
Nach Kehrtwende: Pubs in England und Wales dürfen zum WM-Achtelfinale bis fünf Uhr früh öffnen
Premierminister Starmer gestattet per Blankoerlaubnis den Ausschank bis zum Abpfiff des um ein Uhr nachts beginnenden Spiels gegen Mexiko – ein Zugeständnis an Fans und Gastronomie nach heftiger Kritik.
Die britische Regierung hat am Donnerstagabend eine landesweite Ausnahmegenehmigung erteilt, die Pubs und Bars in England und Wales erlaubt, in der Nacht auf Montag bis fünf Uhr morgens geöffnet zu bleiben. Premierminister Keir Starmer persönlich verkündete die Kehrtwende, nachdem sein Handelsminister noch am Vormittag eine pauschale Verlängerung der Schankzeiten für das WM-Achtelfinale gegen Mexiko abgelehnt hatte. „Der Fußball kommt vielleicht nach Hause, aber wir sorgen dafür, dass die Fans das nicht müssen“, sagte Starmer in einer Videobotschaft. Die Entscheidung entbindet tausende Gaststätten von der Pflicht, individuelle Anträge auf eine spätere Ausschankgenehmigung zu stellen.
Der Druck auf Downing Street war binnen Stunden massiv angewachsen. Nach dem 2:1-Sieg Englands gegen die Demokratische Republik Kongo – Harry Kane hatte beide Tore erzielt – stand fest, dass das Achtelfinale im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt um ein Uhr britischer Zeit angepfiffen wird. Eine zuvor für Spiele mit Anstoß vor 22 Uhr geltende pauschale Verlängerung bis zwei Uhr griff damit nicht. Aus den Reihen der Liberaldemokraten, von Londons Bürgermeister Sadiq Khan und aus der Gastronomie war scharfe Kritik laut geworden. Emma McClarkin, Chefin des Britischen Bier- und Pubverbands, hatte gewarnt, es wäre „ein Jammer, wenn unsere Lokale ein so wichtiges Spiel nicht zeigen könnten“. Noch am Nachmittag hatte die Regierung auf die Zuständigkeit der Kommunen verwiesen, ehe Starmer am Abend die Blankoerlaubnis durch den Innenminister nutzte – ein Instrument, das für Ereignisse von „außergewöhnlicher internationaler, nationaler oder lokaler Bedeutung“ vorgesehen ist.
Für die englische Nationalmannschaft geht es um den dritten Viertelfinaleinzug in Folge bei einer Weltmeisterschaft. Unter Thomas Tuchel hatte das Team die Gruppenphase souverän überstanden und setzte sich im Achtelfinale knapp, aber verdient durch. Mexiko wiederum hatte zuvor mit einem Sieg gegen Ecuador erstmals seit 1986 ein K.-o.-Spiel bei einer WM gewonnen und strebt nun den ersten Vorstoß in die Runde der letzten Acht seit dem Heimturnier vor vier Jahrzehnten an. Die Partie wird im 80.000 Zuschauer fassenden Aztekenstadion ausgetragen, wo mexikanische Fans eine erdrückende Kulisse bilden dürften. Britische Medien berichten von lediglich rund 8.000 englischen Anhängern vor Ort, die mit Ticketpreisen von bis zu 35.000 Dollar auf dem Wiederverkaufsmarkt und stark gestiegenen Flugkosten konfrontiert sind.
Die Ausweitung der Schankzeiten wird von der Gastronomie als dringend benötigter Impuls gewertet. Michael Kill, Geschäftsführer des Night Time Industries Association, sprach von einem „pragmatischen Ansatz, der es den Betrieben erlaubt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – Gemeinschaften zusammenzubringen, um die Nationalmannschaft zu unterstützen“. Die Regierung lehnte hingegen die Bitte von Nationaltrainer Tuchel ab, Kinder am Montag vom Schulbesuch zu befreien. Bildungsministerin Bridget Phillipson stellte klar: „Das Spiel ist spät, aber die Kinder können am nächsten Tag in der Schule sein.“
Mit dem Anpfiff in den frühen Morgenstunden wird das Duell zwischen den „Three Lions“ und „El Tri“ nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in den britischen Pubs zur Belastungsprobe. Der Sieger trifft im Viertelfinale auf den Gewinner der Partie zwischen Argentinien und den Niederlanden. Für England bietet sich die Chance, eine seit 2018 währende Serie von mindestens Viertelfinalteilnahmen fortzusetzen; Mexiko will derweil den Bann brechen und erstmals außerhalb des eigenen Landes in die Weltspitze vorstoßen.
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Mexican authorities double security and cap crowds after four deaths during celebrations of Mexico's victory. The focus is on preventing further incidents, with a tone of caution and control.
The England-Mexico match is rescheduled to noon to avoid storms, and museums offer free screenings. The approach is practical and focused on fan experience, with safety warnings but no alarmism.
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