
Sterling unter Druck: Starmer-Rücktritt und die Suche nach fiskalischer Verlässlichkeit
Die Ankündigung des britischen Premierministers, zurückzutreten, lässt das Pfund auf Mehrmonatstiefs fallen; Investoren fordern von seinem voraussichtlichen Nachfolger Andy Burnham Klarheit über den Haushaltskurs.
Die Ankündigung von Premierminister Keir Starmer, bis September zurückzutreten und den Weg für eine neue Labour-Führung freizumachen, hat das Pfund Sterling am Montag auf Mehrmonatstiefs gedrückt. Die britische Währung fiel um bis zu 0,4 Prozent auf 1,318 Dollar und notierte damit nahe dem tiefsten Stand seit März. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen (Gilts) verharrten bei 4,85 Prozent, unweit ihrer Höchstmarken seit der Finanzkrise 2008. Im Optionsmarkt stieg die Bereitschaft, sich gegen kurzfristige Wechselkursschwankungen abzusichern, gegenüber dem Freitag spürbar an.\n\nGroßbritannien weist bereits die höchsten Finanzierungskosten unter den G7-Staaten auf – eine Folge hoher Staatsverschuldung, jahrelangen schwachen Wachstums und anhaltenden Ausgabendrucks etwa im Verteidigungsbereich. Die erneute politische Unsicherheit verstärkt die Risikoaufschläge, die internationale Anleger seit dem Brexit-Votum für britische Anlagen verlangen. Der voraussichtliche Nachfolger Andy Burnham, früherer Bürgermeister von Manchester, gilt als links von Starmer positioniert. Er hat zugesagt, sich an die strengen Fiskalregeln von Finanzministerin Rachel Reeves zu halten, doch Investoren verlangen belastbare Belege. Jeremy Stretch, Leiter G10-Währungsstrategie bei CIBC in London, unterscheidet zwischen einer reibungslosen „Krönung“ Burnhams und einem offenen Machtkampf: Ein Wettbewerb könnte Kandidaten zu fiskalischen Versprechen verleiten, die die Märkte verunsichern würden.\n\nLondoner Analysten bewerten die Lage unterschiedlich. Lee Hardman von MUFG sieht in Burnhams beruhigenden Signalen eine kurzfristige Begrenzung der Abwärtsrisiken für Pfund und Gilts. George Buckley von Nomura verweist auf die zentrale Frage, wen Burnham zum Schatzkanzler ernennen und wie er seine Finanzpolitik ausgestalten würde. Mohit Kumar von Jefferies hält sich von langlaufenden Gilts fern und setzt auf eine steilere Renditekurve, da er weitere Volatilität am langen Ende erwartet. Julian Howard von GAM verweist auf die strukturellen Belastungen: Die Staatsverschuldung liegt bei nahezu 94 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das Haushaltsdefizit bei rund 5 Prozent, und die Sozialausgaben für Langzeitarbeitslosigkeit und Krankheit steigen weiter an. Schon 2016 hatte der damalige Notenbankgouverneur Mark Carney die Abhängigkeit von der „Freundlichkeit fremder Gläubiger“ thematisiert.\n\nDie Kandidaturen für die Labour-Führung können vom 9. bis 16. Juli eingereicht werden. Bis zur parlamentarischen Sommerpause soll Klarheit über die Person des nächsten Premierministers herrschen. Für die Märkte wird entscheidend sein, ob Burnham oder ein Herausforderer konkrete und glaubwürdige fiskalische Leitlinien vorlegt. Die Entwicklung der Gilt-Renditen und die Volatilität des Pfundes bleiben die unmittelbaren Gradmesser.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Das Pfund gab nach und die britischen Kreditkosten stiegen leicht, nachdem Premierminister Starmer seinen Rücktritt angekündigt hatte und den Anlegern keine Klarheit über die Wirtschaftspläne des nächsten Regierungschefs bot. Da Andy Burnham als klarer Favorit gilt, richten die Märkte den Blick auf fiskalische Verlässlichkeit bei ohnehin hoher Verschuldung und schwachem Wachstum.
Starmer's Rücktritt stürzt das Vereinigte Königreich in eine weitere Phase politischer Unsicherheit, das Pfund fiel auf Jahrestiefststände. Das Land steuert nun auf seinen siebten Premierminister innerhalb eines Jahrzehnts zu und lässt das Chaos wieder aufleben, das der erdrutschartige Sieg der Labour-Partei eigentlich beenden sollte.
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