
Japans Moriyasu vor Vertragsverlängerung, Südkoreas Hong tritt nach WM-Aus zurück
Während der japanische Verband an Hajime Moriyasu festhalten will, trat Südkoreas Hong Myung-bo nach dem Scheitern in der Gruppenphase unter dem Druck wütender Fans zurück.
Die Wege der beiden asiatischen Vertreter bei der Weltmeisterschaft 2026 endeten früher als erhofft – und doch könnten die Konsequenzen kaum gegensätzlicher sein. Japan schied im Houston Stadium nach einer 1:2-Niederlage gegen Brasilien aus, als ein Treffer in der Nachspielzeit eine disziplinierte Leistung zunichtemachte, bei der die Samurai Blue zunächst in Führung gegangen waren. Südkorea hingegen verpasste bereits den Sprung in die K.-o.-Runde, nachdem die Demokratische Republik Kongo mit einem 3:1 gegen Usbekistan die letzte Chance der Taeguk Warriors auf einen Platz unter den besten Gruppendritten zunichtemachte.
Aus Seouler Sicht folgte der sofortige Bruch: Hong Myung-bo trat von seinem Posten zurück, noch bevor die Mannschaft in der Heimat eintraf. Bei der Ankunft am Flughafen Incheon schlugen ihm und dem Team wütende Sprechchöre entgegen; im Vorfeld war von Morddrohungen aus der Anhängerschaft die Rede. Ganz anders das Bild in Tokio: Japanische Medien wie Asahi Shimbun und Kyodo berichteten übereinstimmend, der nationale Verband JFA habe Hajime Moriyasu informell eine Vertragsverlängerung um ein Jahr angeboten. Verbandspräsident Tsuneyasu Miyamoto erklärte, man werde die nötigen Vorkehrungen treffen, um den Trainer zu halten. Moriyasu selbst äußerte sich auf einer Pressekonferenz nach der Rückkehr zurückhaltend, sprach von tiefer Enttäuschung über das Gegentor in der Schlussphase und bat um Bedenkzeit.
Die Offerte an Moriyasu, der das Team seit 2018 führt und 2022 bis ins Achtelfinale gebracht hatte, zielt auf die Asienmeisterschaft Anfang 2027 in Saudi-Arabien. In indonesischen und brasilianischen Medienberichten wurde jedoch auch die Kritik des ehemaligen Nationalspielers Keisuke Honda aufgegriffen. Dieser nannte das Angebot eine Verlegenheitslösung und bot sich selbst für ein Jahr an – mit dem Hinweis, man könne ihn bei einem Scheitern bei der Asienmeisterschaft ohne weitere Fragen entlassen. Honda hatte zuvor von 2018 bis 2023 die kambodschanische Nationalmannschaft betreut.
Die JFA setzt damit auf Kontinuität in einem langfristig angelegten Projekt, das den Weltmeistertitel 2050 zum Ziel hat. In der Gruppenphase hatte Japan mit einem Sieg und zwei Unentschieden in einer anspruchsvollen Gruppe F überzeugt und sich als Gruppenzweiter für die Runde der letzten 32 qualifiziert. Die knappe Niederlage gegen den Rekordweltmeister Brasilien, bei der Casemiro per Kopfball traf und zum besten Spieler gewählt wurde, wertet der Verband offenbar als Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit.
Brasilien trifft nun im Achtelfinale auf Norwegen um Erling Haaland, der nach dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste die Südamerikaner als Favoriten bezeichnete – eine Mannschaft, gegen die Norwegen in vier Duellen noch nie verloren hat. Für Japan und Südkorea rückt derweil die Asienmeisterschaft in den Fokus, wo die Trainerfrage die Weichen für die kommenden Jahre stellen wird.
Erweitere deinen Horizont
Trump verhängt Seeblockade gegen Iran und erhebt 20-Prozent-Abgabe im Golf
5 Sprachen · 20 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlpreise auf Einmonatshoch nach US-Blockade gegen Iran
8 Sprachen · 23 Quellen
Aus TechnologyDie stille Extraktion: Wie KI die Informationsökonomie umkehrt
4 Sprachen · 7 Quellen