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Gesellschaft & KulturDonnerstag, 25. Juni 2026

Mit drei Monaten am Verhandlungstisch: Schwedens Klimaministerin bringt ihren Sohn zum EU-Rat

Romina Pourmokhtari erschien mit ihrem Baby im Tragetuch zum Umweltministertreffen in Luxemburg – ein Novum für das Gremium und ein Signal für die Vereinbarkeit von Amt und Mutterschaft.

Das Kind ruhte an ihrer Brust, als sie vor die Mikrofone trat. Romina Pourmokhtari, Schwedens Ministerin für Klima und Umwelt, hatte ihren drei Monate alten Sohn Adam in einem Tragetuch zum EU-Umweltrat nach Luxemburg mitgebracht, begleitet von einem Mitarbeiter, der einen Kinderwagen schob. Im Sitzungssaal überreichte die französische Delegierte Monique Barbut dem Säugling ein kleines Geschenk – eine Geste, die den ungewöhnlichen Auftritt in den protokollarischen Alltag einbettete. Es war, nach Kenntnis der EU-Institutionen, das erste Mal, dass ein Baby an einer formellen Ministerratssitzung teilnahm.

Die dreißigjährige Ministerin, die 2022 als jüngstes Regierungsmitglied in der Geschichte Schwedens vereidigt worden war, kehrte erst Mitte Juni aus der Elternzeit zurück. Ihr Mann hatte seinerseits eine Auszeit genommen und war mit nach Luxemburg gereist, um sich außerhalb des Verhandlungssaals um Adam zu kümmern. „Ich wollte zeigen, dass man sich nicht zwischen einer präsenten Ministerin und einer präsenten Mutter entscheiden muss“, sagte Pourmokhtari. Dafür brauche es freilich auch einen Partner, der „kein Dinosaurier“ sei, fügte sie mit einem Lächeln hinzu.

Der Auftritt lenkt den Blick auf die unterschiedlichen Voraussetzungen, die Europa Müttern im öffentlichen Amt bietet. In Schweden stützt sich das Modell auf jahrzehntelange Strukturpolitik: sechzehn Monate bezahlte Elternzeit, von denen neunzig Tage jedem Elternteil vorbehalten sind und verfallen, wenn sie nicht genommen werden. Aus italienischer Perspektive liest sich das wie eine ferne Verheißung. Dort entfielen zuletzt 74 Prozent der unbezahlten Sorgearbeit auf Frauen, die Erwerbsquote von Müttern mit Kleinkindern lag bei nur 56,6 Prozent. Dass die Abgeordnete Licia Ronzulli 2010 mit ihrer 44 Tage alten Tochter im Europaparlament erschien, galt lange als ikonisches Bild – doch erst 2022 gestattete die italienische Abgeordnetenkammer das Stillen im Plenarsaal, ein Recht, das 2024 erstmals ausgeübt wurde.

Im Kreis der Umweltminister stieß die Anwesenheit des kleinen Adam auf Wohlwollen. Der polnische Vizeklimaminister Krzysztof Bolesta bemerkte, das Kind sei keinerlei Störung gewesen: „Ich finde das großartig. Es ist kein Hindernis, es ist einfach Teil des Lebens.“ Pourmokhtari selbst sah in der Selbstverständlichkeit des Moments eine europäische Qualität. Dass sie ihr Kind mitbringen könne, sei „eines der Dinge, die Europa zu einem wunderbaren Ort zum Leben machen“. Das Bild der Ministerin, die mit dem schlafenden Säugling am Verhandlungstisch Platz nahm, fügt sich in eine Reihe von Gesten, die politische Räume durchlässiger machen sollen – von Jacinda Arderns UN-Besuch mit ihrer Tochter bis zur australischen Senatorin Larissa Waters, die 2017 im Parlament stillte.

Als Pourmokhtari nach der Sitzung den Saal verließ, blieb die Erinnerung an einen ungewöhnlichen Teilnehmer, der keine Papiere vor sich liegen hatte und doch eine stille Verhandlung führte. Der Kinderwagen, der im Flur auf seine Rückkehr wartete, stand für eine Infrastruktur, die in vielen Teilen Europas noch immer nicht selbstverständlich ist.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

32%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Israelische PresseKontinentaleuropäische Presse
Israelische Presse
IroniePragmatismus

Die schwedische Ministerin wird als moderne 'Balabusta' gefeiert, die ihr drei Monate altes Baby mit an den Tisch des EU-Rates brachte, ohne ihre politische Rolle aufzugeben. Mit einem Lächeln fügte sie hinzu, dass es einen Partner braucht, der kein 'Dinosaurier' ist, und betonte die Notwendigkeit aktiver Vaterschaft.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
DistanzPragmatismus

Die Ankunft der schwedischen Ministerin mit ihrem Kind beim EU-Umweltrat wird als vertrautes Bild in Europa dargestellt, das an Licia Ronzulli erinnert, die 2010 ihre Tochter zur Plenarsitzung nach Straßburg brachte. Die Episode wird als normales Beispiel für die Vereinbarkeit von Mutterschaft und institutionellen Pflichten eingeordnet, ohne jeden Bruch.

