
Nach dramatischem Saisonfinale: Europas Klubs setzen auf neue Trainer – von Schottland bis Russland
Während Heart of Midlothian nach einer turbulenten Titelentscheidung einen Belgier verpflichtet, wechselt Dusko Ivanovic von Bologna nach St. Petersburg, und San Lorenzo sucht in Argentinien einen Nachfolger.
Die schottische Premiership endete mit einem Paukenschlag: Heart of Midlothian trat am letzten Spieltag als Tabellenführer mit einem Punkt Vorsprung bei Celtic Glasgow an, ging durch Lawrence Shankland in Führung, kassierte aber noch vor der Pause einen Handelfmeter zum Ausgleich. In der zweiten Halbzeit drehte Celtic die Partie, Callum Osmand traf in der achten Minute der Nachspielzeit zum 3:1-Endstand – unmittelbar danach stürmten Hunderte Celtic-Fans den Rasen. Schiedsrichter Don Robertson beendete die Begegnung vorzeitig, der Titel ging an die Gastgeber. Hearts protestierte vergeblich gegen die Wertung, der Verband bestätigte das offizielle Spielende. Die Folge: Trainer Derek McInnes verließ den Klub Richtung Rangers, als Nachfolger präsentierte Hearts den Belgier Wouter Vrancken, der zuletzt mit VV St. Truiden den dritten Platz in der belgischen Liga erreicht hatte.
Parallel dazu vollzieht sich in Italien ein doppelter Trainerwechsel im bolognesischen Sport. Der FC Bologna trennte sich von Vincenzo Italiano und verpflichtete Domenico Tedesco, während der Basketballklub Virtus Bologna nach einer Saison mit vier Trainern – darunter der Montenegriner Dusko Ivanovic – nun auf den Spanier Alex Mumbrú setzt, der mit der deutschen Nationalmannschaft 2025 Europameister wurde. Ivanovic wiederum, der Virtus im März 2026 verlassen hatte, heuerte nun bei Zenit St. Petersburg an. Der 68-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2029 und soll den russischen Klub nach einer enttäuschenden Saison mit Platz vier in der VTB-Liga wieder in die Spitze führen. Zenit hatte zuvor innerhalb eines Jahres mit Aleksander Sekulic, Dejan Radonjic und zwei Interimslösungen operiert.
Auch in Argentinien dreht sich das Karussell: San Lorenzo sucht nach dem überraschenden Abgang von Gustavo Álvarez einen neuen Cheftrainer. Álvarez warf das Handtuch, weil er mehrere Profis aus dem Kader streichen wollte, was die Vereinsführung aus sportlichen und wirtschaftlichen Gründen ablehnte. Als Favorit gilt Eduardo Berizzo, ehemaliger Nationaltrainer Chiles und Paraguays, der zuletzt in Mexiko bei León tätig war. Eine Videokonferenz soll die Verhandlungen vorantreiben.
Für die betroffenen Klubs stehen die nächsten konkreten Aufgaben bereits fest: Hearts will in der neuen Saison erneut Celtic und Rangers herausfordern, Zenit startet am 25. September in die VTB-Liga, und San Lorenzo muss zeitnah eine Entscheidung treffen, um die Vorbereitung nicht zu gefährden. Die Trainerkarussells in Europa und Übersee drehen sich unvermindert weiter.
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San Lorenzo handelt schnell, um die durch den überraschenden Abgang von Gustavo Álvarez entstandene Trainervakanz zu füllen. Eduardo Berizzo hat sich als Spitzenkandidat herauskristallisiert, die Vereinsführung steht bereits in Kontakt und plant eine Videoschalte, um die Verhandlungen voranzutreiben. Der plötzliche Weggang zwingt den Klub zu einer beschleunigten Suche nach einem neuen Trainer.
Die Bologneser Sportszene erlebt eine merkwürdige deutsche Wende, da sowohl der Fußball- als auch der Basketballverein Trainer mit Deutschland-Bezug verpflichtet haben. Der Wechsel von italienischer zu deutscher Führung wird ironisch vermerkt, zumal selbst der italienische Trainer von Fortitudo nur oberflächliche Kenntnisse der deutschen Kultur besitzt. Der Kommentar hebt hervor, dass eine historische Achse Rom-Berlin in der sportlichen Identität der Stadt wieder auflebt.
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