
JPMorgan Chase nähert sich der Billionen-Dollar-Marke – Rekordgewinn treibt Bewertung auf über 900 Milliarden
Der US-Bankenriese hat den höchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte erzielt und rückt damit als erstes Geldhaus in Reichweite einer Billionen-Dollar-Marktkapitalisierung, während er gleichzeitig seine Expansion in Europa, dem Nahen Osten und Afrika forciert.
Die Aktien von JPMorgan Chase erreichten nach Vorlage der Quartalszahlen ein Allzeithoch und katapultierten die Marktkapitalisierung des Instituts auf rund 920 Milliarden Dollar. Auslöser war ein Nettogewinn von über 21 Milliarden Dollar im zweiten Quartal – das beste Ergebnis, das je eine US-Bank erzielt hat. Zinserträge, verwaltetes Vermögen und Einlagen legten gleichermaßen zu, und die Investmentbanking-Pipeline ist nach Aussage von Finanzvorstand Jeremy Barnum robust. Analysten sehen das Institut damit auf Kurs, als erste Bank der Welt die symbolträchtige Bewertung von einer Billion Dollar zu erreichen und in einen Klub aufzusteigen, der bisher Technologiekonzernen wie Tesla oder Meta vorbehalten war.
Getragen wird der Höhenflug von einer Geschäftsstruktur, die sowohl vom Wall-Street-Transaktionsgeschäft als auch vom klassischen Kredit- und Privatkundengeschäft profitiert. Während die Erträge aus Fusionen, Übernahmen und Kapitalmarkttransaktionen kräftig anzogen, stützt die anhaltende Konsumstärke das Kreditkarten- und Hypothekengeschäft. Anleger schreiben der Führung von Konzernchef Jamie Dimon einen eigenständigen Bewertungsaufschlag zu – den sogenannten „Jamie premium“. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,6 auf Basis der erwarteten Gewinne notiert die Aktie deutlich über dem Durchschnitt des S&P-500-Bankenindex. Dimon selbst skizzierte bei der Bilanzpressekonferenz ein langes Anforderungsprofil für seine Nachfolge, die trotz intensivierter Planung weiterhin als zentraler Faktor für die künftige Bewertung gilt.
Parallel zur Rekordfahrt an der Börse baut JPMorgan seine Präsenz in Europa, dem Nahen Osten und Afrika aus. Bis Jahresende sollen 30 leitende Banker eingestellt werden, um das Firmenkundengeschäft in der Region zu stärken und Finanzierungen im Rahmen einer globalen Sicherheits- und Resilienzinitiative zu begleiten. Die Zahl der EMEA-Kunden stieg in den vergangenen zwei Jahren um ein Viertel, die Erträge um 15 Prozent. Besonders im Nahen Osten hat die Bank ihre Kreditvergabe ausgeweitet, während andere Institute ihr Risiko infolge der US-iranischen Spannungen reduzierten. Aus italienischer Perspektive wird derweil der Ruf nach einer aktiven Industriepolitik lauter: Die Produktivität der italienischen Wirtschaft liegt weiterhin über einen Prozentpunkt unter dem deutschen und französischen Niveau, und die positiven Impulse des PNRR laufen aus. Italienische Banken wie Unicredit und Intesa Sanpaolo werden in den kommenden Wochen ihre Halbjahreszahlen vorlegen, wobei die schwache Eigenkapitalbasis vieler kleiner und mittlerer Unternehmen die Kreditvergabe für das laufende Geschäft belastet.
Trotz der Euphorie mahnen Marktbeobachter zur Vorsicht. Der Analyst Fabien Yip von IG verweist auf das Beispiel Walmart, dessen Bewertung nach dem Überschreiten der Billionen-Marke wieder darunter fiel. Austin Taggart von Morningstar warnt, dass das derzeit hohe Niveau der Handels- und Investmentbanking-Erträge nicht dauerhaft sein müsse. Der nächste Prüfstein für die Stimmung an den Märkten sind die anstehenden Quartalsberichte der großen italienischen Geldhäuser sowie die weitere Entwicklung der Transaktionsvolumina im zweiten Halbjahr.
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | +0.80 | aligned |
| Arabische Golfpresse | +0.30 | aligned |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.10 | neutral |
Europa muss auf die amerikanische Vorherrschaft reagieren, erkennt aber JPMorgans Verdienst an.
Der Kontrast zwischen US-Erfolg und europäischer Schwäche wird genutzt, um politisches Handeln voranzutreiben.
Die Leistung europäischer Banken wird nicht analysiert, was ihre Unterlegenheit implizit lässt.
JPMorgan ist ein unaufhaltsamer Gigant, ein globaler Führer.
Die Betonung von Rekorden und Dimons Führung schafft eine Erzählung des unvermeidlichen Erfolgs.
Die Auswirkungen von Regulierung oder geopolitischen Spannungen auf Banken werden nicht diskutiert.
JPMorgan investiert in der Region und bringt Chancen.
Die Expansion wird als Chance für den Golf dargestellt, ohne die lokale Konkurrenz zu kritisieren.
Druck auf lokale Banken oder Abhängigkeitsrisiken werden nicht erwähnt.
Der nächste CEO von JPMorgan muss außergewöhnliche Qualitäten besitzen.
Führung wird durch eine Liste von Tugenden personalisiert, was die Nachfolge vermenschlicht.
Finanzielle Leistung oder Branchenherausforderungen werden nicht diskutiert.
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