
Trump macht Wiederaufnahme des Kriegs gegen Iran von vollständiger Erfüllung seiner Forderungen abhängig
Nach einer Feuerpause signalisiert Washington Härte, während Oman in Teheran vermittelt und eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht steht.
Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Militäroperationen gegen Iran in vollem Umfang wiederaufzunehmen, sollten die Vereinigten Staaten in den laufenden Gesprächen nicht „hundert Prozent“ ihrer Forderungen durchsetzen. In einem Interview mit dem französischen Sender LCI erklärte Trump am Samstag, eine Rückkehr zum Krieg sei dann „mit Sicherheit“ die Folge. Die Äußerung fiel in eine Phase, in der die US-Streitkräfte ihre Angriffe nach dreizehn Tagen ununterbrochener Operationen auf Anordnung des Präsidenten vorübergehend eingestellt hatten, um – so das Weiße Haus – Raum für Diplomatie zu schaffen.
Aus Washingtoner Sicht ist die Feuerpause keine Änderung der Strategie, sondern eine kalkulierte taktische Unterbrechung. Das Nachrichtenportal Axios berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, die Streitkräfte hielten Pläne für großangelegte Kampfhandlungen bereit und könnten binnen kurzer Frist erneut losschlagen. Gegenüber seinen europäischen Verbündeten, denen er zurief, sie seien „glücklich, mich als Freund zu haben“, betonte Trump zugleich eine transaktionale Erwartungshaltung. Die Vereinigten Staaten, so die Botschaft, würden einen dauerhaften Verhandlungserfolg nur bei vollständiger Erfüllung ihrer Sicherheitsinteressen und der freien Schifffahrt akzeptieren.
Auf iranischer Seite warnte ein Sprecher der Revolutionsgarden in einem Gespräch mit der Agentur Tasnim, die Zahl der getöteten US-Soldaten seit der Verletzung des islamabader Abkommens liege bei über 200 – eine nicht unabhängig verifizierbare Angabe. Israelische Quellen meldeten unterdessen, der iranische Führer Mojtaba Chamenei verfolge in den Verhandlungen eine harte Linie, was ein Einlenken erschwere. Parallel treibt das Sultanat Oman seine Vermittlung voran: Regionale Kreise sprachen gegenüber Axios von Fortschritten bei Gesprächen über eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus; eine Vereinbarung zwischen Maskat und Teheran könne noch am Wochenende zustande kommen.
Auslöser der jüngsten Eskalation war die Wiederaufnahme amerikanischer Angriffe am 7. Juli 2026, nachdem die USA Iran für Attacken auf Schiffe nahe der Straße von Hormus verantwortlich gemacht und das islamabader Memorandum verletzt hatten. Eine Seeblockade, die am 14. Juli erneut in Kraft gesetzt worden war, verschärfte die Lage zusätzlich. Mit der nun verordneten Feuerpause und der omanischen Initiative bietet sich eine diplomatische Gelegenheit, doch die von Trump gesetzte Maximalforderung lässt wenig Raum für Kompromisse. Ob sich die Gefahr eines umfassenden Kriegs abwenden lässt, dürfte sich in den kommenden Tagen bei den weiteren Gesprächen in Teheran entscheiden.
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