
Marokko ringt die Niederlande im Elfmeterschießen nieder und zieht ins Achtelfinale ein
Ein Tor in der Nachspielzeit und ein gehaltener Elfmeter von Bono besiegeln in Monterrey das Aus der Oranje, die nun auf Kanada treffen.
Ismael Saibari verwandelte den entscheidenden Strafstoß und ließ das Estadio BBVA in Monterrey erbeben: Marokko setzte sich in der Runde der letzten 32 mit 3:2 im Elfmeterschießen gegen die Niederlande durch, nachdem es nach 120 Minuten 1:1 gestanden hatte. Der Einzug ins Achtelfinale gegen Kanada am 4. Juli in Houston ist der Lohn für eine Partie, in der die Nordafrikaner über weite Strecken mehr Risiko gingen, aber erst spät belohnt wurden.
Die erste Hälfte gehörte den „Löwen des Atlas“. Achraf Hakimi traf die Latte (51.), zuvor hatte bereits Neil El Aynaoui per Kopf und Hakimi mit einem Fernschuss an Bart Verbruggen gescheitert, der im niederländischen Tor mehrfach glänzend parierte. Auf der Gegenseite zeichnete sich Yassine Bounou bei einem Schuss von Micky van de Ven aus (43.). Die zunehmende Härte gipfelte in einer blutenden Kopfwunde bei Jan Paul van Hecke nach einem unbeabsichtigten Kontakt mit Noussair Mazraoui.
Als Marokko nach der Pause das Spiel diktierte, schlug die Oranje eiskalt zu: Ein weiter Abschlag Verbruggens, verlängert von Wout Weghorst, landete bei Crysencio Summerville, der den Ball im Fallen zu Cody Gakpo durchsteckte. Dessen flacher Abschluss ins lange Eck (72.) war ein Tor von tiefer Emotionalität – der Stürmer widmete es unter Tränen seinem wenige Tage zuvor im Mutterleib verstorbenen Sohn. Die niederländische Bank umarmte den sichtlich erschütterten Torschützen, während die mexikanischen Ränge, die Marokko lautstark unterstützten, kurz verstummten.
Doch die Afrikaner gaben sich nicht geschlagen. In der ersten Minute der Nachspielzeit stieg Issa Diop nach einer präzisen Flanke von Chemsdine Talbi am höchsten und köpfte unhaltbar zum 1:1 ein. In der Verlängerung rettete Verbruggen gegen Soufiane Rahimi (96.) erneut, ehe die Entscheidung vom Punkt fiel. Dort avancierte Bono zum Helden, als er den Schuss von Summerville parierte, während auf niederländischer Seite Justin Kluivert und Quinten Timber nur das Aluminium trafen bzw. verzogen. Saibari verwandelte den letzten Elfmeter sicher und löste Jubelstürme aus, die von den mexikanischen Fans mit „Cielito Lindo“-Gesängen untermalt wurden – eine Reminiszenz an das umstrittene Achtelfinal-Aus Mexikos gegen die Niederlande 2014, das in Monterrey noch immer nachhallt.
Für Marokko, das seit 33 Spielen ungeschlagen ist und bei der WM 2022 den vierten Platz belegte, geht der Lauf weiter. Die Niederlande, die nach drei Finalteilnahmen ohne Titel bleiben, scheiden dagegen früh aus. Im Achtelfinale wartet mit Kanada einer der Gastgeber, der sich zuvor gegen Südafrika durchgesetzt hatte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
2 Mediengruppen · 2 Sprachen
In einer dramatischen Nacht in Monterrey vollbrachte Marokko eine epische Heldentat, indem es die Niederlande im Elfmeterschießen bezwang, angefeuert von einem mexikanischen Publikum, das auf Rache aus war. Die Atlas-Löwen kippten ein bereits besiegeltes Schicksal, bescherten Lateinamerika intensive Freude und verwandelten das Stadion in einen Karneval der Gefühle.
Die Niederlande scheiden auf bittere Weise aus der Weltmeisterschaft aus, unfähig, die Führung bis zur Nachspielzeit zu halten, und scheitern dann im Elfmeterschießen an einem entschlosseneren Marokko. Das frühe Aus wirft Fragen zur mentalen Belastbarkeit der Mannschaft und zum Umgang mit Schlüsselmomenten auf – an einem Abend, an dem es an Abgeklärtheit mangelte.
Erweitere deinen Horizont
Irans Machtdemonstration: Das Staatsbegräbnis für Ali Khamenei als geopolitische Bühne
9 Sprachen · 50 Quellen
Aus Economy & MarketsBYD vor Rückkehr an die Weltspitze – Europas Autobauer unter Druck
3 Sprachen · 13 Quellen
Aus TechnologyIndien stoppt WhatsApps Nutzernamen-Funktion und weitet Prüfung auf Telegram und Signal aus
4 Sprachen · 16 Quellen