
Pilot des Absturzes auf Pekings höchstes Gebäude litt unter Angstzuständen und Suizidgedanken
Die Behörden in Peking erklärten, der 66-jährige Pilot habe in seinem Tagebuch mehrfach den Wunsch geäußert, sein Leben zu beenden; der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit des Luftraums auf.
Am Abend des 26. Juni stürzte ein einmotoriges Leichtflugzeug vom Typ Sunward SA 60L Aurora in den CITIC Tower, das mit 528 Metern höchste Gebäude Pekings. Der 66-jährige Pilot, ein geschiedener und alleinlebender Mann mit Nachnamen Liu, kam dabei ums Leben. Nach Angaben der Bezirksregierung von Chaoyang wurden 13 Menschen am Boden verletzt, keine der Verletzungen war lebensbedrohlich; ein Opfer wurde bereits aus dem Krankenhaus entlassen.
Sechs Tage nach dem Vorfall veröffentlichten die Behörden erste Ermittlungsergebnisse. Demnach litt Liu seit Jahren unter Schlaflosigkeit und Angstzuständen. In seinem Tagebuch fanden sich mehrfach Einträge, in denen er den Wunsch äußerte, sein Leben zu beenden. Die Bezirksregierung stufte den Vorfall als „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit aus persönlichen Gründen“ ein. Liu hatte 2021 eine Sportpilotenlizenz und 2024 eine Privatpilotenlizenz erworben. Am Unglückstag startete er von einem Flugplatz im Vorortbezirk Pinggu, absolvierte zunächst einen begleiteten Flug und wich dann bei einem Alleinflug von der genehmigten Flugzone ab, bevor der Kontakt abbrach.
Flugverfolgungsdaten, die von mehreren internationalen Medien ausgewertet wurden, deuten auf eine brenzlige Situation kurz vor dem Aufprall hin: Demnach geriet das Leichtflugzeug in die Anflugschneise des Pekinger Hauptstadtflughafens und näherte sich einem Airbus A330 der Hainan Airlines bis auf 457 Meter. Die Passagiermaschine musste den Landeanflug abbrechen und rasch an Höhe gewinnen. Diese Darstellung wurde von den chinesischen Behörden bislang nicht offiziell bestätigt.
Der Vorfall hat in Peking eine Debatte über die Sicherheit des stark regulierten Luftraums ausgelöst. Der CITIC Tower liegt nur etwa sieben Kilometer vom Regierungsviertel Zhongnanhai entfernt, über dem eine permanente Flugverbotszone besteht. Beobachter in Peking wiesen darauf hin, dass die strengen Auflagen für die allgemeine Luftfahrt – Flugpläne müssen am Vortag eingereicht werden, Überflüge urbaner Gebiete sind untersagt – den Alleinflug eigentlich hätten verhindern müssen. Die Behörden machten hierzu keine Angaben.
Die Ermittlungen dauern an. Die offizielle Darstellung konzentriert sich auf die persönliche Verfassung des Piloten; technisches Versagen oder ein Sicherheitsleck wurden nicht thematisiert. Die 13 Verletzten befinden sich nach Behördenangaben nicht in Lebensgefahr.
| Chinesische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
No voice: the bloc did not cover the event.
The absence of coverage is itself an editorial choice, but no narrative frame can be analyzed.
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