
Nordkorea erklärt seinen Nuklearstatus für unumkehrbar und warnt vor Eskalation
Pjöngjang weist alle Abrüstungsforderungen zurück und kündigt Gegenmaßnahmen gegen die wachsende nukleare Bedrohung durch die USA, Japan und Südkorea an.
Nordkorea hat seinen Status als Atommacht für unumkehrbar erklärt und damit jede Hoffnung auf eine nukleare Abrüstung der koreanischen Halbinsel begraben. In einer am Sonntag von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung wies ein Sprecher des Außenministeriums die jüngsten Forderungen der USA und ihrer Verbündeten nach einer Denuklearisierung als „leere Rhetorik“ zurück. Die Position Pjöngjangs als Nuklearstaat sei „unumkehrbar“, und die Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea könnten diese Realität nicht ändern. Die Erklärung folgte auf ein trilaterales Treffen der drei Länder in Tokio, bei dem sie erneut ihre Entschlossenheit bekräftigt hatten, auf eine vollständige Denuklearisierung Nordkoreas hinzuwirken.
Aus Pjöngjanger Sicht ist das Atomwaffenprogramm essenziell für das Überleben des Regimes. Bereits Anfang Juni hatte Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, die Politik als „rote Linie, die nicht überschritten werden darf“ bezeichnet. Die neue Erklärung geht noch einen Schritt weiter: Nordkorea kündigte „militärische und technische Gegenmaßnahmen auf allen Ebenen“ an, um auf die wachsende nukleare Bedrohung durch die USA, Japan und Südkorea zu reagieren. Beobachter in Seoul und Tokio werten dies als klare Absage an jede Form von Verhandlungen über einen Abbau des nordkoreanischen Atomarsenals.
Die Verschärfung des Tonfalls aus Pjöngjang fällt in eine Phase intensivierter diplomatischer und militärischer Aktivitäten in der Region. China, der wichtigste Verbündete Nordkoreas, hat seine militärische Kooperation mit dem Nachbarland ausgebaut. Bei einem Besuch von Präsident Xi Jinping in Pjöngjang Anfang Juni stand die Stärkung der bilateralen Militärbeziehungen im Mittelpunkt – begleitet vom chinesischen Verteidigungsminister, was als klares Signal an Washington gewertet wurde. Gleichzeitig vertieft Nordkorea seine Beziehungen zu Russland. In einer Botschaft zum russischen Nationalfeiertag am 12. Juni bekräftigte Kim Jong Un die „unerschütterliche Unterstützung“ für Moskaus Politik und sprach von einer „neuen Ära der kameradschaftlichen Allianz“. Experten sehen darin den Versuch, die Beziehungen über eine bloße Transaktionspartnerschaft hinaus zu einer festen Militärallianz zu entwickeln.
Aus Washingtoner Perspektive stellt die Achse Pjöngjang–Peking–Moskau eine wachsende strategische Herausforderung dar. Die USA haben ihre Sicherheitsgarantien für Südkorea und Japan zuletzt bekräftigt und unter anderem den Verkauf von Luft-Luft-Raketen an Seoul genehmigt. Doch die nordkoreanische Führung zeigt sich unbeeindruckt. Die Ankündigung von Gegenmaßnahmen auf allen Ebenen lässt befürchten, dass Pjöngjang seine Nukleardoktrin weiter verschärfen und möglicherweise neue Waffentests durchführen könnte. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die als Teil der internationalen Gemeinschaft an der nuklearen Nichtverbreitung festhalten, bedeutet die Entwicklung eine weitere Erosion des globalen Abrüstungsregimes. Die Aussicht auf eine dauerhafte nukleare Teilung der koreanischen Halbinsel rückt näher – mit unabsehbaren Folgen für die Sicherheitsarchitektur in Ostasien und darüber hinaus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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North Korea declares the denuclearization issue closed, rejecting Western pressure. The regime emphasizes its sovereign right to cooperate with Russia and reiterates the irreversible nature of its nuclear status. Joint threats from the US, Japan, and South Korea are dismissed as ineffective provocations.
Pyongyang rejects joint statements by Seoul and Washington on denuclearization, asserting its nuclear status is irreversible. North Korea criticizes trilateral military drills and reiterates cooperation with Russia as a sovereign right. The international community remains concerned about escalation.
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