
Nach WM-Aus: Steve Clarke tritt als schottischer Nationaltrainer zurück
Der erfolgreichste Coach der schottischen Fußballgeschichte beendete unmittelbar nach dem bestätigten Vorrunden-Aus bei der WM 2026 seine siebenjährige Amtszeit.
Als Kroatien am Samstagabend Ghana mit 2:1 bezwang und damit Schottlands letzte Hoffnung auf das Achtelfinale zunichte machte, handelte Steve Clarke rasch. Nur eine Stunde nach dem Abpfiff veröffentlichte der schottische Verband die Rücktrittserklärung des 62-Jährigen. In einem offenen Brief dankte er seinen Spielern, ohne die es die gemeinsamen Erinnerungen seit 2019 nicht gäbe. Er wünschte seinem Nachfolger Glück und verließ noch in der Nacht das Teamquartier in Charlotte.
Die schottische Nationalelf war mit einem 1:0-Auftaktsieg gegen Haiti vielversprechend in das Turnier gestartet, unterlag dann jedoch Marokko mit 0:1 und Brasilien deutlich mit 0:3. Mit drei Punkten und einer Tordifferenz von minus drei blieb nur eine Außenseiterchance, als einer der acht besten Gruppendritten weiterzukommen. Nachdem Südafrika und Ecuador überraschend gewannen und Kroatien seinen Pflichtsieg einfuhr, war das Schicksal besiegelt.
Clarke hatte die Mannschaft 2019 übernommen, als Schottland seit 21 Jahren kein großes Turnier mehr erreicht hatte. Unter seiner Führung qualifizierte sich das Team für die Europameisterschaften 2021 und 2024 sowie für die erste Weltmeisterschaft seit 1998. Im Mai erst verlängerte der Verband seinen Vertrag bis 2030 – ein Zeugnis des Vertrauens in eine Arbeit, die Schottland aus Topf vier an die Spitze einer WM-Qualifikationsgruppe führte. Verbandschef Ian Maxwell würdigte den „unbestreitbaren Fortschritt“ und dankte Clarke für seinen rekordbrechenden Beitrag. Aus schottischer Sicht markiert der Rücktritt das Ende einer prägenden Ära, auch wenn der ganz große Turniererfolg ausblieb.
Mit dem sofortigen Abschied beginnt für den schottischen Verband die Suche nach einem neuen Nationaltrainer, der den eingeschlagenen Weg fortsetzen und die Mannschaft zu weiteren großen Turnieren führen soll. Für die Tausenden mitgereisten „Tartan-Army“-Fans, die in den USA für farbenfrohe Kulissen sorgten, bleibt die Enttäuschung über ein frühes Aus, an das sich schon kurz darauf die Dankbarkeit für gemeinsame Reisen und wiedergewonnene internationale Präsenz heftete.
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