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Energie & KlimaFreitag, 26. Juni 2026

Rekordhitze in Europa: Klimawandel als Treiber der extremen Junitemperaturen

Eine Attributionsstudie zeigt, dass die derzeitige Hitzewelle ohne menschgemachte Erwärmung praktisch unmöglich gewesen wäre – die Temperaturen liegen bis zu 12 Grad über dem saisonalen Mittel.

Die gegenwärtige Hitzewelle ist die schwerste, die jemals in Europa gemessen wurde. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Analyse der Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) hervor. Demnach wären die derzeitigen Tages- und Nachttemperaturen im Juni vor 50 Jahren „praktisch unmöglich“ gewesen. Eine vergleichbare Welle im Jahr 1976 wäre tagsüber um 3,5 Grad und nachts um 2,4 Grad kühler ausgefallen. Die Studie, die auf Beobachtungsdaten und Vorhersagen seit dem 18. Juni beruht, kommt zu dem Schluss, dass der Klimawandel „eindeutig“ für die Intensität verantwortlich ist. Das natürliche Wetterphänomen El Niño spielte demnach keine Rolle.

Die Ursache der Extremhitze ist ein sogenannter Omegablock – ein stabiles Hochdruckgebiet, das heiße Luft aus Nordafrika über West- und Mitteleuropa einschließt und das Abfließen kühlerer Luftmassen verhindert. In der Folge stiegen die Temperaturen in weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands, Spaniens, Italiens und des Vereinigten Königreichs auf über 40 Grad. In Saarbrücken wurden am Freitag 40,9 Grad gemessen, womit der bisherige Juni-Rekord Deutschlands von 39,6 Grad aus dem Jahr 2019 übertroffen wurde. In der Schweiz verzeichnete Basel mit 38 Grad die höchste jemals im Juni gemessene Temperatur. Die Niederlande gaben erstmals eine rote Hitzewarnung heraus.

Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. In Frankreich meldeten die Behörden 55 Todesfälle durch Ertrinken, da viele Menschen in nicht überwachten Gewässern Abkühlung suchten. Die Pariser Krankenhäuser verzeichneten eine Vervierfachung der Notrufe wegen Herzstillständen und näherten sich nach Angaben des Polizeipräfekten der Sättigungsgrenze. Um die Rettungsdienste zu entlasten, wurde der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum untersagt und Großveranstaltungen wie die Pride-Parade und das Musikfestival Solidays wurden abgesagt. In Spanien schätzt das MoMo-Überwachungssystem, dass zwischen Sonntag und Mittwoch 212 Todesfälle mit der Hitze in Verbindung stehen könnten. Aus wirtschaftlicher Sicht warnt der Kreditversicherer Allianz Trade, dass extreme Hitze zu einem strukturellen Risiko für Europa wird. Für Frankreich werden kumulative BIP-Verluste von bis zu 240 Milliarden Dollar bis 2030 prognostiziert, für Deutschland 131 Milliarden.

Die WWA-Studie unterstreicht, dass die nächtlichen Temperaturen heute etwa hundertmal wahrscheinlicher sind als während der Hitzewelle von 2003. In 45 Prozent der 854 untersuchten europäischen Städte wurden Rekorde beim thermischen Stress gebrochen oder stehen kurz bevor. Besonders betroffen sind urbane Räume, in denen Gebäude und Infrastruktur nicht auf derartige Temperaturen ausgelegt sind. In Deutschland führten Hitzeschäden zu Fahrbahnaufwölbungen auf der A2 und zu Stromausfällen. Die Deutsche Bahn empfahl, nicht notwendige Reisen zu vermeiden.

Der Schwerpunkt der Hitze verlagert sich nun ostwärts. Für das Wochenende werden in Brandenburg, Sachsen und Teilen Polens Temperaturen von bis zu 43 Grad erwartet. Der österreichische Grand Prix in Spielberg hat eine Hitzewarnung ausgerufen. Die nächste Belastungsprobe steht den ohnehin angespannten Energienetzen und Gesundheitssystemen in den östlichen Bundesländern und Nachbarstaaten unmittelbar bevor.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

24%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Progressiv
AlarmDringlichkeit

Die rekordverdächtige Hitzewelle in Europa wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen. Wissenschaftler warnen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel solche Extremereignisse viel wahrscheinlicher macht und das tägliche Leben sowie die Infrastruktur beeinträchtigt. Die Analyse unterstreicht die Dringlichkeit, die sich beschleunigende Klimakrise anzugehen.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
AlarmDringlichkeit

Der Klimawandel ist eindeutig für die Intensität der Hitzewelle verantwortlich, die Westeuropa heimsucht. Die Studie zeigt, dass die Tagestemperaturen ohne die vom Menschen verursachte Erwärmung um 3,5°C niedriger gewesen wären und das Ereignis vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen wäre. Die Ergebnisse sind eine eindringliche Warnung: Das Unmögliche ist möglich geworden.

