
Miami im Fokus: US-Ermittlungen zu Geldwäsche in Albanien und Argentinien
Zwei separate Verfahren mit Bezug zu Miami beschäftigen Bundesbehörden: ein umstrittenes Resort-Projekt der Kushner-Familie in Albanien und Finanzströme des argentinischen Fußballverbands.
In zwei voneinander unabhängigen Verfahren befassen sich US-Bundesbehörden mit dem Verdacht der Geldwäsche und des Finanzbetrugs, die beide eine gemeinsame geografische Klammer aufweisen: Miami. Zum einen geht es um ein milliardenschweres Resort-Projekt an der albanischen Adriaküste, an dem Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, als Investor beteiligt ist. Zum anderen rücken Finanztransaktionen zwischen einem in Miami ansässigen Unternehmen und dem argentinischen Fußballverband (AFA) ins Visier der Ermittler. In beiden Fällen geht es um den Vorwurf, illegale Gelder seien über Immobiliengeschäfte oder Firmengeflechte gewaschen worden.
Im albanischen Fall hat die Sonderstaatsanwaltschaft gegen Korruption und organisierte Kriminalität (SPAK) nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters am 12. Juni 2026 Haftbefehle gegen 20 Personen erlassen, darunter der in Miami lebende Geschäftsmann Artur Shehu. Ihm wird vorgeworfen, Erlöse aus dem Kokainschmuggel über gefälschte Eigentumsdokumente in Immobilien investiert zu haben. Konkret soll Shehu ein Küstengrundstück, das er im April an eine Tochtergesellschaft des von Kushner mitfinanzierten Projektentwicklers Sazan Real Estate Development verkaufte, mit gefälschten Urkunden erworben haben. Der Kaufpreis von rund 110 Millionen Euro wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft eingefroren. Shehus Anwalt bestreitet die Vorwürfe und beruft sich auf Eigentumsrechte, die bis in die osmanische Zeit zurückreichten. Die Entwicklergesellschaft erklärte, sie gehe von der Rechtmäßigkeit des Landerwerbs aus. Die Ermittlungsakten enthalten keine Vorwürfe gegen Kushner oder die beteiligten Unternehmen. Gleichzeitig klagen Anwohner des Dorfes Zvernec seit über einem Jahrzehnt gegen Shehus Besitzansprüche und haben eigene Eigentumsurkunden vorgelegt; ihr Anwalt kündigte an, einen Baustopp für das Resort zu beantragen.
Das zweite Verfahren betrifft die argentinische Fußballwelt. Wie die Zeitung Clarín und der Miami Herald berichten, bestätigte der Geschäftsmann Guillermo Tofoni die Existenz einer vorläufigen Untersuchung durch das FBI und drei Bundesstaatsanwälte – Patrick Gushue und Christopher Ting in Washington D.C. sowie Michael Berger im südlichen Bezirk von Florida. Im Zentrum stehen Zahlungsströme der in Miami registrierten Firma TourProdEnter, die von Javier Faroni geführt wird und als Vermarkter für die AFA auftrat. Aus Sponsorengeldern von Adidas und anderen Partnern, die auf Konten bei Bank of America, JPMorgan Chase und weiteren US-Instituten eingingen, sollen nach Erkenntnissen aus einem Zivilverfahren rund 40 Millionen US-Dollar auf verbundene Gesellschaften umgeleitet worden sein. Die frühere Vizechefin der argentinischen Financial Intelligence Unit, María Eugenia Talerico, erklärte gegenüber Clarín, die Transaktionen könnten als Geldwäsche, Steuerhinterziehung oder Bankbetrug eingestuft werden. Das FBI in Miami lehnte eine Stellungnahme ab, was in der Praxis der Bundesbehörden häufig als indirekte Bestätigung laufender Ermittlungen gewertet wird.
Aus Washingtoner Sicht unterstreichen beide Fälle die zunehmende Bedeutung der südlichen Finanzdrehscheibe Miami für grenzüberschreitende Ermittlungen. Die US-Justiz wird immer dann aktiv, wenn Transaktionen über amerikanische Banken abgewickelt oder in Florida registrierte Firmen genutzt werden. Im albanischen Fall ist bislang unklar, ob die US-Behörden ein Auslieferungsersuchen aus Tirana erhalten haben; das Justizministerium äußerte sich dazu nicht. In Argentinien befindet sich das Verfahren noch im Vorstadium: Die Ermittler erstellen Zeugenlisten, bevor über die formelle Eröffnung eines Strafverfahrens entschieden wird. Beobachter in Buenos Aires verweisen darauf, dass die AFA bereits mit einer Betrugsklage Tofonis konfrontiert ist, in deren Rahmen die Finanzdaten offengelegt wurden.
Die nächsten Schritte sind in beiden Dossiers offen. In Albanien könnte die Sonderstaatsanwaltschaft Anklage gegen Shehu und weitere Beschuldigte erheben; die eingefrorenen Gelder bleiben vorerst blockiert. Das Resort-Projekt sieht sich zudem mit zivilrechtlichen Klagen der Anwohner konfrontiert. In den USA wird die Kushner-Seite nicht beschuldigt, doch die öffentliche Aufmerksamkeit für das Vorhaben dürfte zunehmen. Im AFA-Komplex hängt der Fortgang davon ab, ob die Bundesanwälte ausreichend Beweise für eine Verletzung von Bundesgesetzen sehen. Die grenzüberschreitende Kooperation zwischen US- und argentinischen Stellen wird nach Angaben des Miami Herald fortgesetzt. Mit formellen Entscheidungen ist in beiden Fällen in den kommenden Monaten zu rechnen.
| Arabische Golfpresse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
Die Dokumente und der Haftbefehl legen ein Netz aus Fälschung und Geldwäsche offen, das direkt die Geschäftsinteressen der Trump-Familie betrifft.
Indem die albanischen Rechtsdokumente als endgültiger Beweis präsentiert werden, konstruiert die Erzählung einen Korruptionsfall ohne zusätzliche Kommentare.
Der Block lässt die parallele Untersuchung des argentinischen Fußballverbands aus, die den Umfang der Finanzverbrechen in Miami über die Trump-Sphäre hinaus erweitern würde.
Das FBI und US-Staatsanwälte haben bestätigt, dass die Finanztransfers der AFA nach Miami wegen Geldwäsche und Betrug untersucht werden.
Die Verwendung einer direkten Bestätigung eines beteiligten Geschäftsmanns und die Erwähnung mehrerer US-Behörden verleihen den Vorwürfen eine offizielle Glaubwürdigkeit.
Der Block lässt den Kushner-bezogenen Grundstücksfälschungsfall aus, der die Finanzermittlungen in Miami mit hochrangigen US-Politikern verbinden würde.
Die Vorwürfe gegen den Geschäftsmann aus Miami werden sowohl mit dem Fall der Staatsanwaltschaft als auch mit dem Leugnen des Angeklagten dargestellt, was einen ausgewogenen Bericht ergibt.
Durch die strikte Einhaltung des Reuters-Berichts und das Zitieren des Anwaltsleugnens vermeidet die Erzählung Partei zu ergreifen und präsentiert die Geschichte als eine einfache rechtliche Angelegenheit.
Der Block lässt jede kritische Einordnung von Jared Kushner oder der Trump-Familie aus und erwähnt auch nicht die AFA-Untersuchung, wodurch die Geschichte auf einen einzigen Rechtsfall beschränkt wird.
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