
Sonde testet planetare Verteidigung – Nasa startet riskante Rettungsmission im All
Während Japans Hayabusa2 in nächster Nähe an einem Asteroiden vorbeiflog, versucht eine kommerzielle Raumsonde, das alternde Swift-Observatorium vor dem Absturz zu bewahren.
Zwei Raumfahrtmanöver markieren den Beginn einer neuen Phase der planetaren Verteidigung und der Instandhaltung im Orbit. Die japanische Sonde Hayabusa2 flog am Sonntag in weniger als 800 Metern Entfernung an dem erdnahen Asteroiden Torifune vorbei – ein Test, ob solche Sonden künftig gefährliche Himmelskörper von der Erde weglenken könnten. Die japanische Raumfahrtagentur Jaxa bestätigte den Erfolg des Vorbeiflugs; die hochauflösenden Aufnahmen und Spektrometerdaten sollen nun ausgewertet werden. Aus europäischer Sicht betont Patrick Michel von der Esa, dass jeder neue Blick auf einen Asteroiden die Vorbereitung auf mögliche Abwehrmissionen verbessert.
Zeitgleich begann eine riskante Rettungsaktion für das knapp 22 Jahre alte Swift-Weltraumteleskop der Nasa. Der 1.452 Kilogramm schwere Satellit sinkt durch die zunehmende Sonnenaktivität rapide ab und droht in wenigen Monaten in der Atmosphäre zu verglühen. Eine von der US-Firma Katalyst Space Technologies gebaute robotische Sonde namens Link wurde am Freitag von einem Flugzeug aus gestartet und soll Swift im August einfangen und schrittweise in eine höhere Umlaufbahn von 600 Kilometern anheben. Aus Washingtoner Sicht ist dies ein «kalkuliertes Risiko»: Die 30 Millionen Dollar teure Mission ist deutlich günstiger als ein neues Observatorium, scheitert sie, verliert die Astrophysik ein einzigartiges Instrument für die Gammastrahlen-Astronomie.
Beide Operationen haben eine gemeinsame Stoßrichtung: Sie testen Techniken für eine aktivere Verteidigung und Wartung im erdnahen Weltraum. Der gezielte Vorbeiflug von Hayabusa2 dient nicht nur der Wissenschaft – er soll nachweisen, dass sich eine Raumsonde präzise genug steuern lässt, um einen Asteroiden von einer Kollisionsbahn abzubringen. Die japanische Mission knüpft an den Dart-Einschlag der Nasa von 2022 an und versteht sich als Baustein einer internationalen Strategie. Unterstrichen wird dies von den Vereinten Nationen, die 2029 zum Internationalen Jahr der Asteroidenaufklärung und planetaren Verteidigung erklärt haben – pünktlich zum extrem nahen Vorbeiflug des 340-Meter-Asteroiden Apophis am 13. April 2029, der in nur 25.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeiziehen wird.
Für den Umgang mit kosmischen Bedrohungen rüsten sich zudem mehrere Weltraumagenturen. Japan plant mit Destiny+, Europa mit Ramses und die USA mit Osiris-Apex gleich drei Sonden zu Apophis zu schicken; China beteiligt sich mit der Mission Start. Diese konzertierte Aktion soll den Himmelskörper unter extremen Gezeitenkräften untersuchen und Daten für künftige Bedrohungsszenarien liefern.
Neben der Abwehr von aussen bereitet die Nasa auch die lange Reise des Menschen ins All vor. Für August 2027 sucht die Behörde Freiwillige für eine einjährige simulierte Mond- und Marsmission im Johnson Space Center. In abgeschlossenen Habitaten werden physische und psychische Belastungen erprobt, um die Resilienz künftiger Artemis-Besatzungen zu stärken. Die nächsten konkreten Schritte: Jaxa will Anfang der Woche erste Resultate des Vorbeiflugs präsentieren, während der Link-Satellit im August mit dem Andockmanöver an Swift beginnt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The Hayabusa2 probe successfully performed a close flyby of asteroid Torifune, capturing images and spectral data. The mission is a technical achievement for JAXA, demonstrating precise navigation near a small asteroid.
Japan's Hayabusa2, about the size of a household refrigerator, flew within 800 meters of the near-Earth asteroid Torifune at high speed. The test aims to validate technology for future planetary defense against potential asteroid impacts.
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