
Fox kauft Streaming-Plattform Roku für 22 Milliarden Dollar
Der US-Medienkonzern Fox Corporation übernimmt Roku und schafft damit den drittgrößten Fernsehanbieter der USA – ein Signal für die globale Konsolidierung im Streaming-Markt.
Die von der Familie Murdoch kontrollierte Fox Corporation hat am Montag eine definitive Vereinbarung zur Übernahme der Streaming-Plattform Roku bekannt gegeben. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 22 Milliarden Dollar, die teils in bar, teils in Fox-Aktien beglichen werden. Mit dem Zusammenschluss entsteht nach Angaben beider Unternehmen der drittgrößte Akteur auf dem US-Fernsehmarkt, gemessen an der Zuschauerbeteiligung. Fox-Chef Lachlan Murdoch sprach von einem „entscheidenden Moment“ für den Konzern, der sich 2019 von großen Teilen seines Film- und Unterhaltungsgeschäfts getrennt hatte, um sich auf Live-Sport und Nachrichten zu konzentrieren. Nun erhält Fox direkten Zugang zu mehr als 100 Millionen Haushalten, die Roku als Zugangsportal zu Streaming-Diensten nutzen, und kann so zielgerichtete Werbung ausspielen sowie die Abhängigkeit vom traditionellen Kabelfernsehen verringern.
Aus Washingtoner und New Yorker Sicht wird die Transaktion als strategischer Coup gewertet, der dem Medienhaus die Kontrolle über wertvolle Nutzerdaten und Werbeflächen verschafft. Roku erzielt den überwiegenden Teil seiner Einnahmen bereits aus Werbung; das von Fox betriebene kostenlose, werbefinanzierte Angebot Tubi ergänzt dieses Geschäftsmodell. Analysten sehen darin die späte Verwirklichung von Rupert Murdochs jahrzehntelangem Traum, einen digitalen Programmführer für das Fernsehzeitalter zu besitzen. Die Börse reagierte mit einem Kurssprung der Roku-Aktie um über 20 Prozent, während Fox-Papiere leicht nachgaben. Der Abschluss der Transaktion, die noch der Zustimmung der Regulierungsbehörden bedarf, wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. In Europa und insbesondere im deutschsprachigen Raum ist Roku bislang nicht vertreten; die Plattform operiert neben den USA nur in Kanada, Mexiko und Großbritannien. Dennoch strahlt der Deal auf die hiesige Medienlandschaft aus. Er zeigt, wie klassische Rundfunkhäuser durch den Kauf von Technologieplattformen versuchen, im Wettbewerb mit Netflix, Amazon und Disney nicht nur Inhalte anzubieten, sondern auch die digitale Distribution zu kontrollieren. Für Sender wie ProSiebenSat.1, RTL oder die SRG stellt sich die Frage, ob ähnliche vertikale Integrationen – etwa durch den Ausbau eigener Streaming-Aggregatoren nach dem Vorbild von Joyn oder Pluto TV – an Bedeutung gewinnen werden. Für Verbraucher birgt die Konsolidierung Chancen und Risiken. Fox versichert, Roku werde als offene Plattform fortbestehen, doch Branchenbeobachter verweisen auf die Erfahrung, dass Fusionen im Streaming-Markt häufig zu Preiserhöhungen führen. Zudem könnte Fox eigene Dienste wie Tubi oder den Bezahldienst Fox One bevorzugt platzieren. Für den deutschsprachigen Markt könnte die Übernahme langfristig relevant werden, falls Fox die Roku-Technologie nach Kontinentaleuropa bringt oder Lizenzverhandlungen für Sport- und Nachrichteninhalte neu ausrichtet. Der Fox-Roku-Zusammenschluss markiert eine neue Stufe der Medienkonsolidierung, bei der Inhalteproduktion und Verbreitungstechnologie verschmelzen. Er erhöht den Druck auf andere US-Konzerne wie Paramount oder Warner Bros. Discovery, ihrerseits digitale Infrastruktur zuzukaufen. In Europa werden die Entwicklungen aufmerksam verfolgt: Der Erfolg des kombinierten Unternehmens könnte als Blaupause dafür dienen, wie traditionelle Fernsehanbieter im digitalen Zeitalter bestehen können. Die kartellrechtliche Prüfung in Washington wird zeigen, ob die amerikanischen Behörden dem neuen Schwergewicht Grenzen setzen.
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Die 22-Milliarden-Dollar-Übernahme von Roku durch Fox wird als kühner strategischer Sprung dargestellt, der Live-Sport und Nachrichten mit einer Streaming-Plattform mit 100 Millionen Haushalten vereint und den drittgrößten Akteur im US-Fernsehen entstehen lässt. Lachlan Murdoch bezeichnet den Deal als entscheidenden Moment für das Unternehmen, und der Markt nimmt ihn als logische, wachstumsorientierte Konsolidierung auf.
Fox hat eine vorläufige Vereinbarung zur Übernahme von Roku für 22 Milliarden Dollar (knapp 19 Milliarden Euro) getroffen, die mit einer Mischung aus Bargeld und Aktien bezahlt wird. Die Transaktion wird das Streaming-Angebot des US-Konzerns um den werbefinanzierten Roku Channel erweitern.
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