
USA heben Seeblockade gegen Iran auf – ein brüchiger Frieden beginnt
Nach der Unterzeichnung eines 14-Punkte-Memorandums hat Washington die Blockade iranischer Häfen beendet und den Schiffsverkehr im Persischen Golf wieder freigegeben.
Die Vereinigten Staaten haben am Donnerstag die maritime Blockade gegen sämtliche iranischen Häfen und Küstengebiete aufgehoben. Das zuständige Zentralkommando CENTCOM erklärte, amerikanische Streitkräfte behinderten den Transit von Schiffen in den Persischen und Omanischen Golf nicht länger – eine direkte Folge des am Mittwoch von Präsident Donald Trump und seinem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian unterzeichneten Memorandums of Understanding. Vizepräsident J.D. Vance sprach von einem unmittelbaren Erfolg: In der Nacht zum Donnerstag seien mehr als 12,5 Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormus geflossen, der höchste Wert seit Beginn der Feindseligkeiten. Das Abkommen, das Trump bei einem Abendessen mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron im Spiegelsaal von Versailles mit dicker schwarzer Tinte signierte, beendet vorerst einen dreimonatigen Regionalkrieg, der die Weltwirtschaft erschüttert hatte.
Aus Washingtoner Sicht ist der Pakt ein erster Schritt, dem nun eine 60-tägige Verhandlungsphase über ein umfassendes „finales“ Abkommen folgen soll – beginnend mit Gesprächen in den Schweizer Alpen. Das Memorandum umfasst 14 Punkte, darunter die sofortige und dauerhafte Einstellung aller Kampfhandlungen, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die Lockerung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie den Abzug amerikanischer Truppen aus der Region binnen 30 Tagen. Doch die Einigung ist fragil. Trump selbst nannte Kritiker, die ihm zu große Zugeständnisse an Teheran vorwarfen, „Narren“ und verwies auf Rekordstände an den Börsen und fallende Ölpreise. Vance ging noch weiter und warnte israelische Stimmen, die das Abkommen attackierten, davor, „den einzigen mächtigen Verbündeten“ zu beschädigen, den Israel noch habe.
In Teheran wird das Interimspapier als Sieg gefeiert, während unabhängige Experten und viele Republikaner in den USA monieren, die Bedingungen begünstigten die Islamische Republik einseitig. Beobachter in europäischen Hauptstädten – für die der freie Schiffsverkehr durch Hormus essenziell ist, um Energiepreise und Lieferketten zu stabilisieren – registrieren die Entspannung mit verhaltener Erleichterung. Zugleich bleibt ungewiss, ob die für Freitag anvisierte formelle Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz tatsächlich stattfindet; beide Seiten unterhalten seit der Islamischen Revolution 1979 keine diplomatischen Beziehungen. Der pakistanische Vermittler Shehbaz Sharif hatte den als „Islamabad-MOU“ bezeichneten Kompromiss mit eingefädelt.
Die kommenden 60 Tage werden zur Belastungsprobe. Offen ist, wie mit dem iranischen Atomprogramm, der Rolle der libanesischen Hisbollah und den noch immer in der Region stationierten US-Flottenverbänden umgegangen wird. CENTCOM betonte, amerikanische Kriegsschiffe blieben vor Ort, um die Einhaltung aller Abmachungen zu überwachen. Für Deutschland und seine Nachbarn steht viel auf dem Spiel: Ein Scheitern der Gespräche könnte die eben erst beruhigten Ölmärkte erneut in Turbulenzen stürzen und Israel, das sich durch das Abkommen in seinen Sicherheitsinteressen bedroht sieht, zu eigenmächtigen Schritten verleiten. Der Frieden von Versailles ist ein Provisorium – seine Haltbarkeit wird sich in den Schweizer Bergen erweisen müssen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die USA haben ihre Seeblockade gegen den Iran aufgehoben und Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus ermöglicht – ein erster Schritt hin zu ungewissen Verhandlungen. Vizepräsident Vance könnte am Wochenende in die Schweiz reisen, um die Gespräche voranzubringen, doch der Ausgang bleibt zweifelhaft.
Das US-Zentralkommando gab die Aufhebung der Seeblockade gegen iranische Häfen auf Anordnung von Präsident Trump bekannt. Amerikanische Kriegsschiffe werden in der Region bleiben, um die Einhaltung des zwischen Washington und Teheran unterzeichneten Memorandum of Understanding zu überwachen.
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