
Ägyptens vorzeitiger Achtelfinaleinzug: Deutschland kann den Pharaonen helfen
Dank des neuen WM-Formats könnte Ägypten bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Iran für die Runde der letzten 32 qualifiziert sein – ein Sieg oder Unentschieden Deutschlands gegen Ecuador würde genügen.
Noch ehe der Anpfiff ertönt, könnte für Ägypten Geschichte geschrieben sein. Die Mannschaft von Trainer Hossam Hassan steht vor dem ersten Einzug in eine K.-o.-Runde einer Weltmeisterschaft – und das womöglich, ohne selbst den Rasen betreten zu müssen. Voraussetzung: Deutschland gewinnt oder spielt unentschieden gegen Ecuador in der Gruppe E. Dann wäre den „Pharaonen“ ein Platz unter den acht besten Gruppendritten nicht mehr zu nehmen, noch bevor sie am Samstagmorgen (Ortszeit) in Seattle auf Iran treffen.
Der Schlüssel liegt im erweiterten Format der WM 2026. Neben den ersten beiden jeder der zwölf Gruppen erreichen auch die acht punktbesten Dritten das Sechzehntelfinale. Ägypten hat nach einem 1:1 gegen Belgien und einem 3:1-Erfolg über Neuseeland vier Punkte gesammelt und führt die Gruppe G an. Damit liegt das Team bereits jetzt vor Südkorea (3 Punkte, Gruppe A), Schottland (3, Gruppe C) und dem Dritten der Gruppe I – Senegal oder Irak –, der maximal drei Zähler erreichen kann. Fehlt nur noch ein weiterer Dritter, der nicht auf vier Punkte kommt. Genau hier setzt der deutsche Beitrag an: Gelingt der Mannschaft von Bundestrainer Nagelsmann ein Punktgewinn gegen Ecuador, bleibt Ecuador bei einem oder zwei Zählern. Parallel darf die Elfenbeinküste gegen Curaçao nicht verlieren, damit auch Curaçao nicht auf vier Punkte klettert. Treten beide Szenarien ein, ist Ägypten vorzeitig qualifiziert.
Die ägyptische Presse verfolgt diese Konstellation mit wachsender Spannung. „Die Teilnahme an der K.-o.-Runde ist ein Traum, den ich nie für möglich gehalten hätte“, wird Mittelfeldspieler Mostafa Ziko zitiert, der unter Tränen von seiner Nominierung erfuhr. Er würdigte Trainer Hassan, der ihm „das Leben verändert“ habe. Kapitän Mohamed Salah, so Ziko, sei eine „Legende“, die der Mannschaft unablässig positive Impulse verleihe. Der 3:1-Sieg gegen Neuseeland war der erste WM-Sieg überhaupt für Ägypten; das Team hat nun vier Punkte und könnte selbst bei einer Niederlage gegen Iran weiterkommen, sofern die Ergebnisse in anderen Gruppen mitspielen.
Aus deutscher Sicht ist die Partie gegen Ecuador ein Pflichtsieg, um die Tabellenführung in Gruppe E zu festigen. Dass ein Erfolg zugleich einem arabischen Team den historischen Durchbruch bescheren könnte, verleiht der Begegnung eine unerwartete Nebenwirkung. Sollte Ägypten tatsächlich vorzeitig qualifiziert sein, würde das Duell mit Iran zum Kampf um den Gruppensieg – und zur Chance, das Selbstvertrauen für die nächste Runde zu nähren. Die Übertragung des Spiels übernimmt BeIN Sports Max 1; Anstoß ist um 6:00 Uhr MESZ.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Iranische Medien heben hervor, dass Ägypten sich noch vor dem Duell mit dem Iran für die K.-o.-Runde qualifizieren könnte, falls Deutschland Ecuador besiegt. Ein ägyptischer Spieler wird mit der Aussage zitiert, der Iran sei ein härterer Gegner als Belgien und Neuseeland, was die Spannung auf ein Spiel erhöht, das möglicherweise bei bereits entschiedener Ausgangslage stattfindet. Die Berichterstattung bleibt pragmatisch und distanziert, mit Blick auf die Gruppenkonstellation.
Die Medien am arabischen Golf feiern einen historischen Moment für den regionalen Fußball: Marokko ist bereits qualifiziert, Ägypten steht dicht davor, und Algerien sowie Saudi-Arabien haben noch Chancen. Im Mittelpunkt stehen der kollektive Stolz und die Aussicht auf eine Rekordzahl arabischer Teams in der K.-o.-Runde. Die Darstellung verbindet triumphale Töne mit einem pragmatischen Blick auf die verbleibenden Wege.
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