
Paraguay deklariert Feiertag nach Elfmeterdrama gegen Deutschland
Nach dem überraschenden Sieg im Achtelfinal-Äquivalent der WM 2026 erklärt Präsident Santiago Peña den 30. Juni zum nationalen Ruhetag – die zweite derartige Maßnahme eines südamerikanischen Landes nach einem Erfolg über die DFB-Elf in diesem Turnier.
Die Sensation trug sich in der Nacht zum Dienstag im Gillette Stadium von Foxborough zu: Paraguay bezwang den viermaligen Weltmeister Deutschland im Elfmeterschießen mit 4:3 und zog in das Achtelfinale der auf 48 Teams erweiterten Weltmeisterschaft 2026 ein. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden – Julio Enciso brachte die Südamerikaner in der 42. Minute in Führung, Kai Havertz glich in der 54. Minute per Kopf aus. In der Verlängerung schien Jonathan Tah in der 102. Minute den Siegtreffer für die deutsche Mannschaft erzielt zu haben, doch der Schiedsrichter nahm das Tor nach Videobeweis zurück, weil ein deutscher Angreifer den paraguayischen Torhüter Orlando Gill regelwidrig blockiert hatte. Im anschließenden Strafstoßschießen verschossen mit Havertz, Nick Woltemade und Tah gleich drei deutsche Schützen, während Paraguay alle seine Versuche verwandelte und den ersten Sieg einer deutschen Mannschaft in einem WM-Elfmeterschießen überhaupt besiegelte.
Aus südamerikanischer Perspektive markiert der Erfolg die Wiederauferstehung einer Fußballnation, die zuletzt 2010 an einer Weltmeisterschaft teilgenommen und damals das Viertelfinale erreicht hatte. Präsident Santiago Peña reagierte noch in der Nacht mit einem Dekret, das den folgenden Tag zum nationalen Feiertag erklärte. „Heute feiert ein ganzes Land den Sieg einer Mannschaft, die den tiefsten Kern unserer Identität verkörpert: den Kampfgeist, den Glauben und die Kraft eines Volkes, das niemals aufgibt“, schrieb Peña auf der Plattform X. In der Hauptstadt Asunción versammelten sich Tausende spontan vor dem Pantheon der Helden, Autokorsos zogen durch das Zentrum. Paraguays Trainer Gustavo Alfaro kommentierte die Maßnahme mit den Worten: „Ein nationaler Feiertag – das ist selten. Wunderbar, welche Macht der Fußball hat.“ Paraguay ist nach Ecuador bereits der zweite südamerikanische Staat, der während dieses Turniers nach einem Sieg über Deutschland einen Feiertag ausrief; Ecuador hatte in der Gruppenphase mit 2:1 gewonnen und daraufhin einen Ruhetag verfügt.
In Deutschland hingegen löste das frühe Ausscheiden eine schonungslose Selbstanalyse aus. Kapitän Joshua Kimmich erklärte nach der Partie: „Wir sind im Moment keine Mannschaft. Wir haben alle drei letzten Spiele verpatzt, und das gegen Gegner, die nicht zur Weltklasse zählen. Unser Ausscheiden ist gerecht.“ Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisierte die Aberkennung des Treffers in der Verlängerung scharf und sprach von einem „Skandal“. Die Niederlage beendete eine bemerkenswerte Serie: Nie zuvor hatte eine deutsche Nationalmannschaft ein WM-Elfmeterschießen verloren; der letzte Fehlschlag datierte aus dem EM-Finale 1976 gegen die Tschechoslowakei.
Für Paraguay geht der Weg im Turnier nun gegen den Sieger der Partie Frankreich gegen Schweden weiter. Bereits 2010 war die Albirroja unter die letzten Acht vorgestoßen – eine Marke, die nun erneut in Reichweite liegt. Die deutsche Elf hingegen reist vorzeitig ab und muss die Aufarbeitung eines Turniers beginnen, das nach der Gruppenphase mit sechs Punkten und Platz eins noch vielversprechend begonnen hatte.
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| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
Paraguay feiert seinen epischen Sieg: Der Präsident erklärt einen Nationalfeiertag und das Volk vereint sich in einem Stolzrausch.
Die Nachricht wird durch den Präsidialakt gerahmt, der ein Sportereignis in einen Moment nationaler Einheit und kollektiver Identität verwandelt.
Der arabische Bericht lässt die Kontroverse um das aberkannte deutsche Tor und alle Spieldetails außer dem Ergebnis aus und konzentriert sich ausschließlich auf die festliche Reaktion.
Das Spiel endete 1:1; Paraguay zog im Elfmeterschießen weiter. Kein weiterer Kontext ist nötig.
Der Bericht reduziert das Ereignis auf seine bloßen sportlichen Fakten, entkleidet es jeder politischen oder emotionalen Rahmung und präsentiert das Ergebnis so als routinemäßiges Sportergebnis.
Der russische Bericht lässt die Präsidentenerklärung eines Nationalfeiertags und jede Feier aus und behandelt den Sieg als bloße Sportstatistik.
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