
Glasrecycling in Italien erreicht 82,1 Prozent – Kreislaufwirtschaft als lokale und globale Aufgabe
Während Italien einen neuen Höchstwert beim Glasrecycling vermeldet und Millionen Kubikmeter Gas einspart, zeigen Initiativen in Brasilien und Mexiko, wie bürgerschaftliches Engagement die Entsorgung verändert.
Die italienische Glasrecyclingquote ist im Jahr 2025 auf 82,1 Prozent gestiegen, ein Plus von 2,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Nach Angaben des Konsortialverbands CoReVe wurden 2,16 Millionen Tonnen Altglas stofflich verwertet. Dadurch ließen sich 408 Millionen Kubikmeter Erdgas einsparen – das entspricht dem Jahresverbrauch einer Stadt von der Größe Mailands – und 2,4 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen vermeiden. Die vermiedenen Deponiekosten beziffert das Konsortium auf 479 Millionen Euro, während die an die Kommunen ausgezahlten Entsorgungsentgelte auf 146 Millionen Euro kletterten.
Der Mechanismus stützt sich auf ein flächendeckendes Netz von knapp 7.500 angeschlossenen Gemeinden, die 96,4 Prozent der Bevölkerung abdecken. Allerdings bleibt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Während das Aostatal 62,7 Kilogramm pro Einwohner sammelt, sind es in Sizilien nur 28,6 Kilogramm. Die regionale Spreizung zeigt, dass die Infrastruktur allein nicht genügt; aus Sicht des Konsortiums ist die Qualität der getrennten Sammlung die entscheidende Stellschraube. Ein 2025 erneuertes technisches Regelwerk (Allegato tecnico vetro) soll die Zusammenarbeit mit den Kommunen für die kommenden vier Jahre auf eine stabilere Grundlage stellen.
Parallel dazu setzen lokale Projekte in anderen Weltregionen auf die Verbindung von Anreiz und Infrastruktur. Im brasilianischen Pompéu wandelt das Programm „Grana Limpa“ gesammelte Wertstoffe in digitale Guthaben um, die bei 14 lokalen Händlern eingelöst werden können; im ersten Monat wurden 736 Kilogramm Papier, Kunststoff und Metall erfasst. In Taubaté (Bundesstaat São Paulo) intensivierte die Stadtverwaltung die Räumung wilder Müllkippen und sammelte allein im Mai 1.600 Tonnen Abfälle ein, nachdem zweckgebundene Gebühren die operative Schlagkraft erhöht hatten. In Monterrey (Mexiko) wiederum organisiert die Bürgerinitiative Vecinos Sustentables Metropolitanos Sammelkampagnen, die seit Ende 2022 insgesamt 61 Tonnen Wertstoffe dem Recycling zuführten. Deren Sprecher betont, entscheidend sei nicht das Sammeln an sich, sondern die Gewöhnung an die Trennung im Haushalt.
Die Rolle der Kommunikation rückt zunehmend in den Fokus. CoReVe hat mit der Mailänder Università Iulm ein Rahmenabkommen geschlossen, das Studierende für die Vermittlung von Nachhaltigkeitsthemen sensibilisieren soll. Aus Sicht der lombardischen Regionalregierung ist eine datenbasierte, nicht sloganhafte Kommunikation Teil der Infrastruktur der Kreislaufwirtschaft. Der nächste Entwicklungsschritt wird sein, ob die steigenden Sammelmengen mit einer verbesserten Qualität des Scherbenguts einhergehen – und ob die südeuropäischen Regionen den Rückstand verringern können. Die überarbeiteten technischen Vorgaben in Italien treten 2026 in Kraft; ihre Wirkung wird sich frühestens in den Jahresdaten 2027 ablesen lassen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Lokale Initiativen verwandeln Abfall in gemeinschaftlichen Wert, wie ein brasilianisches Projekt zeigt, das Wertstoffe in digitale Guthaben für die Bewohner umwandelt. Der Schwerpunkt liegt auf staatsbürgerlicher Bildung und der Abfallvermeidung an der Quelle, inspiriert von den disziplinierten Beispielen Japans und Schwedens. Diese Basisbemühungen zeigen, dass Kreislaufwirtschaft mit täglichen Gewohnheiten und lokaler Zusammenarbeit beginnt.
Fortschrittliches mechanisches Recycling kann nun hochwertige Folien aus flexiblen Haushaltskunststoffabfällen herstellen, so ein neuer Industriebericht, und ebnet den Weg für die kommerzielle Skalierung. In der Lombardei erreicht die Glassammlung fast 50 kg pro Kopf und Jahr und übertrifft damit bereits die EU-Ziele für 2030. Das Narrativ betont, dass hochwertige Kommunikation und systemische Voraussetzungen eine wesentliche Infrastruktur für die Kreislaufwirtschaft sind.
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