
Nach dem WM-Aus gegen Paraguay: Nagelsmann tritt zurück, DFB spricht mit Klopp
Vier Tage nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay erklärt Julian Nagelsmann seinen Rücktritt; der DFB bestätigt Gespräche mit Jürgen Klopp, der grundsätzliche Bereitschaft signalisiert hat.
Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer. Am Freitagmittag gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass der 38-Jährige sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegt. In einer Mitteilung erklärte Nagelsmann, die Entscheidung sei ihm „alles andere als leichtgefallen“, doch nach der „herben Enttäuschung“ verdiene die Mannschaft einen „unbelasteten Neuanfang“. Der Verband bestätigte zugleich, dass die Führung nun das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen werde; dieser habe bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert. Zudem gab der DFB bekannt, dass Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern wird.
Der Rücktritt erfolgte vier Tage nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay. In Foxborough bei Boston hatte sich die deutsche Mannschaft nach 120 Minuten 1:1 getrennt und verlor das Elfmeterschießen mit 3:4. Es war die erste Niederlage in einem WM-Elfmeterschießen für die DFB-Auswahl, die zuvor alle vier Duelle vom Punkt gewonnen hatte. Unmittelbar nach dem Spiel hatte Nagelsmann noch erklärt, er sei „keiner, der wegläuft“, und seine Bereitschaft zum Weitermachen bekundet. In der Gruppenphase hatte das Team nach einem 7:1 gegen Curaçao und einem knappen Sieg gegen die Elfenbeinküste noch den ersten Platz belegt, ehe eine 1:2-Niederlage gegen Ecuador bereits Schwächen offenbarte.
Damit verpasste Deutschland zum dritten Mal in Folge das Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Nach den Vorrunden-Aus 2018 in Russland und 2022 in Katar scheiterte die Mannschaft nun erstmals in der neu eingeführten Runde der letzten 32. Nagelsmann, der das Amt im September 2023 von Hansi Flick übernommen hatte, führte das Team bei der Heim-EM 2024 ins Viertelfinale, wo es gegen den späteren Europameister Spanien ausschied. Sein Vertrag war erst im Januar 2025 vorzeitig bis 2028 verlängert worden.
Anders als nach den Turnieren 2018 und 2022 handelte der DFB diesmal rasch. Laut übereinstimmenden Berichten von Bild und Sky hatte die Verbandsspitze um Präsident Bernd Neuendorf, Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Rudi Völler Nagelsmann am Donnerstag in einer dreistündigen Sitzung in Frankfurt nahegelegt, einen freiwilligen Rückzug zu erwägen. Bild bezifferte die Abfindung auf rund sieben Millionen Euro. In der internationalen Presse wurde das Ausscheiden als tiefer Einschnitt für den viermaligen Weltmeister kommentiert: Die spanische Marca schrieb, Deutschland sei „nicht mehr Deutschland“, die italienische Gazzetta dello Sport sprach von einem „Desaster“, und L’Équipe nannte es den „bislang größten Schock des Turniers“.
Mit der Trennung von Nagelsmann und der angekündigten Kontaktaufnahme zu Klopp richtet sich der Blick nun auf die Zukunft. Klopp, derzeit als Head of Global Soccer bei Red Bull tätig, besitzt nach Informationen von Sky einen mündlichen Vertragszusatz, der ihm den Wechsel zur Nationalmannschaft ermöglichen würde. Das nächste Länderspiel der deutschen Mannschaft ist für den 24. September in der Nations League gegen die Niederlande angesetzt.
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| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
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