
Japans ungebrochene Europa-Serie: 2:2 gegen die Niederlande und eine weltweit beachtete Geste der Fans
Im texanischen Dallas erkämpft Japan zum WM-Auftakt ein 2:2 und verlängert seine Ungeschlagenheit gegen europäische Gegner auf zehn Partien – während die Anhängerschaft mit ihrer Putztradition erneut globale Anerkennung erntet.
Mit einem leidenschaftlich erkämpften 2:2 gegen die Niederlande hat Japan seine beeindruckende Serie gegen europäische Nationalteams fortgeschrieben. Es war bereits das zehnte Pflicht- oder Freundschaftsspiel in Folge, in dem die „Samurai Blue“ ungeschlagen blieben – eine Bilanz, die seit dem 1:0 im Juni 2019 gegen Schottland gewachsen ist und die auch Siege über Deutschland und Spanien bei der WM 2022 umfasst. Für europäische Beobachter, nicht zuletzt in Deutschland, unterstreicht dies die nachhaltige Verschiebung der Kräfteverhältnisse im globalen Fußball.
In der Partie von Arlington, Texas, entfaltete sich das Drama vor allem nach der Pause. Nach einer chancenarmen ersten Hälfte köpfte Kapitän Virgil van Dijk die Niederländer in der 51. Minute in Führung, nur um sechs Minuten später von Keito Nakamura gekontert zu werden. Crysencio Summerville stellte in der 64. Minute erneut auf Vorsprung für Oranje, doch Daichi Kamadas später Treffer in der 88. Minute sicherte den Asiaten den Punktgewinn. Aus japanischer Perspektive war es der verdiente Lohn für eine taktisch disziplinierte Leistung, bei der Trainer Hajime Moriyasu trotz aller Anerkennung für den Kampfgeist seiner Mannschaft offen die verpasste Chance auf drei Punkte bedauerte.
Weit über das Sportliche hinaus sorgte jedoch das Verhalten der japanischen Fans für Schlagzeilen rund um den Globus. Wie bereits bei früheren Weltmeisterschaften blieben Hunderte Anhänger nach dem Abpfiff im AT&T Stadium, um Tribünen und Sitzreihen mit blauen Müllsäcken von Abfällen zu reinigen. Die FIFA verbreitete die Bilder in sozialen Netzwerken und auch der als TV-Korrespondent anwesende NFL-Quarterback Jameis Winston beteiligte sich spontan an der Aufräumaktion. „Es ist unsere Kultur und eine Frage des Respekts – gegenüber den Spielern, den anderen Fans und dem Stadion“, erklärte ein junger Fan mit dem blauen Nationaltrikot gegenüber internationalen Nachrichtenagenturen. In japanischen Schulen wird das gemeinsame Reinigen der Klassenräume früh eingeübt; der Reflex, einen Ort sauberer zu verlassen, als man ihn vorgefunden hat, ist tief im Alltag verwurzelt und wird bei Sportgroßereignissen zum stillen Exportschlager japanischer Werte.
Während Ronald Koeman die Stärke des Gegners anerkannte und für die Niederlande das Remis als lehrreich einordnete, gab es harsche Töne aus dem eigenen Lager: Altinternationale wie Rafael van der Vaart kritisierten Van Dijks Defensivverhalten scharf und verglichen seine Drehungen mit einem schwerfälligen Jumbojet. Japan blickt nun auf die Duelle mit Tunesien, die Niederlande auf Schweden. Für die Samurai Blue ist der Start ein weiterer Beleg dafür, dass der WM-Geheimfavoritenstatus nicht länger nur leise Hoffnung, sondern realistische Erwartung ist.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die japanischen Fans gewannen erneut die weltweite Bewunderung, indem sie nach dem Spiel die Ränge reinigten und damit eine lange kulturelle Tradition von Respekt und Sauberkeit demonstrierten. Die Aktion ging viral und festigte das Bild der Blue Samurai-Anhänger als vorbildliche Fußballfans.
Die japanischen Fans gingen erneut mit gutem Beispiel voran und reinigten das Dallas-Stadion nach dem Unentschieden gegen die Niederlande. Die FIFA selbst teilte das Video und lobte die Geste als Lektion in Anstand für alle Fußballfans.
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