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Donnerstag, 25. Juni 2026

Mit drei Monaten am Verhandlungstisch: Schwedens Klimaministerin bringt ihren Sohn zum EU-Rat

Romina Pourmokhtari erschien mit ihrem Baby im Tragetuch zum Umweltministertreffen in Luxemburg – ein Novum für das Gremium und ein Signal für die Vereinbarkeit von Amt und Mutterschaft.

Das Kind ruhte an ihrer Brust, als sie vor die Mikrofone trat. Romina Pourmokhtari, Schwedens Ministerin für Klima und Umwelt, hatte ihren drei Monate alten Sohn Adam in einem Tragetuch zum EU-Umweltrat nach Luxemburg mitgebracht, begleitet von einem Mitarbeiter, der einen Kinderwagen schob. Im Sitzungssaal überreichte die französische Delegierte Monique Barbut dem Säugling ein kleines Geschenk – eine Geste, die den ungewöhnlichen Auftritt in den protokollarischen Alltag einbettete. Es war, nach Kenntnis der EU-Institutionen, das erste Mal, dass ein Baby an einer formellen Ministerratssitzung teilnahm.

Die dreißigjährige Ministerin, die 2022 als jüngstes Regierungsmitglied in der Geschichte Schwedens vereidigt worden war, kehrte erst Mitte Juni aus der Elternzeit zurück. Ihr Mann hatte seinerseits eine Auszeit genommen und war mit nach Luxemburg gereist, um sich außerhalb des Verhandlungssaals um Adam zu kümmern. „Ich wollte zeigen, dass man sich nicht zwischen einer präsenten Ministerin und einer präsenten Mutter entscheiden muss“, sagte Pourmokhtari. Dafür brauche es freilich auch einen Partner, der „kein Dinosaurier“ sei, fügte sie mit einem Lächeln hinzu.

Der Auftritt lenkt den Blick auf die unterschiedlichen Voraussetzungen, die Europa Müttern im öffentlichen Amt bietet. In Schweden stützt sich das Modell auf jahrzehntelange Strukturpolitik: sechzehn Monate bezahlte Elternzeit, von denen neunzig Tage jedem Elternteil vorbehalten sind und verfallen, wenn sie nicht genommen werden. Aus italienischer Perspektive liest sich das wie eine ferne Verheißung. Dort entfielen zuletzt 74 Prozent der unbezahlten Sorgearbeit auf Frauen, die Erwerbsquote von Müttern mit Kleinkindern lag bei nur 56,6 Prozent. Dass die Abgeordnete Licia Ronzulli 2010 mit ihrer 44 Tage alten Tochter im Europaparlament erschien, galt lange als ikonisches Bild – doch erst 2022 gestattete die italienische Abgeordnetenkammer das Stillen im Plenarsaal, ein Recht, das 2024 erstmals ausgeübt wurde.

Im Kreis der Umweltminister stieß die Anwesenheit des kleinen Adam auf Wohlwollen. Der polnische Vizeklimaminister Krzysztof Bolesta bemerkte, das Kind sei keinerlei Störung gewesen: „Ich finde das großartig. Es ist kein Hindernis, es ist einfach Teil des Lebens.“ Pourmokhtari selbst sah in der Selbstverständlichkeit des Moments eine europäische Qualität. Dass sie ihr Kind mitbringen könne, sei „eines der Dinge, die Europa zu einem wunderbaren Ort zum Leben machen“. Das Bild der Ministerin, die mit dem schlafenden Säugling am Verhandlungstisch Platz nahm, fügt sich in eine Reihe von Gesten, die politische Räume durchlässiger machen sollen – von Jacinda Arderns UN-Besuch mit ihrer Tochter bis zur australischen Senatorin Larissa Waters, die 2017 im Parlament stillte.

Als Pourmokhtari nach der Sitzung den Saal verließ, blieb die Erinnerung an einen ungewöhnlichen Teilnehmer, der keine Papiere vor sich liegen hatte und doch eine stille Verhandlung führte. Der Kinderwagen, der im Flur auf seine Rückkehr wartete, stand für eine Infrastruktur, die in vielen Teilen Europas noch immer nicht selbstverständlich ist.

Divergenz der Quellen

Gesellschaft & Kultur · 7 Quellen · 4 Sprachen

32%Mittel

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig80%
Neutral20%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Israelische PresseKontinentaleuropäische Presse
Israelische Presse
IroniePragmatismus

Die schwedische Ministerin wird als moderne 'Balabusta' gefeiert, die ihr drei Monate altes Baby mit an den Tisch des EU-Rates brachte, ohne ihre politische Rolle aufzugeben. Mit einem Lächeln fügte sie hinzu, dass es einen Partner braucht, der kein 'Dinosaurier' ist, und betonte die Notwendigkeit aktiver Vaterschaft.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
DistanzPragmatismus

Die Ankunft der schwedischen Ministerin mit ihrem Kind beim EU-Umweltrat wird als vertrautes Bild in Europa dargestellt, das an Licia Ronzulli erinnert, die 2010 ihre Tochter zur Plenarsitzung nach Straßburg brachte. Die Episode wird als normales Beispiel für die Vereinbarkeit von Mutterschaft und institutionellen Pflichten eingeordnet, ohne jeden Bruch.

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