
Novo Nordisk verklagt Eli Lilly wegen irreführender Werbung für Abnehmspritzen
Der dänische Pharmakonzern wirft dem US-Rivalen vor, mit veralteten Studien einen falschen Eindruck von der Überlegenheit seiner Medikamente zu erwecken – ein neuer Schauplatz im Kampf um den Milliardenmarkt.
Der dänische Arzneimittelhersteller Novo Nordisk hat am Dienstag vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat New Jersey Klage gegen den Konkurrenten Eli Lilly eingereicht. Der Vorwurf lautet auf irreführende Werbung und unlauteren Wettbewerb. Konkret geht es um landesweit ausgestrahlte Kampagnen für die Abnehmpräparate Zepbound und das Diabetesmittel Mounjaro, in denen Eli Lilly nach Darstellung von Novo Nordisk eine Überlegenheit gegenüber den eigenen Produkten Wegovy und Ozempic behauptet. Die Anzeigen verglichen die höchsten zugelassenen Dosen der Lilly-Medikamente mit niedrigeren Dosierungen der Novo-Produkte und ließen neuere, höher dosierte Versionen unerwähnt, die nach Angaben des dänischen Konzerns zu einer nahezu identischen Gewichtsreduktion führen. Novo Nordisk beantragt eine einstweilige Verfügung, um die Werbung zu stoppen und eine korrigierende Kampagne zu erzwingen.
Aus Sicht des Klägers stützt sich Eli Lilly wissentlich auf veraltete klinische Studien. So werde in der Fernsehwerbung für Zepbound ein Gewichtsverlust von durchschnittlich 50 Pfund (etwa 22,7 Kilogramm) mit 33 Pfund (15 Kilogramm) unter Wegovy verglichen. Novo Nordisk verweist dagegen auf eine im März von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene höhere Dosis von Wegovy, mit der Patienten im Schnitt 47 Pfund abnahmen – ein Ergebnis, das dem von Zepbound mit 48 Pfund in einer separaten Studie entspreche. Der Rechtsbeistand des dänischen Unternehmens, John Kuckelman, erklärte, die Werbung sei „nicht mehr zutreffend“ und ein unzureichender Kleingedrucktes-Hinweis könne den irreführenden Gesamteindruck nicht heilen. Eli Lilly mit Sitz in Indianapolis wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher bezeichnete die eigene Werbung als „wahrheitsgemäß, transparent und auf der direktesten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz beruhend“ und kündigte eine energische Verteidigung an.
Der Rechtsstreit ist Ausdruck eines erbitterten Ringens um die Vorherrschaft auf dem US-Markt für Medikamente gegen Fettleibigkeit, der nach Schätzungen von Branchenanalysten bis 2030 ein jährliches Volumen von über 100 Milliarden Dollar erreichen könnte. Die Vereinigten Staaten gehören zu den wenigen Ländern, in denen verschreibungspflichtige Arzneimittel direkt beim Verbraucher beworben werden dürfen, was Milliardeninvestitionen in Fernseh- und Onlinekampagnen nach sich zieht. Novo Nordisk hatte mit Wegovy zunächst einen Vorsprung, doch Eli Lilly gewann mit Zepbound zuletzt Marktanteile hinzu. Beobachter in der Branche werten die Klage als Versuch, den Vormarsch des Rivalen auch auf dem Feld der Verbraucheransprache zu bremsen, nachdem Patentstreitigkeiten zwischen den Konzernen bereits üblich sind, Klagen wegen irreführender Werbung jedoch seltener vorkommen.
Novo Nordisk hatte Eli Lilly bereits im April außergerichtlich zur Unterlassung aufgefordert, woraufhin der US-Konzern lediglich einen klarstellenden Hinweis in die Werbung einfügte, die Kampagnen aber nicht zurückzog. Die Anzeigen erreichten seither nach Angaben der Klageschrift mehr als 700 Millionen Kontakte. Sollte Eli Lilly die Werbung nicht freiwillig stoppen, will Novo Nordisk in den kommenden Tagen einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung stellen. Ein Termin für eine mündliche Verhandlung vor dem Bundesgericht in New Jersey steht noch nicht fest. Der Ausgang des Verfahrens könnte Maßstäbe für die Zulässigkeit vergleichender Werbung im verschreibungspflichtigen US-Pharmamarkt setzen.
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Novo Nordisk accuses Eli Lilly of using outdated studies to advertise its weight-loss drugs, taking the dispute to court.
By presenting the dispute solely as a legal matter, the bloc avoids taking sides and merely reports the facts of the case.
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The weight-loss drug war intensifies: Novo Nordisk challenges Eli Lilly in court for control of a $100 billion market.
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