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PolitikMittwoch, 17. Juni 2026

Irans Ölproduktion bricht ein – doch Tanker durchbrechen die Blockade

Nach Aufhebung der US-Seeblockade passieren erste Supertanker die Straße von Hormus, während die IEA einen Rückgang der iranischen Tagesproduktion um mehr als eine Million Barrel meldet.

Die Internationale Energieagentur (IEA) beziffert den Einbruch der iranischen Ölproduktion im Mai auf über eine Million Barrel pro Tag – von 3,36 Millionen Barrel im April fiel die Förderung auf nur noch 2,3 Millionen Barrel. Ursache war die von Washington Mitte April verhängte Seeblockade, die den Export des Rohöls nahezu vollständig zum Erliegen brachte. Satellitengestützte Daten der auf Tankerbewegungen spezialisierten Plattform TankerTrackers zeigen, dass in der Folge über 80 Prozent der iranischen Lagerkapazitäten an Land gefüllt waren und sich rund 60 Millionen Barrel Rohöl auf festliegenden Tankern stauten. Mit der Aufhebung der Blockade im Vorfeld der für Freitag im schweizerischen Bürgenstock angesetzten Verhandlungen zwischen Teheran und Washington hat sich die Lage schlagartig verändert: Erstmals seit zwei Monaten verließen beladene Supertanker die iranischen Häfen.

Wie TankerTrackers und der arabische Nachrichtensender al-Jazeera übereinstimmend berichten, durchquerten die VLCCs „Diona“ und „Hero 2“ mit zusammen 3,8 Millionen Barrel Rohöl die vormalige Sperrzone am Hormus. Ein dritter Tanker, die „Stream“, war auf dem Weg in die Verladeanlagen. Allerdings unterstreichen Beobachter in Teheran, dass die Passage nicht allein von der Aufhebung der Blockade abhängt: Laut der libanesischen Zeitung „An-Nahar“ warteten die Tanker zuvor auf eine ausdrückliche Genehmigung der iranischen Revolutionsgarden. Dies verdeutlicht, dass die Straße von Hormus auch nach einer möglichen Einigung ein strategisches Druckmittel in der Hand Irans bleibt – eine Einschätzung, die von der Nachrichtenagentur Reuters geteilt wird und die in iranischen Medien als „wirtschaftlicher Hebel“ gefeiert wird.

Während der Fokus auf dem Golf liegt, liefert ein Blick auf Russland eine aufschlussreiche Parallele. Die IEA beziffert die russischen Rohölexporte im Mai auf 7,35 Millionen Barrel pro Tag, nahezu unverändert zum April. Allerdings verschob sich die Struktur: Der Export von Ölprodukten sank um 150.000 Barrel pro Tag, während die Rohöllieferungen um 170.000 Barrel zulegten. In der Summe brachen die Gesamteinnahmen aus dem Ölgeschäft im Vergleich zum Vormonat um 710 Millionen Dollar auf 20,8 Milliarden Dollar ein – ein Rückgang, der vor allem auf niedrigere Produktpreise zurückzuführen ist. Aus Moskauer Sicht bleibt das Niveau dennoch historisch hoch und liegt gut acht Milliarden Dollar über dem Vorjahreswert.

Die bevorstehenden Gespräche im Bürgenstock sollen den Weg zu einer umfassenden Regelung ebnen, die das iranische Atomprogramm und die Aufhebung von Sanktionen einschließt. Die Aussicht auf eine Wiederbelebung der iranischen Exporte hat die globalen Ölpreise bereits spürbar sinken lassen. Allerdings dämpfen erneute israelische Luftschläge auf den Südlibanon den Optimismus; der Krieg, der mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran am 28. Februar begann, ist noch nicht beendet. Analysten in der Schweiz warnen, dass eine Eskalation an der Nordfront die Verhandlungen überschatten und die Risikoprämie an den Rohstoffmärkten wieder in die Höhe treiben könnte.

Sollte es tatsächlich zu einem Abkommen kommen, rechnen Marktbeobachter mit einem raschen Anstieg der iranischen Förderung. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die als importabhängige Volkswirtschaften besonders sensibel auf Ölpreisschwankungen reagieren, böte eine nachhaltige Entspannung am Golf die Chance auf niedrigere Energiekosten und stabilere Lieferketten. Die kommenden Tage am Vierwaldstättersee werden zeigen, ob die ersten Tankerbewegungen tatsächlich den Auftakt zu einer neuen Phase der Entspannung markieren – oder nur eine taktische Atempause in einem weiterhin fragilen Konflikt.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

56%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa atlantica / anglosferaStampa russa e CSI
Stampa atlantica / anglosfera/ economica
pragmatismodistacco

Die tägliche Ölproduktion Irans fiel um mehr als eine Million Barrel, nachdem die US-Marineblockade die Exporte vollständig zum Erliegen brachte. Nach Aufhebung der Blockade haben die Tanker ihre Fahrten wieder aufgenommen, und ein Friedensabkommen könnte die Produktion wieder auf einen Aufwärtstrend bringen, so die Daten der Energieagentur.

Stampa russa e CSI/ business
pragmatismodistacco

Die Einnahmen aus Russlands Ölexporten sanken im Mai um 710 Millionen Dollar, da die Produktlieferungen zurückgingen, während die Rohölexporte stiegen. Die tägliche Gesamtausfuhr blieb mit 7,35 Millionen Barrel stabil, und die Einnahmen lagen weiterhin über 8 Milliarden Dollar über dem Vorjahresniveau.

