
Ukraine weist russische Behauptung über Einnahme von Kostjantyniwka entschieden zurück
Während Moskau die Einnahme der strategisch wichtigen Stadt im Donbass als großen Erfolg feiert, spricht Kiew von einer „russischen Lüge“ und hält an der Verteidigung fest.
Am Freitag meldete die russische Militärführung gegenüber Präsident Wladimir Putin die vollständige Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka. Am Samstag wies die ukrainische Führung dies als Falschmeldung zurück. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf der Plattform X, es handele sich um „eine weitere russische Lüge, einen Versuch, irgendeine Nachricht zu generieren“. Der ukrainische Generalstab teilte mit, Einheiten des 19. Armeekorps führten weiterhin Verteidigungsoperationen innerhalb der Stadt und an ihren Zugängen durch. Aus Moskauer Sicht hingegen ist die Stadt ein zentraler Verkehrs- und Industrieknotenpunkt im Donbass, dessen Kontrolle Generalstabschef Waleri Gerassimow als „Befreiung“ eines der wichtigsten Verteidigungszentren des Gegners im befestigten Raum Slowjansk-Kramatorsk-Kostjantyniwka bezeichnete.
Die widersprüchlichen Darstellungen betreffen einen Ort von erheblicher operativer Bedeutung. Kostjantyniwka bildet den südlichsten Eckpfeiler einer Kette aus vier stark befestigten Städten, die den ukrainischen „Festungsgürtel“ in der Region Donezk tragen. Westlichen Militäranalysten zufolge würde eine russische Kontrolle über die Stadt den Streitkräften Moskaus einen Ansatzpunkt bieten, um entlang dieser Verteidigungslinie nach Norden in Richtung der Ballungsräume Kramatorsk und Slowjansk vorzustoßen – derzeit die Hauptachse der russischen Offensive. Die russische Seite hatte bereits in den vergangenen Monaten wiederholt von Teilerfolgen in dem Stadtgebiet berichtet, ohne dass sich die Lage unabhängig verifizieren ließ.
Aus Kiewer Sicht ist die Behauptung Moskaus Teil einer gezielten Desinformationskampagne. Selenskyj verband sein Dementi mit einer an Putin gerichteten Herausforderung: Stünde die Stadt tatsächlich unter russischer Kontrolle, hätte der Kremlchef wohl kein Problem, ihn dort zu einem Treffen zu empfangen, um einen diplomatischen Ausweg aus dem Krieg zu suchen. Der ukrainische Generalstab räumte ein, dass kleine russische Infanteriegruppen in die eigenen Gefechtsformationen eingedrungen seien, betonte jedoch, dass Gegensabotage-Maßnahmen liefen und die Lage unter Kontrolle der ukrainischen Verteidigungskräfte bleibe.
Die Auseinandersetzung um Kostjantyniwka fällt in eine Phase intensivierter wechselseitiger Angriffe auf die Infrastruktur des Gegners. In der Nacht zum Samstag griffen ukrainische Drohnen nach Behördenangaben ein Ölterminal in Sankt Petersburg sowie Hafenanlagen in der Region Leningrad an; Selenskyj sprach von Schlägen gegen Infrastruktur, die den russischen Krieg finanziere. Putin wiederum forderte, die massiven koordinierten Schläge gegen den militärisch-industriellen Komplex der Ukraine müssten fortgesetzt werden, und kündigte eine Ausweitung der Sicherheitszone auf angrenzendem Territorium an. Eine unabhängige Bestätigung der Lage in Kostjantyniwka steht weiterhin aus; die Frontlinie bleibt in diesem Abschnitt dynamisch und von widersprüchlichen Verlautbarungen geprägt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Ukraine weist die russische Behauptung, Kostiantynivka eingenommen zu haben, entschieden zurück und bezeichnet sie als Lüge und Propagandaversuch. Präsident Selenskyj und der Generalstab betonen, dass die Stadt weiterhin unter ukrainischer Kontrolle steht und Verteidigungsoperationen laufen. Die Erzählung verwirft die russische Ankündigung als falsch und unterstreicht die ukrainische Widerstandsfähigkeit.
Russland verkündet die vollständige Einnahme von Kostiantynivka, Präsident Putin lobt die strategische Bedeutung des Sieges. Die Stadt wird als vollständig unter russischer Kontrolle beschrieben, und das Militär wird für seinen Erfolg gelobt. Keine ukrainische Dementi wird erwähnt, was die Einnahme als vollendete Tatsache darstellt.
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