan. Wenige Kilometer entfernt, in einem anderen Haushalt der Filmstadt, tanzte am selben Wochenende Rohan Thakkar für seine Verlobte Anshula Kapoor zu den Klängen von „Mehndi Laga Ke Rakhna“ – ein Überraschungsauftritt, den die Halbschwestern Janhvi und Khushi Kapoor als Teil eines von ihnen geplanten Mehendi-Abends arrangiert hatten. Beide Feste, die standesamtliche Eheschließung Khans und die Vorfreude der Kapoors auf die Hochzeit am 6. Juli, offenbaren eine bemerkenswerte Choreografie der Privatheit: Die Kameras der Außenwelt bleiben draußen, während die eigenen Bilder bewusst in die sozialen Netzwerke getragen werden.
Khans dritte Ehe – nach jenen mit Reena Dutta (1986–2002) und der Regisseurin Kiran Rao (2005–2021) – wirkt wie ein bewusster Gegenentwurf zum Pomp früherer Bollywood-Hochzeiten. Der Schauspieler hatte im Vorfeld von einer „sehr einfachen registrierten Ehe zu Hause“ gesprochen, und das veröffentlichte Pressefoto entspricht dieser Ankündigung: Aamir im cremefarbenen Kurta, Gauri im elfenbeinfarbenen Lehenga, beide unterzeichnen das Register, umringt von Kindern, die sich über den Tisch beugen – eines von ihnen noch im Fußballtrikot. Die Speisekarte, so berichten indische Medien, wurde vollständig von den Söhnen und Töchtern zusammengestellt. Diese Geste unterstreicht eine familiäre Dynamik, die sich durch Khans Biografie zieht: Reena Dutta und Kiran Rao, seine früheren Ehefrauen, arbeiten weiterhin mit ihm in der gemeinsamen Stiftung Paani Foundation und produzieren Filme – Laapataa Ladies, Kiran Raos letzter Erfolg, entstand als Koproduktion von Kindling Productions und Aamir Khan Productions. Khans wiederholtes Bekenntnis, sich mit Gauri „settled“ zu fühlen, meint weniger ein bürgerliches Ankommen als eine Neujustierung des Zusammenhalts, bei der getrennte Wege nicht in Brüche, sondern in neue Formen des Miteinanders münden.
Die Kapoor-Feierlichkeiten wiederum lesen sich wie ein lebendiges Familienalbum der jüngeren Generation. Arjun Kapoor, der Bruder der Braut, erschien im grünen Outfit, das auf Anshulas Garderobe abgestimmt war; Sonam Kapoor teilte Clips von einer Live-Tabla-Performance und einer mit Ringelblumen umkränzten Kulisse. Orry, der unermüdliche Dokumentarist der Bollywood-Geselligkeit, posierte mit Khushi und Janhvi Kapoor. Auffällig ist, wie organisch die Grenzen zwischen Privatheit und öffentlicher Persona verschwimmen: Während Khans Hochzeit jede Form von Live-Übertragung verweigerte und selbst die Fotografen vor dem Haus nur eine gefaltete Hände-Geste des Gastgebers erhielten, lieferte die Kapoorsche Mehendi-Zeremonie über Instagram-Stories einen nahezu in Echtzeit konsumierbaren Strom an Impressionen. Beide Wege aber werden von derselben Grammatik getragen: Die Inszenierung gehört nicht mehr allein dem großen Studio, sondern einem wendigen Netzwerk aus Familienmitgliedern, die selbst entscheiden, was sichtbar wird.
Aus europäischer Perspektive mögen solche Feiern zunächst wie das vertraute Spiel von Prominenz und Publikum wirken. Doch die gelebte Ko-Elternschaft, die in Khans Fall sogar die Ex-Frauen nicht ausschließt, sondern sie als Mitgestalterinnen seiner Produktionsfirma und Feiern integriert, widerspricht gängigen Vorstellungen von gescheiterten Ehen. Während in Deutschland, Österreich oder der Schweiz die Trennung prominenter Paare meist das Ende gemeinsamer Projekte markiert, scheint die indische Filmfamilie hier andere narrative Räume zu erschließen. Die Hochzeit mit Gauri Spratt, einer 47-jährigen Unternehmerin aus Bengaluru, die einen Sohn mit in die Beziehung bringt, materialisiert eine Idee von Patchwork, die weniger auf Brüche als auf Anschlüsse setzt. Dass Aamir Khan seinen Geburtstag im März 2025 nutzte, um Gauri der Presse als „Partnerin“ vorzustellen, und dass sie inzwischen in seiner Produktionsfirma mitarbeitet, verrät viel über die Verschränkung von Liebe und Werk.
Während der Monsunregen auf Mumbais Palmen prasselte, tanzte das neuvermählte Paar, gefilmt von Irfan Pathan, zu einer leisen, nur von wenigen Gästen umgebenen Melodie. Am nächsten Tag trat Aamir Khan, noch immer in weißer Bandhgala und Dhoti, vor das Tor, um Raj Thackeray zu verabschieden, und grüßte mit gefalteten Händen die draußen wartende Meute der Fotografen. Es war eine Geste, die Vertrautheit und Distanz zugleich ausdrückte – und die leise Gewissheit, dass auch die dritte Ehe kein Ende, sondern den nächsten Anfang einer lebenslangen Inszenierung bedeutet.
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
| Arabische Golfpresse | +0.70 | aligned |
We report these weddings as part of our cultural fabric: quiet, traditional, and familial.
By focusing on familiar rituals and guest lists, the coverage normalizes celebrity weddings as extensions of ordinary Indian ceremonies.
It downplays the media frenzy and star status, omitting the commercial aspects and exclusive deals surrounding these events.
We view this wedding as a closure: after two failures, a third attempt at marriage.
By repeatedly referencing the two previous marriages, the coverage frames the current wedding as a corrective measure, implying a pattern.
It omits the intimate and celebratory atmosphere of the ceremony, focusing only on the numerical aspect of marriages.
We celebrate this union as a stylish, high-profile event that retains warmth and privacy.
By detailing the star-studded guest list and the intimate home setting, it creates a narrative of exclusive access and understated luxury.
It leaves out any mention of previous marriages or personal histories, focusing solely on the present ceremony.
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