
Oman warnt vor Ende des Status quo: Mögliche Gebühren für Schiffe in der Straße von Hormus
Das Sultanat signalisiert europäischen Partnern, dass eine Rückkehr zur Vorkriegsordnung nicht möglich sei und Schiffe künftig für Dienstleistungen zahlen müssten – die USA und Golfstaaten lehnen dies ab.
Oman hat europäischen Regierungen in vertraulichen Gesprächen mitgeteilt, dass eine Rückkehr zum Status quo ante in der Straße von Hormus ausgeschlossen sei und dass Schiffe, die die Wasserstraße passieren, künftig mit Gebühren rechnen müssten. Nach Angaben von mit den Unterredungen vertrauten Personen betonten omanische Vertreter zwar die fortdauernde Geltung des internationalen Seerechts, verwiesen jedoch auf mögliche Entgelte für Dienstleistungen wie die Dekontamination des Gewässers oder Navigationshilfen. Ob diese Abgaben verpflichtend wären, blieb offen. Gleichzeitig prüft Maskat nach Darstellung der Quellen Regulierungsmodelle anderer strategischer Meerengen, darunter die Straße von Malakka, wo allerdings keine obligatorischen Transitgebühren existieren.
Aus Washingtoner Sicht sowie aus der Perspektive europäischer Hauptstädte und der arabischen Golfanrainer wächst die Sorge, dass Oman gemeinsam mit Iran ein Gebühren- oder Mautsystem für die Meerenge etablieren könnte. Die USA und der Golfkooperationsrat bekräftigten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Ablehnung jeglicher Zölle oder Kontrollversuche. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete diese Festlegung als „gute Nachricht“. Teheran wiederum beharrt nach Darstellung westlicher Regierungsvertreter auf einer gemeinsamen Verwaltung des Schiffsverkehrs mit Oman und hat gegenüber Pakistan zugesichert, für 60 Tage keine Transitgebühren zu erheben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will das Thema bei einem Treffen mit Sultan Haitham bin Tariq am Montag in Paris erörtern; das Präsidialamt erklärte, die Sicherheit der Seewege hänge von der freien und bedingungslosen Durchfahrt ab.
Die Einführung von Gebühren könnte Rohstoffhändler und Reedereien nach Schätzungen aus Branchenkreisen jährlich zweistellige Milliardenbeträge kosten. Regierungen westlicher Staaten, darunter die USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, warnen, ein solcher Schritt verletze das internationale Seerecht. Oman, das als Vermittler zwischen Washington und Teheran agiert und häufig als „Schweiz des Nahen Ostens“ bezeichnet wird, sieht sich nach Angaben europäischer Gesprächspartner zugleich erheblichem Druck aus Iran ausgesetzt. Die Islamische Republik hatte während des Konflikts Raketen und Drohnen auch auf omanisches Territorium abgefeuert und bleibt trotz Schäden durch US-Luftangriffe die dominierende Militärmacht am Persischen Golf.
Die widersprüchlichen Signale aus Maskat spiegeln die komplexe Vermittlerrolle des Sultanats wider. Wenige Tage vor der gemeinsamen Erklärung mit den USA und dem Golfkooperationsrat hatte Oman mit Iran ein Kommuniqué veröffentlicht, in dem beide Seiten Gespräche über die Verwaltung der Wasserstraße und damit verbundene Kosten ankündigten. Iran hatte die Meerenge seit Ende Februar durch Angriffe und Minenlegung faktisch blockiert, nachdem die USA und Israel mit der Bombardierung der Republik begonnen hatten. Im Zuge der laufenden Friedensgespräche dringt Teheran nun auf eine gemeinsame Verwaltung. Beobachter in der Region verweisen darauf, dass die Debatte über Gebühren Teil eines umfassenderen Neuordnungsprozesses ist, der durch die amerikanisch-israelische Militäroperation ausgelöst wurde. Die nächsten konkreten Schritte werden bei dem Treffen in Paris erwartet; eine Einigung über den künftigen Status der Straße von Hormus steht weiterhin aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The story is framed as another sign of global instability, but with measured tones. Focus is on Oman's strategic calculus and implications for energy routes, without triumphalism or excessive alarm.
The news is reported with detachment, as a distant event with few immediate repercussions for the region. Focus is on global energy dynamics and possible economic consequences for importing countries.
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