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Mittwoch, 17. Juni 2026

Irans Ölproduktion bricht ein – doch Tanker durchbrechen die Blockade

Nach Aufhebung der US-Seeblockade passieren erste Supertanker die Straße von Hormus, während die IEA einen Rückgang der iranischen Tagesproduktion um mehr als eine Million Barrel meldet.

Die Internationale Energieagentur (IEA) beziffert den Einbruch der iranischen Ölproduktion im Mai auf über eine Million Barrel pro Tag – von 3,36 Millionen Barrel im April fiel die Förderung auf nur noch 2,3 Millionen Barrel. Ursache war die von Washington Mitte April verhängte Seeblockade, die den Export des Rohöls nahezu vollständig zum Erliegen brachte. Satellitengestützte Daten der auf Tankerbewegungen spezialisierten Plattform TankerTrackers zeigen, dass in der Folge über 80 Prozent der iranischen Lagerkapazitäten an Land gefüllt waren und sich rund 60 Millionen Barrel Rohöl auf festliegenden Tankern stauten. Mit der Aufhebung der Blockade im Vorfeld der für Freitag im schweizerischen Bürgenstock angesetzten Verhandlungen zwischen Teheran und Washington hat sich die Lage schlagartig verändert: Erstmals seit zwei Monaten verließen beladene Supertanker die iranischen Häfen.

Wie TankerTrackers und der arabische Nachrichtensender al-Jazeera übereinstimmend berichten, durchquerten die VLCCs „Diona“ und „Hero 2“ mit zusammen 3,8 Millionen Barrel Rohöl die vormalige Sperrzone am Hormus. Ein dritter Tanker, die „Stream“, war auf dem Weg in die Verladeanlagen. Allerdings unterstreichen Beobachter in Teheran, dass die Passage nicht allein von der Aufhebung der Blockade abhängt: Laut der libanesischen Zeitung „An-Nahar“ warteten die Tanker zuvor auf eine ausdrückliche Genehmigung der iranischen Revolutionsgarden. Dies verdeutlicht, dass die Straße von Hormus auch nach einer möglichen Einigung ein strategisches Druckmittel in der Hand Irans bleibt – eine Einschätzung, die von der Nachrichtenagentur Reuters geteilt wird und die in iranischen Medien als „wirtschaftlicher Hebel“ gefeiert wird.

Während der Fokus auf dem Golf liegt, liefert ein Blick auf Russland eine aufschlussreiche Parallele. Die IEA beziffert die russischen Rohölexporte im Mai auf 7,35 Millionen Barrel pro Tag, nahezu unverändert zum April. Allerdings verschob sich die Struktur: Der Export von Ölprodukten sank um 150.000 Barrel pro Tag, während die Rohöllieferungen um 170.000 Barrel zulegten. In der Summe brachen die Gesamteinnahmen aus dem Ölgeschäft im Vergleich zum Vormonat um 710 Millionen Dollar auf 20,8 Milliarden Dollar ein – ein Rückgang, der vor allem auf niedrigere Produktpreise zurückzuführen ist. Aus Moskauer Sicht bleibt das Niveau dennoch historisch hoch und liegt gut acht Milliarden Dollar über dem Vorjahreswert.

Die bevorstehenden Gespräche im Bürgenstock sollen den Weg zu einer umfassenden Regelung ebnen, die das iranische Atomprogramm und die Aufhebung von Sanktionen einschließt. Die Aussicht auf eine Wiederbelebung der iranischen Exporte hat die globalen Ölpreise bereits spürbar sinken lassen. Allerdings dämpfen erneute israelische Luftschläge auf den Südlibanon den Optimismus; der Krieg, der mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran am 28. Februar begann, ist noch nicht beendet. Analysten in der Schweiz warnen, dass eine Eskalation an der Nordfront die Verhandlungen überschatten und die Risikoprämie an den Rohstoffmärkten wieder in die Höhe treiben könnte.

Sollte es tatsächlich zu einem Abkommen kommen, rechnen Marktbeobachter mit einem raschen Anstieg der iranischen Förderung. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die als importabhängige Volkswirtschaften besonders sensibel auf Ölpreisschwankungen reagieren, böte eine nachhaltige Entspannung am Golf die Chance auf niedrigere Energiekosten und stabilere Lieferketten. Die kommenden Tage am Vierwaldstättersee werden zeigen, ob die ersten Tankerbewegungen tatsächlich den Auftakt zu einer neuen Phase der Entspannung markieren – oder nur eine taktische Atempause in einem weiterhin fragilen Konflikt.

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Die tägliche Ölproduktion Irans fiel um mehr als eine Million Barrel, nachdem die US-Marineblockade die Exporte vollständig zum Erliegen brachte. Nach Aufhebung der Blockade haben die Tanker ihre Fahrten wieder aufgenommen, und ein Friedensabkommen könnte die Produktion wieder auf einen Aufwärtstrend bringen, so die Daten der Energieagentur.

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Die Einnahmen aus Russlands Ölexporten sanken im Mai um 710 Millionen Dollar, da die Produktlieferungen zurückgingen, während die Rohölexporte stiegen. Die tägliche Gesamtausfuhr blieb mit 7,35 Millionen Barrel stabil, und die Einnahmen lagen weiterhin über 8 Milliarden Dollar über dem Vorjahresniveau.

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