
Paramount setzt Fusion mit Warner Bros. bis 2027 aus
Paramounts Übernahme von Warner Bros. Discovery für 110 Milliarden Dollar wird nach Kartellklagen von US-Staaten und Drehbuchautoren bis mindestens 2027 aufgeschoben – mit täglichen Strafzahlungen von 7 Millionen Dollar.
Die Paramount Skydance hat am Freitag vor einem kalifornischen Bundesgericht zugesagt, die 110 Milliarden Dollar schwere Fusion mit Warner Bros. Discovery bis Juni 2027 oder bis zu einem früheren Urteil in den anhängigen Kartellverfahren auszusetzen. Zuvor hatte Richterin Araceli Martínez-Olguín eine einstweilige Verfügung erlassen, die den Zusammenschluss vorläufig blockiert, weil sie „ernsthafte Fragen“ zur Wettbewerbswidrigkeit sieht. Die ursprünglich bis zum 30. September geplante Transaktion wird damit faktisch auf unbestimmte Zeit verschoben.
Zwölf von Demokraten regierte US-Bundesstaaten, angeführt von Kalifornien und New York, hatten am 13. Juli Klage eingereicht. Sie argumentieren, der Zusammenschluss würde den Wettbewerb in der Film- und Fernsehbranche erheblich einschränken und zu höheren Preisen für Kinokarten und Kabelanschlüsse führen. Konkret kontrolliere das fusionierte Unternehmen rund 27 Prozent des Kinofilmvertriebs und über 30 Prozent der großen Blockbuster-Premieren. Auch die Drehbuchautorengewerkschaft WGA schloss sich mit einer eigenen Klage an und warnt vor massivem Arbeitsplatzabbau.
Für Paramount wird die Verzögerung teuer. Ab Oktober muss das Unternehmen den WBD-Aktionären eine tägliche Ausgleichszahlung („ticking fee“) von 25 Cent je Aktie leisten, was sich auf etwa 7 Millionen Dollar pro Tag summiert. Sollte sich das Verfahren bis zum Juni 2027 hinziehen, könnten Strafzahlungen von über 1,9 Milliarden Dollar fällig werden. Paramount selbst wertet die Aussetzung dennoch als taktischen Erfolg, da sie einen zügigen Prozess auf Basis der Beweislage erzwinge und die Möglichkeit böte, die Wettbewerbsvorteile der Fusion vor Gericht zu beweisen.
Die politischen Implikationen sind nicht zu übersehen. David Ellison, Chef von Paramount und Sohn des Oracle-Gründers Larry Ellison, gilt als Unterstützer Donald Trumps. Kritiker befürchten, unter dem Dach von Paramount könnte der Nachrichtensender CNN, der zu WBD gehört, an redaktioneller Unabhängigkeit verlieren. Während das US-Justizministerium und die EU-Kommission – letztere unter Auflagen – grünes Licht gaben, zeigt der Widerstand der Bundesstaaten, dass die zentrale kartellrechtliche Hürde auf nationaler Ebene liegt. Das nächste Etappenziel ist eine Entscheidung in der Hauptsache, die laut früheren Fällen etwa acht Monate dauern dürfte – ein Zeitraum, der die finanzielle Belastung für Paramount weiter in die Höhe treiben würde.
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