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Freitag, 26. Juni 2026

Rekordhitze in Europa: Klimawandel als Treiber der extremen Junitemperaturen

Eine Attributionsstudie zeigt, dass die derzeitige Hitzewelle ohne menschgemachte Erwärmung praktisch unmöglich gewesen wäre – die Temperaturen liegen bis zu 12 Grad über dem saisonalen Mittel.

Die gegenwärtige Hitzewelle ist die schwerste, die jemals in Europa gemessen wurde. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Analyse der Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) hervor. Demnach wären die derzeitigen Tages- und Nachttemperaturen im Juni vor 50 Jahren „praktisch unmöglich“ gewesen. Eine vergleichbare Welle im Jahr 1976 wäre tagsüber um 3,5 Grad und nachts um 2,4 Grad kühler ausgefallen. Die Studie, die auf Beobachtungsdaten und Vorhersagen seit dem 18. Juni beruht, kommt zu dem Schluss, dass der Klimawandel „eindeutig“ für die Intensität verantwortlich ist. Das natürliche Wetterphänomen El Niño spielte demnach keine Rolle.

Die Ursache der Extremhitze ist ein sogenannter Omegablock – ein stabiles Hochdruckgebiet, das heiße Luft aus Nordafrika über West- und Mitteleuropa einschließt und das Abfließen kühlerer Luftmassen verhindert. In der Folge stiegen die Temperaturen in weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands, Spaniens, Italiens und des Vereinigten Königreichs auf über 40 Grad. In Saarbrücken wurden am Freitag 40,9 Grad gemessen, womit der bisherige Juni-Rekord Deutschlands von 39,6 Grad aus dem Jahr 2019 übertroffen wurde. In der Schweiz verzeichnete Basel mit 38 Grad die höchste jemals im Juni gemessene Temperatur. Die Niederlande gaben erstmals eine rote Hitzewarnung heraus.

Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. In Frankreich meldeten die Behörden 55 Todesfälle durch Ertrinken, da viele Menschen in nicht überwachten Gewässern Abkühlung suchten. Die Pariser Krankenhäuser verzeichneten eine Vervierfachung der Notrufe wegen Herzstillständen und näherten sich nach Angaben des Polizeipräfekten der Sättigungsgrenze. Um die Rettungsdienste zu entlasten, wurde der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum untersagt und Großveranstaltungen wie die Pride-Parade und das Musikfestival Solidays wurden abgesagt. In Spanien schätzt das MoMo-Überwachungssystem, dass zwischen Sonntag und Mittwoch 212 Todesfälle mit der Hitze in Verbindung stehen könnten. Aus wirtschaftlicher Sicht warnt der Kreditversicherer Allianz Trade, dass extreme Hitze zu einem strukturellen Risiko für Europa wird. Für Frankreich werden kumulative BIP-Verluste von bis zu 240 Milliarden Dollar bis 2030 prognostiziert, für Deutschland 131 Milliarden.

Die WWA-Studie unterstreicht, dass die nächtlichen Temperaturen heute etwa hundertmal wahrscheinlicher sind als während der Hitzewelle von 2003. In 45 Prozent der 854 untersuchten europäischen Städte wurden Rekorde beim thermischen Stress gebrochen oder stehen kurz bevor. Besonders betroffen sind urbane Räume, in denen Gebäude und Infrastruktur nicht auf derartige Temperaturen ausgelegt sind. In Deutschland führten Hitzeschäden zu Fahrbahnaufwölbungen auf der A2 und zu Stromausfällen. Die Deutsche Bahn empfahl, nicht notwendige Reisen zu vermeiden.

Der Schwerpunkt der Hitze verlagert sich nun ostwärts. Für das Wochenende werden in Brandenburg, Sachsen und Teilen Polens Temperaturen von bis zu 43 Grad erwartet. Der österreichische Grand Prix in Spielberg hat eine Hitzewarnung ausgerufen. Die nächste Belastungsprobe steht den ohnehin angespannten Energienetzen und Gesundheitssystemen in den östlichen Bundesländern und Nachbarstaaten unmittelbar bevor.

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Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Progressiv
AlarmDringlichkeit

Die rekordverdächtige Hitzewelle in Europa wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen. Wissenschaftler warnen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel solche Extremereignisse viel wahrscheinlicher macht und das tägliche Leben sowie die Infrastruktur beeinträchtigt. Die Analyse unterstreicht die Dringlichkeit, die sich beschleunigende Klimakrise anzugehen.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
AlarmDringlichkeit

Der Klimawandel ist eindeutig für die Intensität der Hitzewelle verantwortlich, die Westeuropa heimsucht. Die Studie zeigt, dass die Tagestemperaturen ohne die vom Menschen verursachte Erwärmung um 3,5°C niedriger gewesen wären und das Ereignis vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen wäre. Die Ergebnisse sind eine eindringliche Warnung: Das Unmögliche ist möglich geworden.

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