
London und Washington verschärfen zeitgleich Einwanderungs- und Visaregeln
Das Vereinigte Königreich weitet die Visumpflicht aus und verschärft Abschieberegeln, während die USA das H-1B-Programm und den Studentenaufenthalt neu regulieren.
Die Regierungen in London und Washington haben im Juli 2026 nahezu zeitgleich tiefgreifende Änderungen ihrer Einwanderungs- und Visabestimmungen auf den Weg gebracht. Das britische Innenministerium legte dem Unterhaus mit der Statement of Changes HC 259 eine Überarbeitung von 42 Abschnitten des Einwanderungsrechts vor, die unter anderem die Liste visumpflichtiger Staaten um mehr als 100 Länder erweitert und die Abschiebung bei Bewährungsstrafen von mindestens zwölf Monaten vorsieht. Das US-Heimatschutzministerium kündigte parallel an, die Ausnahmen von der H-1B-Obergrenze für Hochschulen zu beschneiden und die Lohnuntergrenzen für Fachkräftevisa anzuheben. Beide Pakete treten gestaffelt ab Ende Juli beziehungsweise im August in Kraft.
Aus Londoner Sicht dient die Reform der Vereinheitlichung und Verschärfung des Aufenthaltsrechts. In 30 Visakategorien – vom Skilled Worker bis zum Studentenvisum – wird künftig ein identischer Standardtext gelten, der Antragstellern bei Verstößen gegen Einwanderungsgesetze oder bei einer Entlassung auf immigration bail die Verlängerung des Aufenthalts verwehrt. Für Verurteilungen ab dem 22. März 2026 werden zudem Bewährungsstrafen von mindestens einem Jahr wie Haftstrafen behandelt und lösen ein öffentliches Interesse an der Abschiebung aus. Die aktualisierte Visaliste für Aufenthalte unter sechs Monaten umfasst nun auch Staaten wie Indien, Nigeria, Südafrika und die Philippinen. Anträge, die vor dem 3. August 2026 eingehen, werden noch nach den bisherigen Regeln beschieden.
Die von den US-Ministerien für Innere Sicherheit, Arbeit und Äußeres vorgelegten Regelungsvorhaben zielen nach Darstellung der Behörden auf den Schutz inländischer Arbeitskräfte und die Integrität der Visa-Programme. Die Lohnschwelle für H-1B-Anträge und das PERM-Verfahren für Greencards soll vom 17. auf das 34. Perzentil steigen, was die Kosten für sponsernde Arbeitgeber erhöht. Für internationale Studierende ist ein Wechsel vom bisherigen Duration-of-Status-Prinzip zu festen Aufenthaltsfristen mit Verlängerungspflicht vorgesehen; die beliebten Optional-Practical-Training-Programme werden ab Februar 2027 strengeren Auflagen unterliegen. Indische IT-Dienstleister, die Fachkräfte an Kundenstandorte entsenden, müssen künftig detaillierter nachweisen, dass es sich um spezialisierte Tätigkeiten handelt.
In Neu-Delhi werden die parallelen Verschärfungen als doppelte Belastung für die eigene IT-Industrie und die große Zahl indischer Studierender gewertet, die zusammen rund drei Viertel der H-1B-Bewilligungen und den größten Anteil internationaler Studierender in den USA stellen. Migrationsexperten in Berlin und Wien verweisen darauf, dass die angelsächsischen Restriktionen den Wettbewerb um Fachkräfte verschieben und den deutschsprachigen Raum als alternatives Ziel für Talente aus Drittstaaten attraktiver machen könnten. Die britischen Änderungen treten für EU-Anhänge am 30. Juli, für alle übrigen Kategorien am 3. August 2026 in Kraft; die US-Regeln werden im August erwartet, einzelne Bestimmungen folgen im Februar 2027.
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
The United Kingdom imposes new barriers on citizens of over 100 countries, including many Africans, making it harder to travel, work, and study.
The detailed list of countries creates the impression of an objective and indisputable measure, hiding the political choice to exclude certain nations.
The United States proposes changes to the H-1B program and OPT, framing them as routine regulatory updates.
The detailed description of procedures and involved agencies normalizes the restrictions, presenting them as technical steps rather than political choices.
The United States blocks entry and exit for holders of passports issued this year, directly affecting Latin American travelers.
The use of the verb 'block' attributes intentionality and hostility to the American state, turning a technical norm into an act of closure.
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