
Rasant steigende KI-Ausgaben treiben Inflation und stürzen Halbleiteraktien in den Bärenmarkt
Während Milliarden in Rechenzentren fließen, warnen Notenbanken vor Preisauftrieb und Ökonomen vor Erosion der Steuerbasis – neue Regulierungen in Australien und schärfere Prüfungen in den USA sind in Vorbereitung.
Die Aktienmärkte erlebten in der vergangenen Woche eine scharfe Korrektur im Technologiesektor: Der Philadelphia Semiconductor Index verlor über 20 Prozent gegenüber seinem Juni-Höchststand und fiel damit in den Bärenmarkt. Gleichzeitig überholte Apple den Chiphersteller Nvidia erneut als wertvollstes Unternehmen der Welt. Diese Verschiebung spiegelt eine wachsende Skepsis der Anleger gegenüber der bisherigen Engführung auf unmittelbare KI-Gewinner wider und rückt die Inflationsrisiken des massiven Infrastrukturausbaus in den Vordergrund.
Hinter den Kursverlusten steht ein Paradoxon: Die gewaltigen Ausgaben für Rechenzentren – Goldman Sachs spricht von einem möglichen Volumen von 5,3 Billionen Dollar in den nächsten Jahren – treiben kurzfristig die Preise für Chips, Energie und spezialisierte Arbeitskräfte in die Höhe. So beklagen Bauunternehmen in den USA einen eklatanten Mangel an Elektrikern und Klimatechnikern; die Lohnkosten im gewerblichen Bereich stiegen binnen zwei Jahren regional um bis zu 18 Prozent. Das Federal Reserve hat diesen Effekt in jüngsten Sitzungsprotokollen explizit als inflationstreibend benannt. Gleichzeitig sorgt ein neues chinesisches Open-Source-Modell namens Kimi K3, das bei vergleichbarer Leistung deutlich günstiger angeboten wird, für zusätzlichen Preisdruck auf etablierte Anbieter und nährt Zweifel an der Profitabilität der westlichen KI-Investitionen.
Während Investmentbanken an der Wall Street von einem „Superzyklus" sprechen und Rekordeinnahmen aus Börsengängen und Anleiheplatzierungen verzeichnen, formiert sich internationaler Widerstand gegen ungebremstes Wachstum. Der Internationale Währungsfonds erörterte in einer vertraulichen Sitzung die Gefahr, dass KI die Steuerbasis von Lohnsteuern aushöhlen könnte. Sechzehn Nobelpreisträger und über 200 Ökonomen verlangten in einem offenen Brief staatliche Rahmenbedingungen, um massive Arbeitsplatzverluste abzufedern. In den USA prüft die Federal Trade Commission zudem, ob gesponserte Ergebnisse in KI-Assistenten Verbraucher täuschen. In Australien kündigte die Regierung an, den Einsatz automatisierter Entscheidungen durch Behörden strenger zu regulieren und KI-Unternehmen einer digitalen Sorgfaltspflicht zu unterwerfen.
In den nächsten Tagen entscheiden die Quartalszahlen von Alphabet und Tesla darüber, ob die Korrektur an den Technologiebörsen anhält oder neues Vertrauen in die Ertragskraft des KI-Sektors kehrt. Gleichzeitig bleibt die Zinspolitik des Federal Reserve angesichts der inflationsbedingten Unsicherheit ein zentraler Faktor für die weitere Entwicklung.
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
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| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Golfpresse | −0.30 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
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