
Paris und Rom planen Koalition für die Zeit nach dem UNIFIL-Mandat im Libanon
Präsident Macron und Ministerpräsidentin Meloni kündigten eine Initiative an, um nach dem Auslaufen des UN-Mandats Ende 2026 einen Sicherheitsrahmen zu schaffen, der die libanesische Armee stärken soll.
Frankreich und Italien haben nach einem bilateralen Treffen ihre Absicht bekundet, eine multinationale Koalition für die Phase nach dem Ende der UN-Interimstruppe im Libanon (UNIFIL) zu bilden. Der libanesische Präsident Joseph Aoun begrüßte die Initiative umgehend. Das Mandat der seit 1978 im Südlibanon stationierten Blauhelme läuft nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrats vom August 2025 am 31. Dezember 2026 aus. Aus Pariser und römischer Sicht soll die neue Koalition, die in Abstimmung mit der Europäischen Union und den Vereinten Nationen entstehen soll, ein Sicherheitsvakuum verhindern und verhindern, dass libanesisches Territorium zur Plattform regionaler Eskalation wird.
In Beirut wertete Präsident Aoun den Vorstoß als aufrichtigen Ausdruck internationalen Engagements für die Souveränität und Stabilität des Landes. Er bekräftigte, die libanesische Armee sei die einzige wirkliche Garantie für die Sicherheit des Südens und die nationale Souveränität, und zeigte sich offen für jede internationale Formel, die die Fähigkeiten der Streitkräfte stärke und eine Instrumentalisierung des Landes für regionale Spannungen unterbinde. Nach Angaben der Vereinten Nationen stößt eine fortgesetzte Friedensmission hingegen auf Widerstand aus Washington und Jerusalem. UN-Generalsekretär Guterres hatte zuvor drei Optionen für eine Nachfolgepräsenz mit einem Umfang von knapp 2.000 bis über 5.500 Personen vorgelegt, die weiterhin die Waffenruhe überwachen und die libanesischen Streitkräfte unterstützen sollen.
Die Initiative befindet sich nach Angaben aus Paris und Rom in einem vorbereitenden Stadium. Ein konkretes Mandat, eine Truppenstärke oder ein operativer Zeitplan wurden nicht bekannt gegeben. Erörtert wird die Möglichkeit einer internationalen Konferenz, die potenzielle Beitragsstaaten, die EU, die UN und die libanesische Führung zusammenbringen soll. Die künftige Koalition dürfte sich auf die Unterstützung der libanesischen Armee, Beobachtungsaufgaben, Sicherheitskoordination und die Stabilisierung des Grenzgebiets konzentrieren. Das Ende der UNIFIL-Mission fällt in eine Region, die durch ungelöste Spannungen zwischen Israel, der Hisbollah und dem libanesischen Staat geprägt ist. Die Resolution 1701 des Sicherheitsrats von 2006, die eine Entwaffnung der Hisbollah und ihren Rückzug hinter den Litani-Fluss vorsieht, wurde von der Miliz nie umgesetzt.
Für europäische Truppensteller wie Deutschland und Österreich, die sich an UNIFIL beteiligen, wirft der geplante Übergang Fragen nach der künftigen Sicherheitsarchitektur an der östlichen Mittelmeerflanke auf. Die UN-Mission umfasst derzeit rund 7.500 Soldaten aus fast 50 Staaten. Frankreich und Italien zählen zu den größten Kontingentgebern. Der Vorstoß spiegelt aus Sicht europäischer Diplomaten das Bestreben wider, einen geordneten Übergang zu gewährleisten und ein Machtvakuum zu vermeiden, das irreguläre Akteure begünstigen könnte. Die weiteren Beratungen im Sicherheitsrat sowie die geplante internationale Konferenz sollen die Konturen der Nachfolgeregelung bis zum Ablauf des Mandats Ende 2026 klären.
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Paris und Rom ergreifen die Initiative, um die Zukunft des Libanon nach der UNIFIL zu gestalten, und schlagen eine multinationale Koalition vor, um ein gefährliches Sicherheitsvakuum zu vermeiden. Die bei einem bilateralen Gipfel angekündigte Initiative zielt darauf ab, die libanesische Souveränität und seine Streitkräfte zu stärken. Die beiden europäischen Hauptstädte betonen die Dringlichkeit, einen überstürzten Abzug zu verhindern, der die Region destabilisieren könnte.
Moskau betrachtet den französisch-italienischen Vorstoß für eine Post-UNIFIL-Koalition mit Vorsicht und interpretiert ihn als westlichen Versuch, die Sicherheitsarchitektur im Libanon außerhalb des UN-Rahmens umzugestalten. Russische Beobachter warnen, dass die Umgehung des UN-Mandats den internationalen Konsens untergraben und den Libanon zu einem Brennpunkt regionaler Eskalation machen könnte. Der Vorschlag wird als riskantes Unterfangen dargestellt, das die Spaltungen vertiefen statt das Land zu stabilisieren droht.
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