
Iranische Eskalation: Offene Mordaufrufe gegen Trump und westliche Spitzenpolitiker
Murales, Videos und ein Kopfgeldversprechen begleiten die Rache-Rhetorik Teherans; Washington hält an diplomatischen Kanälen fest, während die Militärschläge weitergehen.
In Teheran und anderen Städten des Irans sind in den vergangenen Tagen mehrere öffentliche Darstellungen aufgetaucht, die unverhohlen zur Ermordung von US-Präsident Donald Trump aufrufen. Ein Wandgemälde am Engelab-Platz zeigt Trump in einem Sarg mit der Aufschrift „Lasst uns Trump töten“; eine Plakatwand am Vali-e-Asr-Platz fragt nach dem Tod von Senator Lindsey Graham in auffälliger Großschreibung „who is D nexT one?“. Die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars verbreitete ein Video mit dem englischen Titel „Wo kann Trump getötet werden?“, das die Fahrtroute des Präsidenten zu seinem Anwesen Mar-a-Lago analysiert. Parallel dazu setzte die irakische Milizengruppe Islamischer Widerstand im Irak ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar auf Trump aus. Diese Drohungen folgen auf das Staatsbegräbnis des Ende Februar bei einem US-israelischen Luftangriff getöteten Obersten Führers Ali Chamenei.
Aus Teheraner Sicht erfüllen die Drohungen mehrere Funktionen. Der iranische Menschenrechtsforscher Moein Khazaeli bewertet sie gegenüber der Deutschen Welle als psychologische Kriegsführung und Abschreckungspolitik. Das Regime versuche, seine durch die Militärschläge geschwächten Sicherheitsstrukturen weiterhin als handlungsfähig darzustellen und zugleich zu signalisieren, dass es bei anhaltendem Druck auf terroristische Mittel zurückgreifen könne. Der politische Aktivist Reza Alijani sieht in den Massenkundgebungen während der Trauerfeiern den Versuch, von militärischen Misserfolgen abzulenken und die Fortsetzung des Konflikts unter dem Banner der Rache zu legitimieren. Die konservative Zeitung Hamschahri veröffentlichte zudem eine „Fahndungsliste“ mit 13 westlichen Politikern und Militärs, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
In Washington werden die Drohungen nach Angaben von US-Geheimdiensten als reale Gefahr eingestuft. Präsident Trump selbst warnte, dass jeder iranische Anschlagsversuch eine „harte und verheerende“ Antwort nach sich ziehen würde. Gleichzeitig betonte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dass die USA weiterhin in engem Austausch mit Iran stünden. Die militärischen Auseinandersetzungen dauern indes an: Das US-Militär flog nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle auf Dutzende Ziele in Iran, während Teheran Drohnenangriffe auf US-Stützpunkte in Kuwait und einen Raketenangriff auf Katar meldete, bei dem ein Kind verletzt wurde. Auch der syrische Stützpunkt Al-Tanf wurde nach iranischen Angaben attackiert.
Die Eskalation der Drohgebärden fällt in eine Phase, in der beide Seiten trotz der anhaltenden Gefechte Verhandlungsspielräume ausloten. Für Trump wird der Konflikt nach Darstellung aus Washingtoner Regierungskreisen zunehmend zur strategischen Falle: Er könne die öffentlichen Mordaufrufe kaum hinnehmen, wolle aber den in der Heimat unpopulären Krieg vor den Kongresswahlen im Herbst beendet sehen. Die Führung in Teheran wiederum steht nach den gezielten Tötungen hochrangiger Kommandeure unter dem Druck, Vergeltung zu üben und die eigene Verwundbarkeit zu kaschieren. Die Drohungen richten sich dabei nicht nur gegen die USA, sondern ausdrücklich auch gegen europäische Regierungschefs, was in Berlin, Paris und Rom Sicherheitsbedenken auslöst. Der weitere Verlauf hängt nun davon ab, ob die diplomatischen Kanäle einer weiteren Eskalationsspirale standhalten.
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | −0.40 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
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