
Japan und Südkorea einigen sich auf Ausbau der Verteidigungskooperation und bekräftigen Denuklearisierungsziel
Die Verteidigungsminister beider Länder vereinbarten in Seoul gemeinsame Such- und Rettungsübungen und eine engere Zusammenarbeit der Kunstflugstaffeln; am Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel wird festgehalten.
Bei einem Treffen in Seoul haben der japanische Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi und sein südkoreanischer Amtskollege Ahn Gyu-back eine Vertiefung der militärischen Kooperation beschlossen. Konkret vereinbarten sie, die Zusammenarbeit zwischen den Kunstflugstaffeln Blue Impulse und Black Eagles auszubauen und die regelmäßige Betankungsunterstützung für südkoreanische Maschinen auf dem japanischen Luftwaffenstützpunkt Naha zu prüfen. Zudem sollen gemeinsame maritime Such- und Rettungsübungen der beiden Marinen weiterentwickelt werden, nachdem eine derartige Übung erstmals seit mehr als acht Jahren wieder stattgefunden hatte. Beide Minister bekräftigten das Ziel einer vollständigen Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Absicht, die trilaterale Kooperation mit den Vereinigten Staaten fortzusetzen.
Nach Darstellung des südkoreanischen Verteidigungsministeriums diente das Treffen auch dem Austausch über das regionale Sicherheitsumfeld. Im Hintergrund steht das Bestreben Seouls und Tokios, die lange historisch belasteten Beziehungen zu normalisieren – ein Prozess, der von Washington seit 2022 aktiv gefördert wird. Ein mögliches Abkommen über gegenseitige Versorgungs- und Dienstleistungen (Acquisition and Cross-Servicing Agreement, ACSA), das Treibstoff- und Munitionslieferungen zwischen den Streitkräften ermöglichen würde, wurde hingegen nicht vertieft. Ein Beamter des japanischen Verteidigungsministeriums erklärte, man sei sich der «Stimmung in der südkoreanischen Bevölkerung» bewusst, die laut Präsident Lee Jae-myung einen raschen Abschluss des ACSA erschwere.
Nordkorea hatte zuletzt mehrfach bekräftigt, sein Atomwaffenarsenal nicht nur zu behalten, sondern auszubauen. Machthaber Kim Jong Un kündigte Anfang des Monats an, die Marine mit Nuklearwaffen auszustatten und größere Kriegsschiffe zu bauen. Die Militärmanöver Südkoreas und der USA brächten die Region «an den Rand eines Atomkriegs», so die Darstellung Pjöngjangs. Seit dem Scheitern des Gipfels zwischen Kim und dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump 2019 in Hanoi bezeichnet sich Nordkorea als «unumkehrbaren» Atomwaffenstaat. Vor diesem Hintergrund tauschten Koizumi und Ahn auch Informationen über gemeinsame Flüge chinesischer und russischer Bomber über dem Ostchinesischen Meer aus.
Für das deutschsprachige Europa ist die Annäherung zwischen Japan und Südkorea insofern von Belang, als Stabilität in Nordostasien unmittelbare Auswirkungen auf globale Lieferketten und sicherheitspolitische Architekturen hat. Die nun vereinbarten Schritte – von der Institutionalisierung der Betankungshilfe bis zu regelmäßigen Konsultationen mit den USA – sollen ein Umfeld für belastbare Verteidigungsbeziehungen schaffen. Details zur Ausweitung der Kunstflugkooperation werden auf Arbeitsebene beraten. Koizumis Besuch, der erste eines japanischen Verteidigungsministers in Seoul seit seinem Amtsantritt, sieht auch einen Höflichkeitsbesuch bei Außenminister Cho Hyun vor und ist Teil eines erstmals seit zwei Jahrzehnten binnen eines Jahres vollzogenen wechselseitigen Austauschs auf Ministerebene.
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Die Verteidigungsminister Japans und Südkoreas trafen sich in Seoul und vereinbarten, die Verteidigungskooperation und den Austausch zu verstärken, unter anderem zwischen ihren Kunstflugstaffeln. Das Abkommen unterstreicht das Bekenntnis zu stabilen, zukunftsorientierten Beziehungen und verbesserter Kommunikation.
Bei den Gesprächen bekräftigten sie ihre Verpflichtung zur vollständigen Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und vereinbarten, die trilaterale Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten fortzusetzen. Sie befassten sich auch mit Cyberbedrohungen aus Nordkorea, die dessen Waffenprogramme finanzieren, und betonten die Dringlichkeit einer verbesserten Sicherheitskoordination.
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