
Ronald Koeman tritt nach Niederlage gegen Marokko als Bondscoach zurück
Nach dem Aus im WM-Achtelfinale gegen Marokko verkündete der 63-Jährige seinen Rücktritt – auch aus persönlichen Gründen.
Weniger als 24 Stunden nach dem überraschenden Ausscheiden der Niederlande im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 hat Ronald Koeman sein Amt als Bondscoach niedergelegt. In einer persönlichen Mitteilung auf Instagram übernahm der 63-Jährige die volle Verantwortung für das Scheitern und deutete zugleich an, seine Trainerlaufbahn möglicherweise ganz zu beenden. „Niemand ist enttäuschter als ich. Als Cheftrainer trägt man diese Verantwortung“, schrieb Koeman, der die Entscheidung eigenen Angaben zufolge noch in der Nacht nach der Partie getroffen hatte.
Die Niederlande waren im Estadio BBVA in Monterrey durch einen Treffer von Cody Gakpo in der 72. Minute in Führung gegangen, kassierten jedoch in der ersten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich durch Issa Diop. Nach torloser Verlängerung musste das Elfmeterschießen entscheiden, in dem Justin Kluivert, Quinten Timber und Crysencio Summerville an Marokkos Torhüter Yassine Bounou scheiterten. Marokko verwandelte drei seiner fünf Versuche und zog mit einem 3:2 nach Penaltys in das Achtelfinale ein, wo es auf Kanada trifft.
Die taktische Ausrichtung Koemans, der gegen Marokko auf eine Fünferkette setzte und seiner Mannschaft nur rund 30 Prozent Ballbesitz zugestand, löste heftige Kritik aus. Aus schwedischer Perspektive warf der frühere Ajax-Profi Zlatan Ibrahimovic dem Trainer vor, die Identität des niederländischen Fußballs verraten zu haben: „Er hat mit einer Identität verloren, die nicht die der Niederlande ist.“ In den Niederlanden selbst sprachen Medien von einer Abkehr von der „holländischen Schule“ und warfen Koeman vor, mit einer defensiven Mentalität das Turnier beendet zu haben. Der Trainer verteidigte seine Entscheidungen und erklärte, er würde sie wieder so treffen.
Neben der sportlichen Enttäuschung verwies Koeman auf persönliche Gründe für seinen Rücktritt. Seine Ehefrau Bartina kämpft seit Jahren gegen eine Krebserkrankung. „Die vergangenen Jahre haben mich wieder erkennen lassen, dass es Wichtigeres gibt als Fußball. Gesundheit ist unbezahlbar“, schrieb er. Der niederländische Verband KNVB dankte Koeman für seinen Einsatz und kündigte an, die Suche nach einem Nachfolger mit der nötigen Sorgfalt anzugehen, da bereits im September die Nations League beginnt. Verbandsdirektor Nigel de Jong räumte ein, das Ziel Halbfinale und der Anspruch auf den Titel seien deutlich verfehlt worden.
Die KNVB verurteilte zudem rassistische Anfeindungen in den sozialen Medien gegen die drei fehlgeschossenen Elfmeterschützen und kündigte an, strafrechtliche Schritte zu prüfen. Koemans Rücktritt reiht sich in eine Serie von Trainerabgängen während dieses Turniers ein: Zuvor hatten bereits Sabri Lamouchi (Tunesien), Steve Clarke (Schottland), Myung-bo Hong (Südkorea), Miroslav Koubek (Tschechien) und Marcelo Bielsa (Uruguay) ihre Posten verlassen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die kontinentaleuropäische Presse stellt das Ausscheiden der Niederlande als totales Fiasko dar, hebt das desaströse Elfmeterschießen hervor und Koemans Rücktritt als unvermeidliche Konsequenz. Ein Ton der Schadenfreude durchzieht die Berichterstattung, wobei der Trainer für ein Scheitern büßt, das wie eine Abrechnung wirkt. Das frühe Aus wird als Makel auf einem ohnehin wackligen technischen Projekt geschildert.
Südostasiatische Medien berichten mit Distanz über den Rücktritt und beschränken sich auf eine trockene Chronik der Fakten: das 1:1-Unentschieden, die Niederlage im Elfmeterschießen und die Instagram-Ankündigung. Die Nachricht wird als schlichtes Sport-Update behandelt, ohne emotionale Betonung oder Wertung. Der Fokus liegt auf der Abfolge der Ereignisse und der Verantwortungsübernahme des Trainers.
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