
Nach dem WM-Aus gegen Norwegen: Lulas Zorn über die leere Seleção-Maschine
Nur ein Spieler kehrte mit der offiziellen Delegation nach Brasilien zurück – der Präsident spricht von Scham, während ein CBF-Video und ein Gouverneur die Krise vertiefen.
Das 1:2 gegen Norwegen im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 besiegelte nicht nur das früheste Scheitern Brasiliens seit 36 Jahren, sondern legte auch die Entfremdung zwischen der Mannschaft und ihrem Land offen. Erling Haaland erzielte beide Tore für die Skandinavier und ließ die taktische Ordnung des Teams von Carlo Ancelotti physisch wie spielerisch wirkungslos erscheinen. Nach dem Abpfiff in Nordamerika zerstreute sich der Kader umgehend in die Ferien – einzig der Flamengo-Verteidiger Danilo bestieg am Mittwoch den von der CBF gecharterten Rückflug nach Rio de Janeiro.
Diese Leere im offiziellen Flugzeug griff Präsident Luiz Inácio Lula da Silva am Montag bei einem Besuch des Instituto Mauá de Tecnologia in São Caetano do Sul mit scharfen Worten auf. „Fast niemand, der im Flieger der Seleção zurückkehren konnte – was für eine Schande“, rief Lula aus und fügte mit beißender Ironie hinzu: „Hätten sie gewonnen, würden jetzt alle hier tanzen.“ Aus seiner Sicht offenbarte die einsame Rückkehr Danilos eine Haltung, die den Erfolg zur Bedingung für Gemeinschaft macht. Zugleich griff der Präsident zu einem sarkastischen Bild: Ein von Studenten entwickelter Roboter, so scherzte er, könne den Ball härter treffen als mancher Profi und werde Brasilien vielleicht doch noch zum Hexa führen – eine Botschaft, die er Ancelotti bereits übermittelt habe.
Die Confederação Brasileira de Futebol versuchte derweil, die Stimmung mit einem emotionalen Kurzfilm unter dem Motto „Pode acreditar“ zu wenden. Das am Sonntag veröffentlichte Video beschwor die Resilienz der fünfmaligen Weltmeister und rief dazu auf, an die Wende bis 2030 zu glauben. In den sozialen Netzwerken schlug der Kampagne jedoch scharfe Ablehnung entgegen. Der Gouverneur von Minas Gerais und Präsidentschaftsprä-Kandidat Romeu Zema kommentierte, die CBF leiste sich eine „schmutzige Farce“ und sei gegenüber der Politik in Brasília rechenschaftspflichtiger als gegenüber den eigenen Anhängern. Die Reaktionen verlängerten eine Imagekrise, die bereits mit der aufwendigen, von Shows begleiteten Kaderbekanntgabe im Museum von Morgen begonnen hatte.
Für den Rekordweltmeister bedeutet das Ausscheiden eine Fortschreibung der längsten Durststrecke der Verbandsgeschichte: Seit dem Titel 2002 in Yokohama wartet Brasilien nun 24 Jahre auf den sechsten Stern. Der nächste Zyklus beginnt unter verschärfter Beobachtung. Ancelotti, dessen Vertrauensvorschuss nach dem taktischen Offenbarungseid gegen Norwegen schwindet, muss die Mannschaft auf die südamerikanische Qualifikation für die WM 2030 vorbereiten – ein Weg, der ohne die Rückgewinnung der öffentlichen Bindung kaum gangbar erscheint.
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
Iran mocks the Brazilian team's failure and its coach, implicitly siding with the critics.
It uses Lula's quote to ridicule the entire delegation, amplifying the contrast between the large arrival and the solitary return.
It omits that Lula criticized the entire team, not just the coach, and that his comment was directed at the players who did not return.
President Lula condemns the seleção's attitude, siding with outraged fans and using his authority to legitimize the criticism.
It reports Lula's words with emphasis, using his presidential authority to create an opposition between patriotic duty and players' individualism.
It omits any justification from the players or CBF, presenting the criticism as unanimous.
Russia reports the facts dispassionately, taking no side, merely citing Lula's criticism and the historical elimination data.
It uses a chronicle tone and statistical data (first quarterfinal elimination in 36 years) to objectify the news, avoiding judgments.
It omits the domestic Brazilian political context and fan reactions, focusing only on the bare fact of the defeat and presidential criticism.
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