
Ölpreise vor Wochengewinn trotz leichter Rücksetzer – Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen
Die erneuten militärischen Schläge zwischen den USA und Iran haben die Passage durch die Meerenge drastisch reduziert und die Notierungen für Brent und WTI auf Kurs zu einem Wochenplus von rund sechs beziehungsweise fünf Prozent gebracht.
Die Rohölpreise haben sich am Freitag im frühen Handel leicht abgeschwächt, steuern aber auf einen deutlichen Wochengewinn zu. Auslöser ist die abermalige Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, die den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus nach Angaben von Schiffsverfolgungsdiensten zeitweise fast vollständig zum Erliegen brachte. Die Nordseesorte Brent notierte bei 76,24 Dollar je Barrel, US-Leichtöl West Texas Intermediate (WTI) bei 72,04 Dollar. Beide Kontrakte liegen damit im Wochenverlauf rund sechs beziehungsweise fünf Prozent im Plus, nachdem sie im Juni im Zuge der damaligen Waffenruhe noch um mehr als ein Fünftel eingebrochen waren.
Die Risikoprämie auf die Notierungen speist sich aus der Sorge vor einer längerfristigen Unterbrechung der globalen Energieversorgung. Vor dem Ausbruch der Kampfhandlungen Ende Februar passierten täglich etwa zwanzig Prozent des weltweiten Öl- und Gasangebots die Meerenge. Iranische Angriffe auf Handelsschiffe sowie Vergeltungsschläge der USA gegen militärische Ziele in den südlichen und östlichen Provinzen Irans haben die erst drei Wochen alte Waffenruhe ausgehöhlt. Dämpfend auf die Preise wirkt indes der Umstand, dass Washington nach Darstellung von Marktteilnehmern bislang von Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur absieht. Auch die Bemerkung von Präsident Donald Trump, er rechne nicht mit einer Rückkehr zu einem umfassenden Krieg, hat aus Sicht von Analysten der ANZ Bank den Aufwärtsdruck begrenzt. Gleichzeitig lasten Konjunktursorgen auf den Notierungen: In China stieg die Erzeugerpreisinflation auf ein Vierjahreshoch, während die schwache Binnennachfrage die Preissetzungsspielräume der Hersteller einschränkt.
Aus Washingtoner Sicht bleibt die Federal Reserve bei ihrer Annahme, dass die Energiepreise in den kommenden sechs bis zwölf Monaten nachgeben werden. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, verwies auf intakte Fundamentaldaten, die für ein Überangebot sprächen. Die Internationale Energieagentur in Paris warnte hingegen, eine Fortdauer der Spannungen könne ihre Prognose eines deutlichen Angebotsüberschusses im kommenden Jahr in Frage stellen und die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus verzögern. In der Schifffahrtsbranche reagieren die Versicherer auf die erhöhte Gefahrenlage: Die Frist zur Festsetzung der Kriegsrisikoprämie für die Passage wurde von bis zu 48 Stunden auf etwa sechs Stunden vor der Durchfahrt verkürzt. Unterdessen kündigte der indische Öl- und Erdgaskonzern ONGC den Bau eines neuen strategischen Reservoirs mit einer Kapazität von 1,75 Millionen Tonnen an, um die Verwundbarkeit des drittgrößten Ölimporteurs der Welt zu verringern.
Die nächste Wegmarke liegt in den diplomatischen Bemühungen. Katar, Pakistan und weitere regionale Vermittler versuchen nach übereinstimmenden Berichten, die Spannungen abzubauen und die Gespräche über ein Nuklearabkommen wiederzubeleben. Aus Teheraner Sicht wird betont, dass die Angriffe gezielt Schiffe auf der „Oman-Route“ träfen, während die USA nach Darstellung eines CNN-Berichts weiterhin auf technischer Ebene mit dem Iran verhandeln. Für die Märkte bleibt entscheidend, ob und wann sich der Schiffsverkehr durch die Meerenge normalisiert und ob die US-Notenbank ihre Zinssenkungserwartungen angesichts der ölpreisbedingten Inflationsrisiken anpassen muss.
| Iranische & verwandte Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.50 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Der Iran verurteilt die US-Aggression und warnt, dass Unterbrechungen in der Straße von Hormus die globale Energiesicherheit bedrohen.
Indem die Erzählung den Preisanstieg als direkte Folge von US-Aktionen darstellt, kehrt sie die Verantwortung um und stellt den Iran als Opfer dar, was seine defensive Haltung plausibel macht.
Die Erzählung lässt die Erwartung der Federal Reserve auf fallende Preise und Nachfragesorgen aus, die die Dringlichkeit der Krise mildern würden.
Südostasien verurteilt die US-Aggression und warnt, dass Unterbrechungen in der Straße von Hormus die globalen Energieversorgung bedrohen.
Indem die Erzählung den Begriff 'Aggression' für US-Aktionen verwendet, etikettiert sie die USA als Angreifer und macht die pro-iranische Haltung moralisch gerechtfertigt.
Die Erzählung lässt die Erwartung der Federal Reserve auf fallende Preise und Nachfragesorgen aus, die die Betonung der Versorgungskrise verringern würden.
Der Westen befürchtet, dass gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran die Region in einen umfassenden Krieg stürzen könnten, mit schwerwiegenden Folgen für die Energiemärkte.
Indem die Erzählung die Situation als Spirale symmetrischer Eskalation darstellt, vermeidet sie, einer einzelnen Partei die Schuld zu geben, und behält eine besorgte, aber neutrale Beobachterposition bei.
Die Erzählung lässt die iranische Perspektive der Aggression und die Erwartung der Federal Reserve auf fallende Preise aus, was die Dringlichkeit der Krise verringern würde.
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