
Irans Chefunterhändler Ghalibaf: Krieg endet nicht mit Kapitulation, nur Kriegsbereite können verhandeln
Nach neuen Militärschlägen im Persischen Golf bekräftigt Teheran seine Verteidigungsbereitschaft und stellt Bedingungen für Gespräche mit Washington – während katarische Vermittler in Iran eintreffen.
Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf hat am Freitag die Position Teherans in der eskalierenden Konfrontation mit den Vereinigten Staaten in scharfer Form umrissen. Nach übereinstimmenden Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur ISNA und weiterer Medien erklärte Ghalibaf bei einem Treffen mit dem indonesischen Parlamentspräsidenten, der Krieg werde „niemals mit einer Kapitulation Irans enden“. Zugleich betonte er, dass nur derjenige mit Amerika verhandeln könne, der auch zum Krieg bereit sei. Die Äußerungen fallen in eine Woche neuer militärischer Zusammenstöße, die das erst Mitte Juni unterzeichnete Waffenstillstandsabkommen akut gefährden.
Aus Teheraner Sicht ist die eigene Haltung defensiv und prinzipienfest. Ghalibaf unterstrich, man habe nie Krieg angestrebt, sei aber zu einer „vollständigen Verteidigung“ bereit, sobald Washington die Vereinbarung breche. Der iranische Rundfunk IRIB zitierte ihn mit den Worten, er habe US-Vizepräsident JD Vance bei den Verhandlungen unmissverständlich erklärt, dass Teheran Washington nicht vertraue. Washington wiederum beschuldigt Iran, Handelsschiffe in der Straße von Hormus angegriffen zu haben, und reagierte mit Luftschlägen auf Ziele im iranischen Staatsgebiet. Teheran meldete seinerseits Drohnen- und Raketenangriffe auf von US-Streitkräften genutzte Stützpunkte in Kuwait, Bahrain, Katar und Jordanien. Präsident Donald Trump erklärte am Freitag, die Waffenruhe sei „vorbei“, stimmte aber zugleich weiteren Gesprächen zu.
Das Mitte Juni unter pakistanischer Vermittlung und mit katarischer Unterstützung geschlossene Memorandum of Understanding sah eine sechzigtägige Verhandlungsphase für ein dauerhaftes Abkommen vor. Es umfasste vierzehn Punkte, darunter die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die Lockerung bestimmter Finanzrestriktionen gegen Iran und die Erwartung, das iranische Nuklearprogramm in technischen Gesprächen zu behandeln. Nach einer direkten Verhandlungsrunde in der Schweiz und indirekten technischen Treffen in Doha ist dieser Prozess durch die jüngsten Feindseligkeiten ins Stocken geraten. Beobachter in der Region werten Ghalibafs Aussagen als Signal, dass Teheran die militärische Eskalation als Druckmittel in den stockenden Gesprächen einsetzt, ohne die Verhandlungsbereitschaft vollständig aufzukündigen.
Die diplomatischen Bemühungen um eine Stabilisierung dauern an. Laut lokalen Medien traf am Freitag eine Delegation aus Katar in Iran ein, um Gespräche über eine Deeskalation zu führen. Der Kanal zwischen Washington und Teheran bleibt damit formal offen, doch die gegenseitigen Vorwürfe und die jüngste Gewalt haben das Vertrauen weiter untergraben. Aus europäischer Sicht, insbesondere mit Blick auf die Energiesicherheit und die Stabilität des Nahen Ostens, wächst die Sorge vor einem Flächenbrand. Die nächsten Schritte hängen nun davon ab, ob die Vermittler eine Rückkehr zur Waffenruhe erreichen können – oder ob die Logik der von Ghalibaf beschworenen Kriegsbereitschaft die Oberhand gewinnt.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
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| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
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