
Nach Erdbeben in Venezuela: Leichnam des neunjährigen Argentiniers Lucas Gámez in Trümmern gefunden
Zwei Wochen nach den verheerenden Beben in La Guaira fanden Rettungskräfte den Körper des Jungen, der mit seinem Onkel in einem eingestürzten Gebäude verschüttet worden war.
Am Mittwoch bargen Einsatzkräfte in der venezolanischen Küstenstadt La Guaira den Leichnam des neunjährigen Lucas Gámez. Der Junge, Sohn venezolanischer Eltern, aber in Argentinien geboren, war seit dem 24. Juni in den Trümmern des Wohnhauses Miramar vermisst worden. Die argentinische Regierung bestätigte den Fund; nach übereinstimmenden Berichten aus der Region entdeckte ein brasilianisches Rettungsteam den Körper in den eingestürzten Stockwerken. Lucas Gámez hatte sich zum Zeitpunkt der beiden Erdstöße der Stärke 7,2 und 7,5 gemeinsam mit seinem Onkel in dem Gebäude aufgehalten, in das sie nach einem Tag am Strand zurückgekehrt waren.
Die Suche nach dem Kind hatte in Argentinien und Venezuela grosse Anteilnahme ausgelöst. Die Eltern, Blancalida Martínez Coronado und Marco Gámez, waren 2013 nach Buenos Aires ausgewandert und erst im Januar dieses Jahres aus persönlichen Gründen nach Venezuela zurückgekehrt. Während der vierzehntägigen Bergungsarbeiten, an denen sich auch argentinische USAR-Brigaden und Militärspezialisten beteiligten, hielt die Familie über soziale Netzwerke Kontakt zur Öffentlichkeit. Die Mutter bat wiederholt um Gebete und veröffentlichte am Montag, dem neunten Geburtstag des Jungen, ein Video, das Angehörige und Helfer mit einer Torte vor der Ruine zeigt.
Die genauen Umstände des Todes bleiben vorerst unklar. Einige lokale Quellen berichten, der Junge sei in den Armen seiner Grosseltern aufgefunden worden; andere Darstellungen, gestützt auf Zeugenaussagen, legen nahe, dass er sich mit seinem Onkel im dritten Stockwerk befand, nachdem sie wegen eines defekten Aufzugs einen ungeraden Fahrstuhl benutzt hatten. Die Behörden in La Guaira haben sich zu diesen Details bislang nicht geäussert. Fest steht, dass die Region um den Hafenort das Epizentrum der Zerstörung war: Ganze Wohnviertel stürzten ein, die offizielle Opferzahl liegt bei über 3.600 Toten und mehr als 16.000 Verletzten.
Die argentinische Regierung hatte unmittelbar nach den Beben eine humanitäre Mission entsandt, darunter Ärzte, Trinkwasseraufbereitungsanlagen und Suchspezialisten. Da Argentinien in Venezuela über keine diplomatische Vertretung verfügt, wurde eigens ein Konsularstab in das Katastrophengebiet geschickt. Nach Angaben des Aussenministeriums in Buenos Aires kamen bei den Erdstössen insgesamt sechs argentinische Staatsbürger ums Leben; acht weitere wurden zunächst vermisst. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten in La Guaira dauern an.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.10 | neutral |
Lucas' Familie und die argentinische und venezolanische Gemeinschaft trauern um den Verlust. Die Trauer wird geteilt, die Suche war vergeblich.
Indem die Geschichte durch intime Familiendetails (der Geburtstagskuchen, die Nachrichten der Mutter) erzählt wird, entsteht eine emotionale Bindung, die die Tragödie universell und für den Leser nahbar macht.
Lucas' Mutter bringt einen Geburtstagskuchen zu den Trümmern. Es ist eine verzweifelte Liebestat, die alle anspricht.
Indem eine einzelne symbolische Geste (der Kuchen) isoliert und mit sensorischen Details (Staub, Bulldozer) beschrieben wird, wird eine Massenkatastrophe in eine persönliche, leicht verständliche Geschichte verwandelt.
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