
Tunisien entlässt Trainer Lamouchi nach 1:5-Debakel gegen Schweden – erster Rauswurf der WM 2026
Nach der historischen Niederlage zum WM-Auftakt trennt sich der tunesische Verband umgehend von Sabri Lamouchi; eine Interimslösung soll das Team vor dem Japan-Spiel stabilisieren.
Die erste Trainerentlassung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erfolgte keine 24 Stunden nach dem Abpfiff: Tunesiens Verband zog am Montag die Reißleine und enthob Sabri Lamouchi seines Amtes, nachdem die „Adler von Karthago“ im mexikanischen Monterrey mit 1:5 gegen Schweden untergegangen waren. Noch während der Partie sollen Spieler und Delegationsmitglieder auf der Bank und später im Hotel eine Ablösung gefordert haben; tunesische Radiostationen berichteten von hitzigen Auseinandersetzungen. Der französischstämmige Coach, einst Profi bei Parma, Inter und Genua, hatte das Team erst im Januar übernommen und in fünf Partien nur einen Sieg eingefahren – die desolate Defensivleistung gegen die Skandinavier, bei der Torhüter Mouhib Chamakh und Kapitän Ellyes Skhiri folgenschwere Fehler unterliefen, besiegelte sein Ende.
Aus nordafrikanischer Perspektive ist der Schritt drastisch, aber nicht beispiellos: Bereits 1998 trennte sich Tunesien während des Turniers von Henryk Kasperczak. Lamouchis Vorgänger Sami Trabelsi war nach dem Afrika-Cup-Aus gegen Mali entlassen worden, sodass der Verband binnen weniger Monate zum zweiten Mal einen Neuanfang sucht. Europäische Beobachter verweisen auf die strukturelle Kurzatmigkeit im tunesischen Fußball; die Erwartungshaltung nach der geglückten Qualifikation kollidierte mit einer Vorbereitung, die Niederlagen gegen Österreich und Belgien sowie ein Remis gegen Kanada offenbarte. Die schwedische Presse wiederum kommentierte die Demission mit Genugtuung: „Blågult“ habe den Gegner nicht nur deklassiert, sondern gleich den Trainer mit aus dem Turnier genommen.
Als Interimslösung präsentierte der Verband Mondher Kebaier, der die Nationalelf bereits von 2019 bis 2022 betreut hatte; andere Quellen nennen den bisherigen Assistenten Wahbi Khazri. Die offizielle Mitteilung spricht von einer „einvernehmlichen Trennung“, doch die Eile deutet auf tiefe Zerwürfnisse hin. In Monterrey war die Mannschaft nach dem 0:4-Rückstand auseinandergefallen, und die Kapitulation vor den pfeilschnellen Angreifern Alexander Isak und Viktor Gyökeres legte taktische Mängel schonungslos offen. Lamouchi selbst räumte ein, „zu viele Fehler auf diesem Niveau“ gemacht zu haben – ein Eingeständnis, das die Verbandsführung offenbar als Rücktrittsangebot wertete.
Für die verbleibenden Gruppenspiele gegen Japan und die Niederlande steht Tunesien nun vor einer doppelten Hypothek: Die mathematische Chance auf das Achtelfinale besteht zwar noch, doch das zerrüttete Innenverhältnis und der improvisierte Stab erschweren jede sportliche Wende. Aus asiatischer Sicht dürfte Japan die Gunst der Stunde wittern, während die Niederlande als Gruppenfavorit kaum Mitleid zeigen werden. Die WM 2026, ohnehin geprägt von Rekordteilnehmerzahlen und globaler Aufmerksamkeit, erhält mit diesem Rauswurf eine frühe Lektion über die Unerbittlichkeit des Turniers – und über die fragile Geduld von Verbänden, die selbst während des größten Bühnenstücks keine Schonzeit gewähren.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Nach dem 1:5-Debakel gegen Schweden stürzt Tunesien ins Chaos: Hotelstreit und technische Missverständnisse führen zur Entlassung von Trainer Lamouchi noch während des Turniers – nach nur fünf Spielen. Der spektakuläre Rauswurf erfolgte nach einer eilig einberufenen Krisensitzung des Verbands.
Die WM 2026 wird zur Trainer-Schreddermaschine: Tunesien entlässt Sabri Lamouchi nur Stunden nach dem 1:5 gegen Schweden – der erste Rauswurf eines Trainers während des laufenden Turniers. Eine Mini-Amtszeit von fünf Spielen und ein auseinanderfallendes Team führten zu einem historischen Beschluss.
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