
SAS ordert 40 Airbus-Langstreckenjets und zementiert Kopenhagens Rolle als Drehkreuz
Die skandinavische Fluggesellschaft investiert mehr als zehn Milliarden Dollar in ihre größte Flottenerneuerung und verlagert das Wachstum fast vollständig nach Kastrup.
Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat am Dienstag die Bestellung von bis zu 40 Großraumflugzeugen der Airbus-A330-Familie bekannt gegeben. Mit einem Listenpreis von über zehn Milliarden Dollar handelt es sich um die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Die Maschinen sollen die Langstreckenflotte modernisieren und die Kapazität am Drehkreuz Kopenhagen-Kastrup in den kommenden fünf Jahren mindestens verdoppeln. Nach Berechnungen des Unternehmens könnten durch die Expansion bis 2030 rund 25.000 Arbeitsplätze in der Öresundregion, in Dänemark und im übrigen Skandinavien entstehen, etwa 4.000 davon im südlichen Schweden.
Die strategische Neuausrichtung ist eine direkte Folge der Eigentümerstruktur, die aus der 2024 abgeschlossenen Reorganisation nach Chapter-11 hervorging. Die französisch-niederländische Air-France-KLM-Gruppe hält inzwischen 60,5 Prozent an SAS, der dänische Staat ist mit rund 26 Prozent beteiligt, während sich Schweden und Norwegen vollständig zurückgezogen haben. SAS-Chef Anko van der Werff bezeichnete Kastrup als das natürliche interkontinentale Tor Skandinaviens und verwies auf die begrenzten Wachstumsmöglichkeiten der Air-France-KLM-Drehkreuze in Paris und Amsterdam. Die Fluggesellschaft will künftig auch Ziele in Afrika und Südamerika anfliegen.
Aus Kopenhagener Sicht festigt die Entscheidung die Stellung des Flughafens als dominierender Knotenpunkt Nordeuropas. Der Flughafenbetreiber CPH Airport, der sich zu 98 Prozent in dänischem Staatsbesitz befindet, hat jährliche Investitionen von über drei Milliarden Kronen für Terminalerweiterungen, Wartungshallen und Passagierabfertigung angekündigt. In Schweden wird die Entwicklung dagegen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Malmös Kommunalpolitikerin Katrin Stjernfeldt Jammeh (S) begrüßte die erwarteten Arbeitsplätze und die verbesserte Anbindung für Unternehmen in Südschweden. Aus Stockholmer Perspektive hingegen warnt der Flugverkehrsexperte Jan Ohlsson, dass Arlanda „furchtbar ins Hintertreffen“ gerate und schwedische Passagiere künftig häufiger in Kopenhagen umsteigen müssten.
Für den deutschsprachigen Raum verändert die Aufwertung Kastrups die Drehkreuzlandschaft im Ostseeraum. Kopenhagen wird als Umsteigepunkt für Langstreckenflüge aus Norddeutschland und dem westlichen Ostseeraum attraktiver, während die Direktanbindung ab Stockholm an Gewicht verliert. Die bestellten A330-900neo-Modelle sollen zudem den Treibstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen gegenüber Vorgängermodellen um etwa 25 Prozent senken und sind für den Betrieb mit bis zu 50 Prozent nachhaltigem Flugkraftstoff zertifiziert.
Der nächste konkrete Schritt ist der Ausbau der Terminal- und Wartungskapazitäten in Kastrup, dessen Zeitplan SAS-Chef van der Werff als das eigentliche Risiko des Vorhabens bezeichnete. Parallel läuft das Verfahren zur wettbewerbsrechtlichen Genehmigung der vollständigen Integration von SAS in die Air-France-KLM-Gruppe. Die Auslieferung der ersten neuen Langstreckenjets wird in den kommenden Jahren erwartet, einen genauen Zeitplan nannte das Unternehmen nicht.
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Der Großauftrag von SAS wird als Triumph für die Öresundregion gefeiert, der Tausende Arbeitsplätze verspricht. Doch die Fokussierung auf Kopenhagen wirft einen Schatten auf Arlanda und lässt befürchten, dass Schweden zu einem Nebendrehkreuz mit mehr Zwischenstopps herabgestuft wird.
Die skandinavische Fluggesellschaft hat 18 Airbus A330neo bestellt, um ihre Flotte zu erneuern und internationale Strecken auszubauen. Der Deal wird als strategischer Schritt zur Steigerung der Langstreckenkapazität dargestellt, ohne auf den regionalen Hub-Wettbewerb einzugehen.
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